31.03.2020 | Presseinfo Nr. 28

Arbeitsmarkt gerät durch Corona unter Druck

- März-Statistik spiegelt Corona-Auswirkung nicht vollständig wieder
- Arbeitslosenquote bei 10,3 Prozent / 32.704 Arbeitslose in Dortmund 
- Nachfrage von Arbeitskräften stark gesunken
- Massiver Anstieg der Anfragen zur Kurzarbeit

Gravierende Unsicherheiten über die Auswirkungen des Corona-Virus bestimmen die aktuelle Lage am Dortmunder Arbeitsmarkt. Die Einflüsse der Pandemie spiegeln sich aber in den aktuellen Zahlen noch nicht wieder. Grund hierfür sind die bundesweiten, regionalen und lokalen Stichtags-Erhebungen immer zu Mitte des betreffenden Monats. Das war im März, bevor die Ausbreitung des Virus und in der Folge die Maßnahmen der Politik die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben.  Erst der nächste Arbeitsmarktbericht im April kann belastbar die ersten Auswirkungen dokumentieren.
So belief sich im März 2020 die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen auf 32.704. Das sind 458 Menschen oder 1,4 Prozent weniger als vor einem Monat aber 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Sie lag damit 0,2 Prozentpunkte über dem März des Vorjahres.
Bereits zum momentanen Zeitpunkt ist allerdings klar, dass die Ausbreitung des Virus und die Eindämmungsmaßnahmen zu erheblichem Arbeitsausfall führt und führen wird. „Dadurch wird der Dortmunder Arbeitsmarkt unmittelbar beeinträchtigt“, sagt Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund. Der Arbeitsmarkt profitiere in dieser Situation allerdings von seiner in der Vergangenheit erworbenen Robustheit und umfassenden Stützungsmaßnahmen.
Ein detaillierter Ausblick oder eine Prognose für die kommenden Wochen und Monate ist aufgrund der sich nahezu täglich verändernden Rahmenbedingungen sehr schwer. „Klar ist, dass der Arbeitsmarkt in Dortmund angesichts der gravierenden Einschränkungen aber massiv unter Druck geraten wird. Für die weitere Entwicklung spielen die Länge der Eindämmungsmaßnahmen gegen Corona und der Erfolg der Stützungsmaßnahmen eine übergeordnete Rolle“, so die Arbeitsagenturchefin. 
„Was wir bereits jetzt feststellen, ist ein stark steigender Beratungsbedarf in Bezug auf das Thema Kurzarbeitergeld. Täglich erreichen uns Hunderte von Anrufen in Bezug auf Kurzarbeitergeld, aber auch andere Anliegen. Aktuell sind viele Arbeitgeber wie auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verunsichert. Unternehmen und Menschen stehen vor schweren finanziellen, teils existenziellen Herausforderungen. Wir haben unser Personal zusammengezogen und arbeiten unter Hochdruck daran, allen betroffenen Unternehmen und allen betroffenen Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen. Dafür haben wir zudem Wochenendarbeit eingeführt und den Arbeitszeitraum im Homeoffice von 6-22 Uhr erweitert“, erklärt Bettermann und betont zugleich die Wichtigkeit der Kurzarbeit in der aktuellen Situation. In der Regel gelte: Je mehr Kurzarbeit desto weniger Arbeitslosigkeit. „Klar ist aber auch: Kurzarbeit kann viel abfedern, aber nicht alles“, so Bettermann.

Um die Erreichbarkeit zu gewährleisten hat die Agentur für Arbeit Dortmund eine weitere zusätzliche Rufnummer für Notfälle eingerichtet. So ist die Agentur für Arbeit Dortmund für Kundinnen und Kunden, die sich in einer Notlage befinden und dringende Angelegenheiten klären müssen, besser erreichbar.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, kommentiert: „Die Arbeitsmarktdaten im März zeigen ein paradoxes Bild. Aufgrund des statistisch frühen Stichtages sind die Einflüsse der Pandemie auf den Arbeitsmarkt noch nicht abgebildet. Daher hat sich die Arbeitslosigkeit in der Zuständigkeit des Jobcenters bei statistischer Betrachtung bis zur Monatsmitte sehr positiv entwickelt.

Integrationsbemühungen und die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt führten zu einem Rückgang um 270 Arbeitslose im Vergleich zum Vormonat. Insbesondere profitierten ältere und langzeitarbeitslose Menschen. Die Entwicklung nach dem statistischen Stichtag verlief bekanntermaßen der positiven Entwicklung entgegen. Wir registrieren eine vermehrte Antragsstellung und gestiegene Unterstützungsbedarfe. Gegenwärtig können wir die Steigerung noch nicht exakt quantifizieren. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit sehr hoher Einsatzbereitschaft daran, alle Anliegen und Anträge schnell zu bearbeiten, um verlässlich für die Bürgerinnen Bürger in dieser Ausnahmesituation da zu sein.“

Die Rufnummern der Arbeitsagentur lauten (Mo - Fr: 8.00 bis 18.00 Uhr):

Für Arbeitnehmer und Arbeitslose (auch für Arbeitslosmeldungen)
0231 / 842 2288                    
0800 / 4 5555 00

Für Arbeitgeber (auch in Anfragen zum Kurzarbeitergeld)
0231 / 842 1666
0800 / 4 5555 20

