31.03.2021 | Presseinfo Nr. 22

Arbeitsmarkt in Dortmund März 2021

- Gut 300 weniger Arbeitslose als im Februar
- Arbeitslosigkeit sinkt auf 12,0 Prozent
- Kurzarbeit sichert Beschäftigung
- Arbeitskräftenachfrage weiter auf niedrigem Niveau

Der Dortmunder Arbeitsmarkt hält dem Lockdown weiter stand und wartet zum Frühlingsbeginn mit leicht sinkender Arbeitslosigkeit auf. Wie in den Jahren vor der Pandemie für einen März üblich, meldeten sich weniger Menschen arbeitslos. Auch fanden wieder mehr Frauen und Männer eine neue Arbeit als noch im Februar. Dennoch: die diesjährige Frühjahrsbelebung wird von der Pandemie merklich ausgebremst. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,8 Prozentpunkte liegt deutlich unter den Werten der Vorjahre.

Auch wenn rund 1.600 Personen im letzten Monat eine neue Stelle gefunden haben, waren das knapp 14 Prozent oder fast 260 Menschen weniger als vor einem Jahr. Zugleich wurden im März gut ein Viertel weniger Stellen gemeldet, als dies in den vergangenen Jahren zu dieser Jahresszeit üblicherweise der Fall ist. Pandemiebedingt sind die Chancen für Arbeitslose aktuell deutlich geringer, eine neue Stelle zu finden.

„Wir sehen eine beginnende Frühjahrsbelebung, doch diese fällt als Auswirkung der Pandemie deutlich schwächer aus als in den vergangenen Jahren. Wir zählen derzeit immer noch rund 5.500 arbeitslose Menschen mehr als vor einem Jahr. Viele Menschen insbesondere aus dem Gastgewerbe, aus der Tourismusbranche, aber auch der Leiharbeit oder dem verarbeitenden Gewerbe haben ihre Arbeit in der Pandemie verloren. Die Kurzarbeit hat viel aufgefangen, aber eben nicht alles“, kommentiert Sebastian Unkhoff, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund, die aktuelle Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Auch, wenn sich der Arbeitsmarkt weiter sehr robust zeigt - Wir sind noch immer im Krisenmodus. Für viele Menschen werden die nächsten Wochen nicht leicht. Doch wir haben gute Förderangebote. Obwohl Bildungsträger ihre Angebote auch auf alternative digitale Durchführungsformate umgestellt haben, fällt es auch weiterhin in Zeiten der Pandemie schwerer, allen Menschen mit Qualifizierungsbedarfen entsprechende Unterstützung zu bieten. Wir setzen aber alles daran, den Men-schen wieder eine neue berufliche Perspektive zu eröffnen. Für alle, die sich weiterbilden wollen, finden wir das passende Angebot“, so Unkhoff.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin im Jobcenter Dortmund, kommentiert: „Auch wenn mit 250 mehr arbeitslosen Menschen die Frühjahrsbelebung im Jobcenter eher moderat ausfällt, sind auch positive Signale am Arbeitsmarkt erkennbar. So haben sich bei uns im Vergleich zum Vormonat weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Auf der anderen Seite konnten mehr Kundinnen und Kundinnen wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen als in den vergangenen Monaten. Dennoch reichen diese Arbeitsaufnahmen nicht aus, um den Trend der steigenden Langzeitarbeitslosigkeit zu stoppen. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Langzeitarbeitslosen krisenbedingt auf 16.456 erhöht, da es in den letzten Monaten insbesondere an Möglichkeiten zur Einmündungen in den Arbeitsmarkt gefehlt hat. Wir nutzen die Zeit des Lockdowns intensiv, um die Chancen unserer Kundinnen und Kunden mit arbeitsmarktlichen Programmen zur Aktivierung und Qualifizierung für das Anspringen der Arbeitskräftenachfrage zu verbessern. Inzwischen werden viele Formate auch als digital angeboten und können ungehindert der Pandemie genutzt werden.“

Arbeitsmarkt bleibt robust - Abgeschwächte Frühjahrsbelebung

Im März wurden 38.248 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9.584 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.664 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 304 Personen oder 0,8 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent. Im Vergleich: im Vorjahr betrug die Quote 10,3 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 3,0 Prozent und für das Jobcenter bei 9,0 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr ist durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Februar 4.244 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.552 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 195 Personen weniger als im Vormonat. 4.584 meldeten sich im Februar bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.626 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 246 Menschen mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit erstmalig in 2021 leicht gesunken

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Februar um 0,1 Prozentpunkte auf 10,0 Prozent gesunken. Im März waren damit 3.311 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 26 Personen oder 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Stellenmeldungen leicht steigend, aber auf sehr niedrigem Niveau

Auswirkungen der Pandemie zeigen sich deutlich bei der Arbeitskräftenachfrage. Zwar stieg, wie für das Frühjahr zu erwarten, die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Vergleich zum Februar leicht an, doch waren das gut ein Viertel weniger als im März des Vorjahres (vor Ausbruch der Pandemie). So wurden der Agentur für Arbeit im aktuellen Berichtsmonat 838 neue Stellen gemeldet. Das sind 90 mehr als im Februar. Der aktuelle Stellenbestand liegt mit 3.073 offenen Stellen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Er liegt um 5,2 Prozent höher als im Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr aber um rund 47,0 Prozent niedriger.

