02.01.2020 | Presseinfo Nr. 2

Arbeitsmarktbericht Dezember 2019

Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent

31.520 Arbeitslose in Dortmund

Beschäftigung in Dortmund wächst weiter

Arbeitskräftenachfrage saisonbedingt leicht rückläufig

„Mit einer Arbeitslosenquote von 10,0 Prozent verfehlen wir die Einstelligkeit zum Jahresende nur knapp, beenden das Jahr 2019 aber auf solider Basis. Erfreulich und ein weiteres Indiz für die gute und stabile Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt sind die aktuellen Beschäftigtenzahlen. Mit 246.603 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreicht Dortmund eine neue Rekordmarke. Der Bedarf an Fachkräften ist also weiter groß. Und auch im Helferbereich gibt es Chancen. Saisonal bedingt erwarten wir jedoch im Januar und Februar einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zum Jahreswechsel enden zahlreiche befristete Beschäftigungen, vor allem aus dem Weihnachtsgeschäft, und auch in den witterungsabhängigen Berufen kann es in den Wintermonaten verstärkt zu Ausfällen kommen. Erst im Frühjahr ist mit der Fortschreibung der guten Entwicklung zu rechnen“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund die Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Qualifizierung bleibt eine zentrale Antwort auf die Herausforderungen am Dortmunder Arbeitsmarkt auch 2020. Mit dem Teilhabe- und dem Qualifizierungschancengesetz hat uns der Gesetzgeber neue Möglichkeiten gegeben. Langzeitarbeitslose können beim Einstieg in das Berufsleben stärker gefördert werden. Und auch für Menschen, die in Arbeit sind, wird Weiterbildung gefördert, unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße. Hier wollen und müssen wir weiter aufklären und sensibilisieren“, so Bettermann.

„Trotz leichtem jahreszeitlich bedingtem Anstieg der Arbeitslosigkeit, blickt auch das Jobcenter auf ein gutes Jahr zurück. Die Arbeitslosenquote lag in Dortmund im Jahresdurchschnitt unter der des vergangenen Jahres. Besonders erfreulich ist aus Sicht des Jobcenters, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen 2019 weiter gesunken ist. Auch im Dezember sind 49 langzeitarbeitslose Menschen weniger in der Betreuung des Jobcenters als im Vorjahresmonat. Insgesamt sind im Dezember weniger Dortmunderinnen und Dortmunder auf das Jobcenter angewiesen als noch vor einem Jahr - in Zahlen ausgedrückt sind das 685 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und 343 Bedarfsgemeinschaften weniger.

Wir freuen uns, auch im nächsten Jahr mit vereinten Kräften, die Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit in Dortmund weiter voranzutreiben. Rund 550 neue Förderungen möchten wir in 2020 über das Teilhabechancengesetz realisieren und dabei möglichst sicherstellen, dass die Menschen durch den Lohn aus der Bedürftigkeit fallen und ihren Lebensunterhalt ohne die Hilfe des Jobcenters bestreiten können“, erklärt die Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, Dr. Regine Schmalhorst. 

Arbeitslosenquote verfehlt nur knapp die Einstelligkeit

Das Jahr 2019 ging mit einem geringen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Ende. Im Dezember wurden 31.520 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.194 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.326 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 242 Personen oder 0,8 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 807 Personen oder 2,6 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen stieg im aktuellen Berichtmonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,0 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Dezember 6.163 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.594 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 34 Personen weniger als im Vormonat. 5.937 meldeten sich im Dezember bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. 1.259 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 240 Personen weniger als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit zum Jahresende geringfügig gestiegen

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum November um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gestiegen. Im Dezember waren damit 2.664 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein leichter Anstieg um 32 Personen gegenüber dem Vormonat.

Verhaltene Arbeitskräftenachfrage in der Advents- und Weihnachtszeit

Wie schon im Vormonat ist auch im Dezember die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften rückläufig. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.048 neue Stellen. Das sind 585 Stellen weniger als im November. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.211 offenen Stellen deutlich niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Dezember insbesondere im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Unterbeschäftigung leicht gestiegen

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGBIII und SGBII) gelten, weil sie zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit, so ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat leicht gestiegen. Insgesamt sind im Dezember 44.251 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 211 Personen mehr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 71,2 Prozent gestiegen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Berichtsmonat Dezember unverändert bei 13,5 Prozent (Vorjahr: 13,4 Prozent).