30.01.2020 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt in Dortmund im Januar 2020

- Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit
- Arbeitslosenquote bei 10,6 Prozent 
- 33.359 Arbeitslose in Dortmund 
- Arbeitskräftenachfrage zieht leicht an

„Erwartungsgemäß ist im Januar die Arbeitslosigkeit in Dortmund wieder gestiegen. Das ausgelaufene Weihnachtsgeschäft, der Kündigungstermin zum Jahresende, das Ende der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen, aber auch das Ende von uns geförderter Weiterbildungen und Qualifizierungen zum 31.12., führten zu Jahresbeginn zu steigender Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsagentur zählt mehr als doppelt so viel Zugänge in Arbeitslosigkeit als Abgänge in Erwerbstätigkeit.
Betroffen sind alle Personenkreise. Insbesondere ausländische Mitbürger, ein Drittel davon geflüchtete Menschen, sind im Januar verstärkt von Arbeitslosigkeit betroffen. Viele Qualifizierungs- und Sprachkurse endeten im Dezember. Für diese Personenkreise haben wir ein breites Spektrum an Angeboten, damit die Weichenstellungen in Richtung Integration in Arbeit und Ausbildung zeitnah erfolgen können“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund die Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt möchte ich nicht sprechen, der Arbeitsmarkt ist stabil, wenn auch erste Spuren der konjunkturellen Schwächephase erkennbar sind. Mit einem Anstieg von 5,8 Prozent bewegen wir uns aber durchaus im Rahmen vergangener Jahre. Der Fachkräftebedarf ist deutlich spürbar und wird den Arbeitsmarkt weiter auf Kurs halten, wenn wir die vielschichtigen und umfassenden Fördermöglichkeiten, die uns der Gesetzgeber mit dem Teilhabe- und dem Qualifizierungschancengesetz bereitgestellt hat, aktiv und offensiv nutzen“, so Bettermann.

Interessierte Unternehmen können sich vom Arbeitgeber-Service über Qualifizierungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter/innen beraten lassen.
Kontakt: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder Tel. 0231 842 1666.

„Zu Jahresbeginn verzeichnen wir typischerweise einen Anstieg der Arbeitslosenquote, weil befristete Arbeitsverträge sowie Qualifizierungsmaßnahmen auslaufen und Neueinstellungen häufig nicht unmittelbar nach der Jahreswende erfolgen. Erkennbar ist an der gestiegenen Anzahl neu gemeldeter Stellenangebote, dass der Arbeitsmarkt weiterhin intensiv nach Bewerberinnen und Bewerbern sucht. Es gibt also weiterhin gute Beschäftigungspotentiale in allen Segmenten. Durch gezielte Qualifizierungen versuchen wir dieses Potential für unsere Kundinnen und Kunden aufzuschließen“, erklärt die Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, Dr. Regine Schmalhorst.

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Januar wurden 33.359 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 8.151 Personen bei der Arbeitsagentur und 25.208 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 1.839 Personen oder 5,8 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 1.007 Personen oder 3,1 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt um 0,6 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,3 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,6 Prozent und für das Jobcenter bei 8,0 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Januar 6.589 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 2.416 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 822 Personen mehr als im Vormonat. 4.798 meldeten sich im Januar bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. 1.031 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 228 Personen weniger als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit zum Jahresstart gestiegen

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Dezember 2019 um 0,6 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent gestiegen. Im Januar waren damit 2.849 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg um 185 Personen gegenüber dem Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage hat zum Jahreswechsel wieder angezogen

Im Januar ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften wieder gestiegen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.304 neue Stellen. Das sind 256 Stellen mehr als im Dezember. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 5.585 offenen Stellen um 10,1 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im Januar insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Unterbeschäftigung leicht gestiegen

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGBIII und SGBII) gelten, weil sie zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.
Wie die Arbeitslosigkeit, so ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat gestiegen. Insgesamt sind im Januar 45.574 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 1.377 Personen mehr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Januar um 1,9 Prozentpunkte auf 73,2 Prozent gestiegen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Berichtsmonat Januar bei 13,9 Prozent (Vorjahr: 13,7 Prozent).