02.03.2021 | Presseinfo Nr. 14

Arbeitsmarkt in Dortmund Februar 2021

- Arbeitslosigkeit steigt leicht auf 12,1 Prozent
- Knapp 500 Langzeitarbeitslose mehr als im Vormonat
- Kurzarbeit sichert Beschäftigung
- Arbeitskräftenachfrage weiter auf niedrigem Niveau

Obwohl aufgrund der anhaltenden Eindämmungsmaßnahmen das wirtschaftliche Leben in den Unternehmen und Betrieben massiv eingeschränkt ist, sind die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt noch verhältnismäßig moderat. Auch wenn Dortmund in den vergangenen zwei Jahren im Februar leicht rückläufige Zahlen zu verzeichnen hatte, so liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr mit einem Plus von 0,7 Prozent im Rahmen einer saisontypischen Entwicklung. Insgesamt zählt die Agentur für Arbeit Dortmund aktuell 38.552 arbeitslose Personen.

„Wir befinden uns noch immer inmitten der Pandemie, die Folgen des Lockdowns lassen sich an den wenigen Meldungen freier Stellen ablesen sowie an der geringen Zahl von Menschen, die einen neuen Arbeitsplatz finden konnten. Auch wenn diese leicht zum Vormonat gestiegen ist und somit erste Schritte einer Frühjahrsbelebung zu erkennen sind, fallen diese pandemiebedingt deutlich schwächer aus als in vergangenen Jahren. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin wenig aufnahmefähig, die Unternehmen stellen kaum neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, nutzen aber sehr wohl die Möglichkeit verkürzt arbeiten zu können, um möglichst niemanden entlassen zu müssen. Viele Arbeitsplätze werden aktuell durch Kurzarbeit gesichert“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die aktuelle Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Die nächsten Wochen werden sehr entscheidend sein für die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Wir brauchen dringend die saisonübliche Frühjahrsbelebung, aber die bekommen wir nur, wenn die pandemiebedingten Einschränkungen aufgehoben sind und die Unternehmen wieder etwas Planungssicherheit zurückbekommen. Für viele Menschen werden die nächsten Wochen nicht leicht, doch die Agentur für Arbeit hat viele Förderangebote, wir werden alles tun, um die Menschen zu unterstützen und ihnen eine neue berufliche Perspektive zu eröffnen“, so Bettermann.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin im Jobcenter Dortmund, kommentiert: „In der Zuständigkeit des Jobcenters verzeichnen wir im Februar 422 Menschen im Vergleich zum Vormonat mehr, die arbeitslos sind. Deutlich ist insbesondere der Anstieg der Langzeitarbeitslosen um 499 Personen.

Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zu einem sind aufgrund der Pandemie deutlich weniger Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme gegeben, wodurch sich die Verweildauer der Menschen in der Zuständigkeit des Jobcenters erhöht. Und zum anderen können pandemiebedingt viele unserer Kundinnen und Kunden gegenwärtig nicht an arbeitsmarktlichen Maßnahmen teilnehmen, weil manche Maßnahmen nicht oder aufgrund der Hygieneauflagen nur mit verringerter Teilnehmerzahl oder in anderer Form angeboten werden.

Diese Entwicklungstendenz steigender Langzeitarbeitslosigkeitswerte zeigt sich in vergleichbarer Weise im gesamten Ruhrgebiet. Sollten die in Aussicht gestellten Lockerungen im Kontext der Pandemie kommen, werden diese zu einer leichten Belebung des Arbeitsmarktes führen, von der dann auch Kundinnen und Kunden des Jobcenters wieder vermehrt durch Arbeitsaufnahmen profitieren können.“

Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Februar wurden 38.552 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.135 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.417 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 279 Personen oder 0,7 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 12,1 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 10,5 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 3,2 Prozent und für das Jobcenter bei 8,9 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Februar 4.701 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.532 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 675 Personen weniger als im Vormonat. 4.449 meldeten sich im Februar bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. 1.221 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 241 Menschen mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit leicht gestiegen

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Januar um 0,6 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent gestiegen. Im Februar waren damit 3.337 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg um 184 Personen oder 5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Zurückzuführen ist der Anstieg unter anderem auf eine Vielzahl junger Fachkräfte, die sich aufgrund dem Ende der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen zunächst arbeitslos melden mussten, weil sie in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden.

Stellenmeldungen leicht steigend, aber auf sehr niedrigem Niveau

Auswirkungen der Pandemie zeigen sich deutlich bei der Arbeitskräftenachfrage. Zwar stieg, wie für das Frühjahr zu erwarten, war die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Vergleich zum Januar leicht an, doch waren das rund die Hälfte weniger als im Februar des Vorjahres. So wurden der Agentur für Arbeit im aktuellen Berichtsmonat 748 neue Stellen gemeldet. Das sind 99 mehr als im Januar. Der aktuelle Stellenbestand liegt mit 2.921 offenen Stellen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Er liegt um 4,5 Prozent höher als im Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr aber um rund 50,0 Prozent niedriger.

Die Stellenmeldungen in der Arbeitnehmerüberlassung gelten als ein Frühindikator für die konjunkturelle Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In der Frühphase eines Aufschwungs steigt in der Regel die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern an - in Abschwungphasen nimmt sie ab, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung folgt in der Regel diesem Trend. Aktuell liegt der Bestand offener Stellen in der Zeitarbeit auf sehr niedrigem Niveau, ist aber von Januar auf Februar leicht gestiegen.

Neben der Zeitarbeit verzeichnet auch das Verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe und das Gesundheits- und Sozialwesen wachsende Stellenmeldungen im Februar.

Der Vergleich mit dem Vorjahr legt jedoch die tiefen Spuren der Pandemie offen. Im Handel wurden vor 12 Monaten 611 offene Stellen angeboten, in diesem Jahr waren es im Februar nur 387 – ein Minus von knapp 37 Prozent. Im Gastgewerbe ging die Zahl der gemeldeten Stellen um rund 70 Prozent zurück, im verarbeitenden Gewerbe um gut die Hälfte.

Unterbeschäftigung leicht gestiegen

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGBIII und SGBII) gelten, weil sie zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit, so ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat leicht gestiegen. Insgesamt sind im Januar 49.262 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 316 Personen mehr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Februar auf 78,3 Prozent gestiegen. Ähnlich verhält es sich mit der Unterbeschäftigungsquote, sie stieg im Berichtsmonat auf 15,0 Prozent (Vorjahr: 14,1 Prozent)

Angezeigte Kurzarbeit im Februar weiter rückläufig

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde im Februar in 316 Betrieben konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit sinkt die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird im Vergleich zum Vormonat. Für insgesamt 2.327 Personen wurde im Februar Kurzarbeit angezeigt. Im Januar waren es gut 4.000 Männer und Frauen. Nahezu alle Branchen sind gleichzeitig von Kurzarbeit betroffen. Umfänglich sind allerdings das Gastgewerbe sowie der Handel von Kurzarbeit am stärksten betroffen.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Oktober zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Oktober für 10.285 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 1.500 Dortmunder Betrieben konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit sind die Zahlen weiter rückläufig. Im September nahmen 11.362 Personen in 1.601 Betrieben Kurzarbeit in Anspruch. Der vorläufige Höchststand wurde bisher im April 2020 mit knapp 38.000 Kurzarbeitenden verzeichnet.

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