29.04.2021 | Presseinfo Nr. 30

Arbeitsmarkt in Dortmund April 2021

- 340 weniger Arbeitslose als im März
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt unter die Zehn-Prozent-Marke
- Arbeitslosenquote liegt bei 11,9 Prozent
- Kurzarbeit stabilisiert
- Arbeitskräftenachfrage weiter auf niedrigem Niveau

Trotz Pandemie und dem damit einhergehenden Lockdown ist die Arbeitslosigkeit im April weiter gesunken. Dank der für diese Jahreszeit typischen saisonalen Frühjahrsbelebung ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in Dortmund um 340 oder 0,9 Prozent auf aktuell 37.908 zurückgegangen.

„Trotzdem hat uns die Coronakrise noch immer fest im Griff und die Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt maßgeblich. Profitiert von der positiven Entwicklung im Frühjahr haben insbesondere junge Menschen unter 25 Jahren. Viele junge Menschen, die gerade ihre duale Berufsausbildung abgeschlossen haben, konnten nach kurzer Arbeitslosigkeit eine neue Anstellung finden. Sorgen bereitet mir dagegen vor allem die wachsende Zahl der Langzeitarbeitslosen. Weil die Arbeitskräftenachfrage noch sehr gering ist, steigt das Risiko langzeitarbeitslos zu werden an. In Dortmund sind fast die Hälfte aller Arbeitslosen mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung. Hier müssen wir weiter investieren. Diese Menschen wollen wir fest in den Blick nehmen, sie ermutigen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen weiter zu entwickeln, damit sie die Chance auf eine neue berufliche Perspektive bekommen. Dazu gehört auch ein gutes Angebot an Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die aktuelle Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin im Jobcenter Dortmund, kommentiert: „In der Zuständigkeit des Jobcenters ist die Arbeitslosigkeit mit 64 Personen nur geringfügig gestiegen. Was wir hingegen mit mehr Sorge betrachten, ist die anhaltende Entwicklung im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit, die im April um 373 Personen gestiegen ist. Aufgrund der geringen Arbeitskraftnachfrage kann die Langzeitarbeitslosigkeit vielfach nicht beendet und auch nicht unterbrochen werden. Gerade Arbeitsmöglichkeiten für Geringqualifizierte fallen der Pandemie vielfach zum Opfer, etwa im Gastgewerbe oder im Handel. Daher liegt unser Augenmerk auf der Qualifizierung unserer Kundinnen und Kunden, um gute Perspektiven zu entwickeln. Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die mit 443 Personen im Vergleich zum Vormonat steigende Tendenz der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder qualifizierende Maßnahmen. Wichtig für die Vermittlungschancen unserer Kundinnen und Kunden ist eine breite Steigerung der Arbeitskraftnachfrage insgesamt und vor allem eine Steigerung in den in den Bereichen, die nur geringe und mittlere Qualifikationen erfordern.“

Arbeitsmarkt trotzt der Krise - Spürbare Frühjahrsbelebung

Im April wurden 37.908 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9.180 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.728 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 340 Personen oder 0,9 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 11,9 Prozent. Im Vergleich: Im Vorjahr betrug die Quote 11,2 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,9 Prozent und für das Jobcenter bei 9,0 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr ist durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im April 4.665 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.492 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 98 Personen mehr als im Vormonat. 5.015 meldeten sich im April bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.494 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 69 Menschen mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit sinkt unter die Zehn-Prozent-Marke

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum März um 0,3 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent gesunken. Im April waren damit 3.204 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 107 Personen oder 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Stellenmeldungen leicht steigend, aber auf sehr niedrigem Niveau

Wie für das Frühjahr zu erwarten, stieg die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Vergleich zum März erneut leicht an. So wurden der Agentur für Arbeit im aktuellen Berichtsmonat 877 neue Stellen gemeldet. Das sind 39 mehr als im März. Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich aber deutlich beim Blick auf den aktuellen Stellenbestand. Dieser liegt mit 3.043 offenen Stellen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sind gut 40 Prozent weniger offene Stellen gemeldet.

