29.08.2019 | Presseinfo Nr. 57

Arbeitsmarktbericht August 2019

- Anstieg der Arbeitslosigkeit auch im zweiten Ferienmonat

- Arbeitslosenquote steigt auf 10,4 Prozent

- 32.766 Arbeitslose in Dortmund

- Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt: Da geht noch was

Zum Ende der Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit in Dortmund noch einmal angestiegen. „Viele junge Menschen haben die Schule verlassen oder ihre Ausbildung beendet und befinden sich jetzt kurzfristig in einer unkritischen Übergangsarbeitslosigkeit, bevor sie in Ausbildung, Arbeit oder Studium starten. Aber auch mehr Lebensältere und ausländische Mitbürger, insbesondere geflüchtete Menschen, sind im August verstärkt von Arbeitslosigkeit betroffen. Viele Qualifizierungs- und Sprachkurse endeten im Juli. Für diese Personenkreise haben wir ein breites Spektrum an Angeboten, damit die Weichenstellungen in Richtung Integration in Arbeit und Ausbildung zeitnah erfolgen können“, kommentiert Heike Bettermann, Chefin der Agentur für Arbeit Dortmund, die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt.

„Viele Unternehmen gehen jetzt auch in die Personalplanungen für die zweite Jahreshälfte. Die Stellenmeldungen sind schon im August wieder leicht angestiegen. Hier setzen wir weiter konsequent auf unsere Qualifizierungsangebote. Eine groß angelegte Qualifizierungsoffensive der Agentur für Arbeit unterstützt sowohl Dortmunder Betriebe und Beschäftigte als auch arbeitslose Menschen.

Für die kommenden Monate rechnen wir wieder mit einer leichten Entspannung auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt, doch sind die Vorboten einer konjunkturellen Eintrübung bereits erkennbar“, so Bettermann.

Kontakt für Jugendliche:

Beratungsgespräch bei der Berufsberatung: Anmeldung telefonisch unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.

Kontakt zum Arbeitgeberservice:

Meldung freier Ausbildungsstellen über 0800 4 5555 20 (kostenlos) bzw. per E-Mail an Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten

Im August wurden 32.766 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.397 Personen bei der Arbeitsagentur und 25.369 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 727 Personen oder 2,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 197 Personen oder 0,6 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt auf 10,4 Prozent und liegt damit auf Vorjahresniveau. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,3 Prozent und für das Jobcenter bei 8,0 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit, Drittes Sozialgesetzbuch, SGBIII) ist die Arbeitslosigkeit geringfügig um 1,0 Prozent oder 70 Personen auf insgesamt 7.397 Personen gestiegen. Im Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit bei 7.276 Personen.

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Im August erfahren wir regelmäßig einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Das liegt am Übergang von der Schule zur Ausbildung oder der Ausbildung in den Beruf, aber auch an einer geringeren Nachbesetzung von Stellen während der Sommerferien. Insofern kann man von einer gewissen saisontypischen Entwicklung sprechen. Von Juli auf August 2018 verzeichneten wir einen Anstieg um 424 Arbeitslose. In diesem Jahr beträgt die Zahl über den Monatswechsel 657. Betroffen sind alle Altersgruppen, junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren aus vorgenannten Gründen am deutlichsten, sowie schwerbehinderte Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. Als Ursachen betrachten wir neben dem Auslaufen berufsvorbereitender und qualifizierender Maßnahmen eine gewisse konjunkturell bedingte Zurückhaltung bei der Stellenbesetzung“, kommentiert Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer des Jobcenter Dortmund.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Juli um 0,4 Prozentpunkte auf 9,3 Prozent gestiegen. Im August waren 3.018 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 137 Personen oder 4,8 Prozent mehr als im Vormonat und 0,6 Prozent oder 18 Personen mehr als im Vorjahr.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration

Im August waren 3.155 Personen im Kontext von Fluchtmigration*1 arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.997), davon 2.170 Männer und 985 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.986 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 325 Personen aus dem Irak, 158 Personen aus Afghanistan und 105 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im Mai*2 auf 4.948. Das sind 141 Personen mehr als im Vormonat und 94 Personen oder 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu- und Abgänge

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im August 7.360 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 1.300 Personen mehr als im Vormonat. 1.767 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 247 Personen mehr als im Vormonat und 73 Personen mehr als im Vorjahr. 6.680 meldeten sich im August bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 5.901). 1.430 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 114 Personen mehr als im Vormonat und 8 Personen weniger als im Vorjahr.

*1 "Personen im Kontext von Fluchtmigration" umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.

*2 Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.

Arbeitskräftenachfrage

Im August ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften leicht gestiegen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.469 neue Stellen. Das sind 35 Stellen mehr als im Juli, allerdings 178 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.690 offenen Stellen um 4,4 Prozent höher als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im August insbesondere im Bereich Baugewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, im Einzelhandel, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie in der Zeitarbeit gesucht.

Informationen zur aktuellen Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt entnehmen Sie bitte der separaten Presseinformation.