01.08.2019 | Presseinfo Nr. 52

Qualifizierungsoffensive der Agentur für Arbeit stärkt Unternehmen und Beschäftigte

Die Strategie verdeutlicht, welchen hohen Stellenwert lebenslanges Lernen in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung eingenommen hat. Die Richtung ist klar: Es geht um eine neugedachte Weiterbildungskultur, die Weiterbildung als selbstverständlichen Teil des Lebens versteht.

Ein Blick auf den hiesigen Arbeitsmarkt zeigt: Der Anteil ungelernter arbeitsloser und arbeitssuchender Menschen in Dortmund ist hoch. Rund 20.000 der Arbeitslosen in Dortmund verfügen über keine abgeschlossene Ausbildung. Ganze 56 Prozent arbeitslosgemeldeter Personen in Dortmund suchen nach einer Helferstelle. Doch nur 22 Prozent aller aktuell gemeldeten Vakanzen richten sich an Arbeitssuchende auf Helferniveau. Der Großteil der Betriebe, aktuell 63 Prozent, sucht nach Fachkräften. „Die Situation verdeutlicht, welchen Stellenwert Investitionen in Qualifizierung in Dortmund hat. Auch aufgrund der sich wandelnden Berufsbilder, deren Inhalte sich im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und dem technologischen Fortschritt sich immer schneller verändern“, sagt Annabelle Brandes Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. „Deswegen geht es jetzt darum, Fördermöglichkeiten für Angestellte leichter zugänglich zu machen, ganz egal, ob sie bereits eine Ausbildung vorweisen können oder eben nicht“, so Brandes. Ein wesentlicher Grundgedanke ist dabei die Prävention. Berufliche Bildung, die den aktuellen Anforderungen entspricht, bietet den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit.

Förderungen für Betriebe und Arbeitnehmer

Der Fokus der Unterstützungsmöglichkeiten richtet sich dabei auf Betriebe sowie Arbeitgeber gleichermaßen. Vor allem Menschen mit einer geringen Weiterbildungsbeteiligung sollen besondere Förderung erfahren, ebenso kleine und mittlere Unternehmen, die keine großen Personalabteilungen haben, um Weiterbildungskonzepte zu entwickeln. Das neue Qualifizierungschancengesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist, eröffnet dabei viele neue Chancen und Möglichkeiten. Im Rahmen des Gesetzes fördert die Agentur für Arbeit Dortmund zum Beispiel das Absolvieren eines Berufsabschlusses. Schulungskosten und Zuschüsse zum Entgelt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können hier übernommen werden. Auch Prämien für den Arbeitnehmer für bestandene Prüfungen sind möglich. Doch die Qualifizierungsoffensive der Agentur für Arbeit richtet sich auch – und das ist neu – an Fachkräfte.

Das dies höchste Zeit wird, verdeutlichen aktuelle Studien zum Arbeitsmarkt. Laut Prognose der Universität von Oxford, werden innerhalb der nächsten 20 Jahre fast die Hälfte der derzeitigen Stellen wegfallen. Zwar werden neue Stellen geschaffen, für die sind die aktuellen Arbeitnehmer meist aber nicht ausgebildet. Die Risiken von einer Maschine ersetzt zu werden, sind zwar bei höherqualifizierten Berufen geringer als bei Berufen, die keine Ausbildung voraussetzen, doch generell wird die Gruppe der Fachkräfte am stärksten von Digitalisierung betroffen sein, da sie mit derzeit 57 Prozent den größten Anteil der Beschäftigten ausmachen. „Daher ist es sowohl für Helfer, als auch insbesondere für Fachkräfte sehr wichtig, sich in der beruflichen Tätigkeit auf dem aktuellsten Stand zu halten, um qualifikatorisch nicht abgehängt zu werden“, verdeutlicht Brandes.

Förderungen der Agentur für Arbeit – es bewegt sich was

Dass sich bereits in den letzten Jahren viel in der Förderung und Weiterbildung bei der Agentur für Arbeit Dortmund bewegt hat, zeigt die aktuelle Förder-Statistik. Für qualifizierungsorientierte Leistungen nimmt die Agentur für Arbeit in diesem Jahr knapp 14 Millionen Euro in die Hand, gemeinsam mit dem Jobcenter sind dies rund 27 Millionen Euro. Davon konnten rund 4.000 Menschen im vergangenen Jahr gefördert werden. Dabei hat sich das Fördervolumen sowie die Zahl der geförderten Menschen in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt. Dies unterstreicht die Bedeutung von Qualifizierung für die BA. Zudem fließen 2019 rund zehn Millionen Euro in die Förderung für junge Menschen (U25). Hier gibt es in diesem Jahr rund 1.300 Plätze für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Einstiegqualifizierungen, ausbildungsbegleitenden Hilfen, Berufseinstiegsbegleitungen und assistierte Ausbildungen.

Weiter Aktionen in den Sommermonaten geplant 

Das heutige Pressegespräch ist der Auftakt der Qualifizierungsoffensive “Jahr der Chancen“, in der die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Dortmund anhand verschiedener Bespiele die neuen Fördermöglichkeiten des Qualifizierungschancengesetzes und des Teilhabechancengesetzes vorstellen werden. So wird der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im Rahmen der Qualifizierungsoffensive örtliche Betriebe mit einem Informationspaket ausstatten, aber auch lokale Unternehmen besuchen, um vor Ort Arbeitgeber und Arbeitnehmer über Fördermöglichkeiten informieren. Die Aktion findet vom 9. bis 13. September statt. Arbeitgeber die ebenfalls Interesse an der „Info-Tour“ der Agentur für Arbeit haben, können sich noch bis Ende August beim Arbeitgeber-Service unter der Telefonnummer: 0231 842 1666 melden oder per Mail an: dortmund.arbeitgeber@arbeitsagentur.de in Kontakt treten.