03.03.2021 | Presseinfo Nr. 15

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2021:

Der Arbeitsmarkt für Frauen hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Pandemie 2020 hat aber auch ihre Spuren hinterlassen und es bleiben weiterhin Baustellen. Die stärkere Berücksichtigung von Frauen insbesondere in technischen Berufen ist ein Rezept gegen den Fachkräftemangel.Der Arbeitsmarkt für Frauen hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Pandemie 2020 hat aber auch ihre Spuren hinterlassen und es bleiben weiterhin Baustellen. Die stärkere Berücksichtigung von Frauen insbesondere in technischen Berufen ist ein Rezept gegen den Fachkräftemangel.

Heike Bettermann, Chefin der Agentur für Arbeit Dortmund:

„In vielen Berufen, in denen wir in Dortmund bereits heute einen Fachkräftemangel sehen, sind deutlich weniger Frauen als Männer beschäftigt. Dabei könnte vor allem in gewerblichen und technischen Berufen eine stärkere Beschäftigung von Frauen diesen Engpässen entgegenwirken. Doch dazu ist die Bereitschaft auf beiden Seiten wesentlich, neue Wege zu gehen. Auf der einen Seite müssen Rahmenbedingen für Frauen attraktiver werden, anderseits müssen sich Bewerberinnen auch Berufen jenseits des traditionellen Rollenbildes öffnen. Klar ist: Für den zukünftigen Arbeitsmarkt ist eine Beschäftigung von Frauen in allen Branchen unverzichtbar.“

Beschäftigungsquote von Frauen steigt weiter

Im Krisenjahr 2020 ist die Beschäftigung von Frauen im Gegensatz zu den Männern leicht zurückgegangen. Von den insgesamt 246.840 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Dortmund sind 113.359 weiblich, dies entspricht einem Anteil von knapp 46 Prozent Frauen. Die meisten hiervon sind – ähnlich wie bei den männlichen Beschäftigten – im Alter von 25 bis unter 55 Jahren. Betrachtet man die Beschäftigung nach dem Anforderungsniveau, liegt der Schwerpunkt mit gut 60 Prozent bei der Fachkraft. Bei den Männern werden hier knapp zehn Prozent weniger gezählt. Insgesamt hat sich die Beschäftigungsquote für Frauen aber weiter erhöht. 2020 lag sie bei 50,6 Prozent – ein Anstieg zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte.

Frauen arbeiten mehr in Teilzeit

Die größten Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt lassen sich jedoch immer noch bei der Arbeitszeit erkennen. Während 86,1 Prozent der Männer Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen nur 53,8 Prozent. Auch die gewünschte Arbeitszeit der arbeitslosen Männer und Frauen weist erhebliche Unterschiede auf. Während sich 62,0 Prozent der Frauen Vollzeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen sind es bei den Männern gut 90 Prozent. Dies lässt den Schluss zu, dass immer noch deutlich mehr Frauen als Männer wegen der Kinderbetreuung oder auch der Pflege von Angehörigen nicht in Vollzeit arbeiten können und ihre Erwerbstätigkeiten auch mehr Unterbrechungen aufweisen. In Folge dessen profitieren sie seltener von Gehaltssteigerungen, die an Betriebszugehörigkeiten gebunden sind. All dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Höhe des Gehaltes, sondern auch auf die Renten von Frauen.

Kein Technischer Beruf unter den Top Ten

Viele Frauen arbeiten im Einzelhandel, in Sozial- und Gesundheitsberufen sowie in Dienstleistungs- und Büroberufen. Frauen sind in MINT-Berufen deutlich unterrepräsentiert. Zu den MINT-Berufen zählen technische, informationstechnische und naturwissenschaftliche Berufe. Während rund ein Drittel der sozialversicherungspflichtig-beschäftigten Männer in MINT Berufen tätig ist, arbeitet weniger als jede zehnte Frau in diesen Berufsfeldern. Auch liegt der Schwerpunkt der weiblichen Auszubildenden und Studierenden auf wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Ausbildungsgängen bzw. Studienfächern.  MINT-Ausbildungen sind weiherhin Männerdomäne. Dabei bieten genau diese Berufsfelder attraktive Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. Der Wirtschaft fällt es hier zunehmend schwerer, Nachwuchs und Arbeitskräfte zu finden.

Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer

Frauen erzielen am Arbeitsmarkt ein niedrigeres Entgelt als Männer. Auch wenn die Lücke im vergangenen Jahr kleiner geworden ist, verdienen Frauen im Vergleich zu Männern im Durchschnitt in Dortmund 389 € weniger. Das Medianentgelt 2019 beträgt bei Männern 3.669, bei Frauen 3.280€. Zudem arbeiten Frauen verstärkt im unteren Entgeltbereich, das heißt, fast jede vierte Dortmunderin hat weniger als 2.200 Euro zur Verfügung.