10.05.2021 | Presseinfo Nr. 32

Tag der Pflege 12. Mai 2021

Mehr Beschäftigte in Pflegeberufen – aber nicht genug!

Die Pflegebranche boomt. Die Zahl der Beschäftigten in der Alten- und Gesundheitspflege ist trotz Pandemie weiter gestiegen. Im Oktober, bis zu diesem Monat liegen derzeit Daten vor, gab es in der Gesundheits- und Altenpflege in Dortmund rund, 14.846 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Das sind 564 mehr als ein Jahr zuvor. Das gesamte Gesundheitswesen gehört zu den wenigen Branchen, die vergangenes Jahr nicht von einem Beschäftigungsrückgang betroffen waren.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pflege überdurchschnittlich um rund 18 Prozent gestiegen. Bezogen auf alle Beschäftigten lag der Anstieg bei zehn Prozent. Frauen dominieren die Pflege-Branche. Knapp 80 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dortmund sind in der Kranken- und Altenpflege Frauen.

Fachkräfte in der Gesundheits- und Altenpflege knapp

Um die hohe Arbeitskräftenachfrage zu decken, setzen Pflegebetriebe neben der Ausbildung von jungen Menschen verstärkt auf Beschäftigte aus anderen Staaten. Der steigende Anteil von Pflegekräften aus dem Ausland ist hauptsächlich Folge der hohen Arbeitskräftenachfrage. Vor allem bei Altenpflegekräften besteht ein Mangel. Auf aktuell 139 gemeldete Stellen für examinierte Fachkräfte in der Altenpflege kommen lediglich 42 Arbeitslose. In der Gesundheitspflege sind für 90 Stellen nur 51 Arbeitslose registriert.

Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützen Qualifizierung

Angesichts des Fachkräfteengpasses in der Kranken- und Altenpflege setzt die Dortmunder Arbeitsagentur und das Jobcenter verstärkt auf die berufliche Weiterbildung für Arbeitslose. So haben in den letzten fünf Jahren 384 Dortmunderinnen und Dortmunder eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft aufgenommen, 1.441 haben sich zur/m Altenpflegehelfer/in und Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in mit einjährigem Pflegeexamen sowie zur/m Alltagbetreuer/-in und Assistent/in der Altenpflege qualifiziert. 

Dabei hilft auch, dass Arbeitsagenturen und Jobcenter im Rahmen der „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ die Weiterbildung vollständig fördern können. Zudem bietet die Pflege nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch attraktive Entwicklungsmöglichkeiten. So bieten sich berufliche Perspektiven durch Fort- und Weiterbildungen etwa zur Stationsleitung in einem Alten- und Pflegeheim oder zur Fachlehrkraft an einer Pflegeschule oder auch zur Praxisanleiter/in für Auszubildende.

Offene Ausbildungsstellen 2021 im Pflegebereich 

Mit einer Reform der Pflegeberufe wurde der Grundstein für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung für die Kranken-, Kinderkranken- und Alten-pflege bereits gelegt. Die Ausbildungen in der Kranken- und Kinderkrankenpflege sowie in der Altenpflege sind seit Januar 2020 zusammengelegt. Dadurch wurde die Ausbildung modernisiert und an die veränderten Anforderungen angepasst.

In Dortmund gibt es aktuell für den Starttermin im Sommer 2021 noch viele offene Ausbildungsstellen. So sind der Agentur für Arbeit Dortmund aktuell 154 Stellen für die Ausbildung zum/zur Pflegefachmann/frau gemeldet.