29.08.2019 | Presseinfo Nr. 56

Dortmunder Ausbildungsmarkt August 2019 - Da geht noch was.

Zum offiziellen Ausbildungsstart rät die Agentur für Arbeit allen, die noch keinen Ausbildungsvertrag haben, nicht aufzugeben. Die Wirtschaft braucht gut ausgebildete Fachkräfte und sucht noch Azubis. Es gibt noch Chancen und Möglichkeiten. Schneller Kontakt zur Berufsberatung im Jugendberufshaus Dortmund ist wichtig.
 

Während für viele junge Menschen zum ersten August bereits ein neuer Lebensabschnitt begann, sehen sich andere noch ohne berufliche Perspektive nach der Schule.

„Auch nach dem Ausbildungsstart Anfang September ist es noch nicht zu spät, um mit einer Berufsausbildung zu beginnen. Unsere Berufsberatung arbeitet mit Hochdruck daran, Bewerberinnen und Bewerber und freie Ausbildungsplätze zusammenzubringen. Arbeitgeber, die ihren passenden Azubi noch nicht gefunden haben oder denen er kurzfristig wieder abgesprungen ist, sollten jetzt auch Bewerber, die in ihrer Entwicklung noch Unterstützung brauchen, verstärkt in den Blick nehmen. Die Unterstützung reicht von finanziell geförderten Langzeitpraktika oder Einstiegsqualifizierungen über ausbildungsbegleitende Förderangebote bis hin zur assistierten Ausbildung, in denen Coaches Betrieb und Azubi durch die Ausbildung begleiten. Voraussetzung ist die schnelle Kontaktaufnahme zu unseren Berufsberatern oder dem Arbeitgeber-Service.“

„Möglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt gibt es auch jetzt noch und keiner sollte bereits die Flinte ins Korn werfen!“ so Heike Bettermann, Dortmunder Arbeitsagenturchefin.

Die Erfahrung zeigt, dass gerade in den letzten Wochen vor Ausbildungsbeginn und auch danach, viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt ist. Zum einen laufen die Vermittlungsaktionen der Berufsberatung kurz vor Toresschluss weiter auf Hochtouren. Zum anderen ist Nichts in Stein gemeißelt. So kommt es immer wieder vor, dass kurz nach Ausbildungsbeginn Verträge wieder gelöst werden. „Die Gründe sind vielfältig“, so Bettermann. „Die Praxis zeigt schnell, in wie weit ein Beruf zu einem passt oder nicht. Manchmal ist es aber auch einfach nur die Chemie, die nicht stimmt. Verwerflich ist das nicht und kommt jedes Jahr immer wieder vor. Dann werden die Karten neu gemischt und unerwartete, neue Chancen tun sich auf.“

Und wer nicht gleich vor Ort fündig wird, sollte, so die Empfehlung der Arbeitsagentur, auch einen Blick auf das Angebot über die Stadtgrenzen hinaus werfen. Durch die gute Vernetzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist das Ruhrgebiet ein guter Dreh- und Angelpunkt. Wohn- und Ausbildungsort müssen nicht unbedingt übereinstimmen.

In der Stadt Dortmund bieten sich aktuell noch Ausbildungsmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich der Gesundheits- und Pflegebranche, im Einzelhandel sowohl im kaufmännischen Bereich als auch im Verkauf. Viele Chancen gibt es noch im Bau- und Bauausbaugewerbe, hier seien der/die Bodenleger/in, Dachdecker/in, Gerüstbauer/in, Glaser/in, Maler/in oder Maurer/in genannt. Auch als Koch/Köchin, Hörakustiker/in oder im Beruf des/der Fachinformatiker/in in verschiedenen Fachrichtungen kann man seinen beruflichen Einstieg noch dieses Jahr starten. 

Kontaktmöglichkeiten                                                          

Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, sollten in jedem Fall einen Termin bei der Berufsberatung vereinbaren oder einfach zu unseren Öffnungszeiten vorbeischauen.

Hotline: (0231) 842-9800 (zum Ortstarif) oder

  0800 4 555500 (gebührenfrei)

E-Mail: Dormund.Jugendberufshaus@arbeitsagentur.de

Online: https://jugendberufshaus-dortmund.de/

Unternehmen, die einen freien Ausbildungsplatz haben, erreichen ihren persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service:

Hotline: 0800 4 5555 20 (gebührenfrei)

E-Mail:  Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de  

Weitere Informationen: www.dortmund-jugendberufshaus.de

Das A und O beim Endspurt um einen Ausbildungsplatz ist der schnelle Kontakt zur Berufsberatung. Neben persönlichen Beratungsgesprächen finden in den kommenden Wochen auch noch einige Vermittlungsbörsen statt um Bewerber und Betriebe zusammenzuführen.