Die Stellenmeldungen in der Arbeitnehmerüberlassung gelten als ein Frühindikator für die konjunkturelle Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In der Frühphase eines Aufschwungs steigt in der Regel die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern an - in Abschwungphasen nimmt sie ab. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung folgt in der Regel diesem Trend. Aktuell liegt der Bestand offener Stellen in der Zeitarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau, ist von März auf April wieder leicht gesunken.

Wachsende Stellenmeldungen im April sind im Baugewerbe, im Handel und im Öffentlichen Dienst zu verzeichnen. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind die Spuren der Pandemie jedoch noch deutlich sichtbar. Vor einem Jahr einhergehend mit dem ersten Lockdown war der Stellenmarkt stark eingebrochen, insbesondere im Handel und im Gastgewerbe gingen die Stellenmeldungen deutlich zurück. Ein Jahr später hat sich daran wenig verändert. Im Handel wurden vor 12 Monaten 490 offene Stellen angeboten, in diesem Jahr waren es im April 411. Im Gastgewerbe ging die Zahl der gemeldeten Stellen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um rund 35 Prozent zurück.

Unterbeschäftigung leicht gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat leicht gesunken. Insgesamt sind im April 48.706 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 340 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im April um 0,2 Prozent auf 77,8 Prozent geringfügig gesunken. Ähnlich verhält es sich mit der Unterbeschäftigungsquote: sie sank im Berichtsmonat um 0,1 Prozent auf 14,8 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent)

Anzeigen von Kurzarbeitergeld sinken weiter

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Hochrechnungen zu geprüften Anzeigen im April haben 49 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im März lag die Zahl noch bei 107 Anzeigen. Auch die Anzahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, ging im Vergleich zum Vormonat von 591 auf 462 weiter zurück. Im Vergleich: Im April vor einem Jahr wurde für 47.448 Männer und Frauen Kurzarbeit angezeigt.

Die Daten über die tatsächlich realisierte, d. h. in Anspruch genommene, Kurzarbeit, werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis November 2020 zur Verfügung. So nahmen im Oktober 1.499 Betriebe für 10.026 Dortmunderinnen und Dortmunder konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch. Damit sind die Zahlen weiter rückläufig. Im September 2020 wurde an 11.448 Personen in 1.608 Betrieben Kurzarbeit ausgezahlt. Den vorläufigen Höchststand erreichte die Kurzarbeit in Dortmund bisher im April 2020, wo knapp 37.816 Menschen in Kurzarbeit beschäftigt waren.

Ausbildungsmarkt gerät ins Stocken – Mut zur Ausbildung ist gefragt

Die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie stellen den Ausbildungsmarkt weiterhin auf die Probe. Das Ausbildungsrennen geht in diesem besonderen Jahr deutlich später auf die Zielgerade. Viele Jugendliche sind noch unentschlossen, zögern ihre Entscheidung weiter heraus. Auch Betriebe haben sich häufig noch nicht entschieden. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres liegt Ende April bei 3.203. Dies sind im Vorjahresvergleich 77 Stellen weniger. Aktuell sind noch 1.894 offene Ausbildungsstellen zur Besetzung offen. Seit Oktober 2020 meldeten sich 3.039 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber. Das sind 73 Jugendliche oder 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum jetzigen Zeitpunkt sind davon noch 1.501 ohne Zusage. Weitere 496 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert.

„Jetzt ist Mut zur Ausbildung gefragt. Der Fachkräftebedarf ist weiterhin da, und er wird nach der Krise voll durchschlagen. Damit alle jungen Erwachsenen ihre Chance für einen guten Start in die berufliche Welt erhalten, bieten unsere Berufsberaterrinnen und Berater individuelle Unterstützung per Telefon, Videochat oder via Email an“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Alle Infos unter www.jugendberufshaus-dortmund.de