Die Stellenmeldungen in der Arbeitnehmerüberlassung gelten als ein Frühindikator für die konjunkturelle Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In der Frühphase eines Aufschwungs steigt in der Regel die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern an - in Abschwungphasen nimmt sie ab. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung folgt in der Regel diesem Trend. Aktuell liegt der Bestand offener Stellen in der Zeitarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau, ist aber von Februar auf März wieder leicht gestiegen.

Neben der Zeitarbeit verzeichnete in Dortmund auch technische Dienstleistungen, aber auch der Handel und das Gastgewerbe wachsende Stellenmeldungen im März. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind die Spuren der Pandemie jedoch deutlich sichtbar. Im Handel wurden vor 12 Monaten noch 600 offene Stellen angeboten, in diesem Jahr waren es im März hingegen lediglich 413 – ein Minus von knapp 32 Prozent. Im Gastgewerbe ging die Zahl der gemeldeten Stellen sogar um rund 60 Prozent zurück, im verarbeitenden Gewerbe um gut die Hälfte.

Unterbeschäftigung leicht gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat leicht gesunken. Insgesamt sind im März 48.984 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 258 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im März um 0,2 Prozent auf 78,1 Prozent geringfügig gesunken. Ähnlich verhält es sich mit der Unterbeschäftigungsquote: sie sank im Berichtsmonat um 0,1 Prozent auf 14,9 Prozent (Vorjahr: 14,0 Prozent)

Anzeigen von Kurzarbeitergeld sinken weiter

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Hochrechnungen zu geprüften Anzeigen im März haben 107 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im Februar lag die Zahl noch etwa dreimal so hoch bei 333 Anzeigen. Auch die Anzahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, ging im Vergleich zum Vormonat von 3.094 auf 591 signifikant zurück. Im Vergleich: im Pandemieausburchsmonat März vor einem Jahr wurde für 16.045 Männer und Frauen Kurzarbeit angezeigt. Besonders im Handel, das Verarbeitenden Gewerbe und die Baubranche, die in den Vormonaten stark von Kurzarbeit betroffen waren, gingen die Anzeigen im Vergleich zum Vormonat zurück.

Die Daten über die tatsächlich realisierte, d. h. in Anspruch genommene, Kurzarbeit, werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Oktober 2020 zur Verfügung. So nahmen im September 1.608 Betriebe für 11.448 Dortmunderinnen und Dortmunder konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch. Damit sind die Zahlen weiter rückläufig. Im August 2020 wurde an 13.172 Personen in 1.608 Betrieben Kurzarbeit ausgezahlt. Den vorläufigen Höchststand erreichte die Kurzarbeit in Dortmund bisher im April 2020, wo knapp 37.816 Menschen in Kurzarbeit beschäftigt waren.

Halbjahresbilanz Ausbildungsmarkt: sinkende Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern, aber mehr Ausbildungsstellen

Nach den ersten sechs Monaten des Ausbildungsjahres 2020/2021 verbucht die Agentur für Arbeit Dortmund einen leichten Zugang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der von den Dortmunder Betrieben gemeldeten Ausbildungsstellen liegt aktuell bei 3.237. Dies sind im Vorjahresvergleich 35 Stellen oder 1,1 Prozent mehr. Die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach einer Berufsausbildungsstelle ist hingegen gesunken. So haben sich seit Oktober 2020 bei der Berufsberatung 2.865 junge Erwachsene als Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz gemeldet. Das sind 141 Personen oder 4,7 Prozent weniger als im März des Vorjahres.

Im Frühjahr ist der Ausbildungsmarkt eigentlich stark in Bewegung. Die Besetzung freier Stellen findet oft im Laufe des ersten Halbjahres statt. Dieses Jahr erschwert die Corona Pandemie jedoch die Vermittlung. Der anhaltende Lockdown schränkt die persönliche Beratung junger Menschen stark ein. Es finden keine größeren Veranstaltungen und Messen zur Berufsorientierung persönlich statt. Bislang sind auch viele Praktika ausgefallen, die Jugendlichen und Unternehmen oft helfen, sich gegenseitig kennenzulernen. Nicht alle Kontakte und Gespräche können über Telefon oder digitale Zugänge ersetzt werden. „Abwarten und zuhause hocken bleiben ist aber immer die falsche Reaktion. Wir appellieren an die Jugendlichen, sich jetzt zu orientieren und zu entscheiden. Hier stehen die Beratungskräfte Jugendberufshaus Dortmund mit Rat und Tat zur Seite. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz noch in diesem Jahr sind gut. Fachkräfte werden in den nächsten Jahren dringend gebraucht. Die Unternehmen müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren und bei der Ausbildung aktiv bleiben. Wer jetzt nicht für seinen eigenen Fachkräftenachwuchs sorgt, wird vielleicht am Ende der Pandemie keine Fachkräfte mehr finden. Der Fachkräftemangel darf uns nicht in die nächste Krise führen“, kommentiert Sebastian Unkhoff, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund die Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Kontaktdaten Berufsberatung

Telefon: 0231 / 842 9860

E-Mail: berufsberatung@jbh-do.de
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