30.09.2020 | Presseinfo Nr. 54

Arbeitsmarkt in Dortmund September 2020

Arbeitslosenquote sinkt auf 11,9 Prozent
Knapp 1.000 Arbeitslose weniger als im August
37.881 Arbeitslose in Dortmund
Mehr Menschen finden Arbeit
Jugendarbeitslosigkeit geht zurück

Auswirkungen von COVID-19 sind auf den Dortmunder Arbeitsmarkt im September kaum sichtbar. Im Gegenteil, die saisonale Herbstbelebung führte im September erstmalig seit Monaten wieder zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Sie sank im Vergleich zum Vormonat um 947 Personen auf 37.881. Die Arbeitslosenquote für alle bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sank um 0,3 Prozentpunkte auf 11,9 Prozent. Zudem sorgte der saisontypische Auftrieb durch den Beginn von Ausbildungen in Schulen und Betrieben für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen. Diese ging um 5,4 Prozent oder 207 Personen zurück.

„Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass die Dortmunder Wirtschaft Schritt für Schrittwieder anspringt und damit mehr Menschen Arbeit finden, Einstellungsverfahren verstärkt aufgenommen werden und wir auch die berufliche Förderung und Qualifizierung in den vergangenen Wochen wieder verstärkt in Angriff nehmen konnten. Nicht nur deutlich mehr Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit zugunsten einer Beschäftigung beenden, auch meldeten sich weniger Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos – beide Tendenzen sind deutlich positive Signale nach der langen Durststrecke der letzten Monate“, kommentiert Sebastian Unkhoff, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund, die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt.

„Von der Normalität sind wir trotz der sich langsam stabilisierenden Lage am Dortmunder Arbeitsmarkt mit rund 5.500 mehr Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr, aber nach wie vor weit entfernt. Wir müssen realistisch bleiben. In vielen Branchen wird es lange brauchen, um die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen. Das Thema Kurzarbeit wird uns noch lange begleiten. Wir werden aber alles dafür tun, um die Vermittlung in Arbeit weiter hochzufahren“, so der Arbeitsmarktexperte.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin im Jobcenter Dortmund, kommentiert: „Wir erleben gerade die klassische Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Die Gesamtlage normalisiert sich in vielen Branchen zunehmend. Daher besetzen zahlreiche Unternehmen wieder mehr offene Stellenangebote. In der Zuständigkeit des Jobcenters verzeichnen wir im September 393 arbeitslose Menschen weniger als noch im August.  Insbesondere, weil mit 891 Personen wieder deutlich mehr Menschen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen haben und weil mit 1.221 Personen wieder deutlich mehr Menschen in eine Berufsausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme einmünden konnten.“

Arbeitslosigkeit entwickelt sich saisontypisch

Im September wurden 37.881 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.388 Personen bei der Arbeitsagentur und 27.493 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 947 Personen oder 2,4 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,3 Prozentpunkte auf 11,9 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,3 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 3,3 Prozent und für das Jobcenter bei 8,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im September 4.782 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 163 Personen oder 3,3 Prozent weniger als im Vormonat. 5.768 Personen meldeten sich im September bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Das sind 1.322 Menschen oder 29,7 Prozent mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit geht zurück 

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum August um 0,7 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent gesunken. Im September waren damit 3.592 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 207 Personen oder 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Viele Jugendliche, die nach Beendigung ihrer Ausbildung in eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit geraten sind, konnten nun als begehrte Fachkraft den Weg zurück in Arbeit finden. Auch der Schul- und Ausbildungsstart im September haben sich positiv auf die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit ausgewirkt.

Arbeitskräftenachfrage leicht sinkend

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen, aktuell hat sie sich auf einem niedrigen Niveau zwar stabilisiert, ist im September allerdings im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. So wurden der Agentur für Arbeit im aktuellen Berichtsmonat 959 neue Stellen gemeldet. Das sind 126 Stellen weniger als im August und im Vergleich 610 Stellenmeldungen weniger als im September 2020. Der aktuelle Stellenbestand liegt mit 4.846 offenen Stellen im Vergleich zum Vormonat um 182 Stellen höher, im Vergleich zum Vorjahr um 32,4 Prozent niedriger. Der Rückgang bei den Stellenangeboten trifft nahezu alle Branchen, besonders stark aber die Logistik- und Lagerbetriebe sowie das Gastgewerbe. Im Bereich Verkehr und Lagerei wurden vor 12 Monaten 394 Stellen angeboten, in diesem Jahr waren es im September nur 149 – ein Minus von 62 Prozent. Im Gastgewerbe ging die Zahl der gemeldeten Stellen um 65 Prozent zurück. Doch auch im verarbeitenden Gewerbe hinterlässt die Pandemie ihre Spuren. Vor einem Jahr waren hier 30 Prozent mehr Stellen angeboten, aktuell sind der Agentur für Arbeit 123 freie Stellen gemeldet.

Unterbeschäftigung gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGBIII und SGBII) gelten, weil sie zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Die Unterbeschäftigung ist in diesem Monat gesunken. Insgesamt sind im September 48.554 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 647 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im September um 0,9 Prozentpunkte auf 78,0 Prozent gesunken.

Angezeigte Kurzarbeit weiter rückläufig

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde im September für 56 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Betriebe, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg im März und April weiter zurück. Nahezu alle Branchen sind gleichzeitig von Kurzarbeit betroffen. Umfänglich sind allerdings das Gastgewerbe sowie der Handel von Kurzarbeit am stärksten betroffen.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Mai zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Mai für 26.993 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 3.290 Dortmunder Betrieben konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit gehen die Zahlen erstmalig seit dem Corona Ausbruch im März wieder zurück. Im April nahmen 38.034 Personen in 3.777 Betrieben in Anspruch.

SAVE THE DATE

Terminhinweis Bilanz Ausbildungsmarkt Dortmund

Am 30. September endet offiziell das Ausbildungsjahr 2019/2020. Die Corona-Pandemie hatte den Ausbildungsmarkt im Frühjahr zwischenzeitlich ziemlich ausgebremst. Durch den Lockdown wurden die Auswahlverfahren um Ausbildungsplätze erschwert, neue Wege und Formate mussten erst entwickelt werden. Inzwischen wurden viele Beschränkungen aufgehoben, die Betriebe haben sich größtenteils auf die neue Situation eingestellt. Deshalb können sie sich jetzt, später als sonst üblich, wieder um die Suche nach passenden Auszubildenden kümmern. Insgesamt hinkt der Ausbildungsmarkt etwa sechs bis acht Wochen hinterher

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Agentur für Arbeit Dortmund, der Industrie- und Handelskammer Dortmund, der Handwerkskammer Dortmund, sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dortmund, möchten wir Ihnen daher in diesem Jahr, etwas später als in den Vorjahren üblich, am

03. Dezember 2020 um 14.00 Uhr

die wichtigsten Eckdaten vorstellen und über aktuelle Entwicklungen am Ausbildungsmarkt sprechen.