31.03.2020 | Presseinfo Nr. 29

Sehr starker Anstieg der Kurzarbeit-Anzeigen in Dortmund

Die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist rasant angestiegen. Das ist das Ergebnis eines ersten Monitorings, bei dem alle Arbeitsagenturen befragt wurden.

Demnach sind im März 2020 (Stand Freitag, 27.03.20) in Dortmund gut 1.700 Anzeigen von Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur eingegangen, bei denen Betriebe nach eigenen Angaben Kurzarbeit als Folge der Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus benennen.

Im Vergleich dazu: Im gesamten Jahr 2019 hinweg hatten in Dortmund insgesamt 40 Unternehmen und Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise, dem Höhepunkt der Nutzung von Kurzarbeitergeld im Jahr 2009, waren es 651 Betriebe. „Damals war vor allem die Industrie von der krisenhaften Entwicklung betroffen. Heute stehen wir vor einer ganz anderen Herausforderung. Angesichts der weitreichenden Beschränkungen des Alltaglebens stehen nicht nur Förderbänder in der Industrie still, auch der Einzelhandel ruht, Läden, Cafés und Frisörsalons sind geschlossen und Bus und Bahn fahren nur eingeschränkt“, erklärt Heike Bettermann, Chefin der Arbeitsagentur Dortmund, die aktuelle Situation. 

Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie das bei der Agentur für Arbeit zunächst anzeigen. Ohne Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wenn tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von 3 Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben, in welcher Branche und wie groß der Arbeitsausfall war.

„Die erste Einschätzung heute ist aber in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen. Sie sagt noch nichts darüber aus, wie viele Dortmunderinnen und Dortmunder tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sind und in welchem Ausmaß. Das werden die nächsten Wochen zeigen. Valide Zahlen hierzu werden wir erst im Frühsommer haben. Aktuell sind Unternehmen und Menschen verunsichert, viele stehen vor schweren finanziellen, teils existenziellen Herausforderungen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten unter Hochdruck daran, alle Anträge schnell und unbürokratisch aufzunehmen und zu bearbeiten. Wir fahren alles hoch, was wir können“, versichert Bettermann und betont zugleich die Wichtigkeit der Kurzarbeit in der aktuellen Situation. In der Regel gelte: Je mehr Kurzarbeit desto weniger Arbeitslosigkeit. „Klar ist aber auch: Kurzarbeit kann viel abfedern, aber nicht alles“, so Bettermann.


Kontaktdaten und weitere Informationen zum Thema Kurzarbeit, den neuen Regelungen und den Beratungsangeboten in Dortmund finden Arbeitgeber finden Sie unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/dortmund/startseite