Unterstützungsangebote der Arbeitsagentur

Wenn es mit einer betrieblichen Ausbildungsstelle in diesem Jahr nicht geklappt hat, bietet die Einstiegsqualifizierung (EQ) eine gute Alternative und kann später die Brücke in die erfolgreiche Berufsausbildung sein. Die EQ beinhaltet ein betriebliches Langzeitpraktikum von mindestens 6 bis maximal 12 Monaten. Dabei wird eine Übernahme in Ausbildung angestrebt.

EQ dient der Ermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit. Arbeitgeber lernen zukünftige Auszubildende und deren Leistungsfähigkeit in der betrieblichen Praxis kennen. Auf der anderen Seite können die Jugendlichen den Beruf als auch das Unternehmen intensiv kennenlernen und prüfen, ob er gefällt und zu einem passt.

Mit einer Übergangsquote in betriebliche Ausbildung von rund 80% (in Dortmund) hat sich EQ in den vergangenen Jahren als ein sehr erfolgreiches Instrument zur beruflichen Integration junger Menschen und zur Stabilisierung und Ausweitung betrieblicher Berufsausbildung erwiesen. Im vergangen Jahr haben rund 200 junge Menschen an einer EQ in Dortmund teilgenommen.

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels wird es immer wichtiger, Jugendlichen mit Defiziten in der Ausbildung frühzeitig Unterstützung anzubieten und auch die Betriebe nicht alleine zu lassen und sie bei der Ausbildung zu stützen. Mit der Assistierten Ausbildung und ausbildungsbegleitenden Hilfen hat die Agentur für Arbeit gleich zwei Förderangebote.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) haben das Ziel, die Ausbildung zu unterstützen. Sie sind eine kostenlose Nachhilfe in den fachlichen Themen der Ausbildung und den Fächern der Berufsschule, bieten aber auch eine Unterstützung bei praktischen oder sozialen Problemen. Zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen wird der Lernstoff der Berufsschulausbildung in kleinen Gruppen aufgearbeitet. Zudem besteht die Möglichkeit der individuellen Förderung z.B. durch Sprachunterricht. Bei Problemen im Ausbildungsbetrieb hilft die Sozialpädagogische Begleitung weiter. Der Zeitaufwand für eine abH orientiert sich am individuellen Bedarf und beträgt drei bis acht Unterrichtsstunden pro Woche. Ausbildungsbetrieb und Berufsschule stimmen sich ab und dann wird ein individuelles, auf die Bedürfnisse des jungen Menschen ausgerichtetes Hilfspaket geschnürt. Ausbildungsbegleitende Hilfen können zu Beginn oder jederzeit während der Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung gewährt werden. Die Teilnahme ist immer kostenfrei.

Ziel der Assistierten Ausbildung ist es, Jugendliche in Betrieben während der gesamten Ausbildung zu unterstützen und zu begleiten. Gleichzeitig kann der Betrieb organisatorische und administrative Unterstützung bei der Durchführung der Ausbildung erhalten. Bei regelmäßigen Gesprächen im Unternehmen können Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und entsprechend reagiert werden. Die Unterstützung ist auf die jeweiligen Bedürfnisse des Betriebes ausgerichtet. Dabei reicht das Angebot von der Erstellung eines Ausbildungsplanes über das Coaching von Auszubildenden bis hin zur Unterstützung einzelner Ausbildungsbausteine im Unternehmen. Auch die Jugendlichen werden direkt unterstützt. Hilfen für die Auszubildenden können beispielsweise Krisenintervention, Konfliktbewältigung, Alltagshilfen, Sprachförderung, Stütz- und Förderunterricht sowie Prüfungsvorbereitung sein.

Assistierte Ausbildung ist kein Sonderweg, sondern begleitet eine ganz normale betriebliche Ausbildung. Die Ausbildungsverantwortung bleibt beim Betrieb. Die Auszubildenden schließen einen Ausbildungsvertrag und erhalten reguläre Vergütung durch den Betrieb.

Zu den aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt*

Seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2018 baten insgesamt 4.199 Jugendliche im Jugendberufshaus um eine Vermittlungsunterstützung. Das sind 193 Bewerber (4,4 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Ende August waren davon noch 842 ohne Zusage. Weitere 584 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an einer dualen Ausbildung interessiert. Dem stehen aktuell 783 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber. Insgesamt meldeten Dortmunder Unternehmen im laufenden Berichtsjahr 3.804 betriebliche Berufsausbildungsstellen, das sind 6 weniger als vor einem Jahr.

* Statistik der Bundesagentur für Arbeit, August 2019