Die Rufnummern des Jobcenters lauten:

Für leistungsrechtliche Fragen: 0231 / 842 1177
Bei Fragen rund um die Arbeitsvermittlung: 0231 / 842 1488

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit

Im März wurden 32.704 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.874 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.830 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 458 Personen oder 1,4 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit allerding um 1.138 Personen oder 3,6 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,2 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,1 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,5 Prozent und für das Jobcenter bei 7,9 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im März 6.547 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.852 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Vormonat. 7.034 meldeten sich im März bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. 1.604 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 16,8 Prozent mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent gesunken. Im März waren damit 2.909 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 41 Personen gegenüber dem Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage stark zurückgegangen

Im März ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften gesunken. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.161 neue Stellen. Das sind 371 Stellen oder 24,2 weniger als im Februar. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 5.809 offenen Stellen um 0,6 Prozent niedriger als im Vormonat.

Unterbeschäftigung leicht gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGBIII und SGBII) gelten, weil sie zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Die Unterbeschäftigung ist in diesem Monat leicht gesunken. Insgesamt sind im März 45.756 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 201 Personen oder 0,4 Prozent weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im März um 0,7 Prozentpunkte auf 71,5 Prozent gesunken. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Berichtsmonat März bei 14,0 Prozent (Vorjahr: 13,6 Prozent).

Starker Anstieg bei Kurzarbeit-Anzeigen

Aktuell erreicht die Agentur für Arbeit Dortmund täglich hunderte Anrufe mit Beratungsbedarf wegen des Corona-Virus. Anfragen kommen aus nahezu allen Branchen. Viele betroffene Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, sind das erste Mal überhaupt mit Kurzarbeit konfrontiert und haben entsprechend viele Fragen.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Bundesagentur für Arbeit jedoch noch keine Statistik für die Kurzarbeiter-Zahlen im März auf lokaler Ebene vorlegen. Der Zeitraum, seitdem die wesentlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Kraft getreten sind, ist noch zu kurz für eine gesetzlich gebotene seriöse Statistik. Die ersten Einschätzungen, beruhend auf den Anzeigen, die momentan in den Agenturen eingehen, werden heute, Dienstag, 31.03.2020, um 14 Uhr veröffentlicht.

Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt

Nach den ersten sechs Monaten des Ausbildungsjahres 2019/2020 verbucht die Agentur für Arbeit Dortmund einen leichten Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen ist ebenfalls gesunken. So haben sich seit Oktober 2019 bei der Berufsberatung 3.006 junge Erwachsene als Bewerber für einen Ausbildungsplatz gemeldet. Das sind 291 Jugendliche oder 8,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungs-stellen liegt aktuell bei 3.181. Dies sind im Vorjahresvergleich 22 Stellen oder 0,7 Prozent weniger.

„In diesen außergewöhnlichen Zeiten raten wir dennoch allen Jugendlichen, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen, trotz Corona-Krisenmodus ihre beruflichen Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren und sich mit der Ausbildungsplatzsuche oder Studienwahl weiter zu beschäftigen. Abwarten und den Kopf in den Sand stecken, ist die falsche Reaktion. Unternehmen haben ihre Nachwuchsgewinnung jetzt nicht eingestellt. Unsere Berufsberaterrinnen und Berater stehen zwar nicht für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, sie beantworten aber Fragen und geben Hilfestellung gerne per Telefon oder via Email. Natürlich stehen allen jungen Menschen auch weiterhin rund um die Uhr unsere Online-Informationen und Unterstützungstools zur Verfügung“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Kontaktdaten Berufsberatung

Telefon:              0231 / 842 9860

Email:   
berufsberatung@jbh-do.de
Beratung und Ausbildungsstellenvermittlung für individuelle Fragen

kontakt@jbh-do.de
Hilfen in besonderen Lebenslagen/finanzielle Hilfen

Dortmund.BIZ@Arbeitsagentur.de
Das Berufsinformationszentrum für allgemeine Informationen und Fragen rund um die Medien der B

Online-Angebote

www.planet-beruf.de

Das Portal für den Start in die Ausbildung mit dem Selbsterkundungsprogramm BERUFE-Universum, dem "BERUFE-ENTDECKER", vielen berufskundlichen Informationen sowie einem Bewerbungstraining – und Extra-Seiten für Eltern

www.abi.de      

Informationsportal für Oberstufenschüler/innen rund um berufliche Orientierung, Studium und Ausbildung, auch mit Extra-Seiten für Eltern

www.berufsfeld-info.de              

Berufswelten im Überblick

www.berufe.tv

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit Kurzfilmen zu einzelnen Berufen

www.berufenet.arbeitsagentur.de

Ausführliche Informationen über einzelne Berufe, ihren Werdegang, Vergütung sowie über die jeweiligen Arbeitsmarktchancen.

www.arbeitsagentur.de > Kachel „Schule, Ausbildung, Studium“ > Ausbildungssuche

Guter Fundort für freie Ausbildungsstellen, mit Filtermöglichkeiten

www.regional.planet-beruf.de  bzw. http://regional.abi.de        

Infos zu Ausbildungen, weiterführende Schulen oder Bildungsgängen sowie Studien-möglichkeiten in Dortmund und Umgebung.