01.06.2021 | Presseinfo Nr. 37

Wichtige Schritte in die richtige Richtung

- 659 weniger Arbeitslose als im Vormonat
- Arbeitslosenquote sinkt auf 11,6 Prozent
- Jugendarbeitslosigkeit weiter rückläufig
- Noch rund 1.400 Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in Dortmund ist im Mai weiter deutlich gesunken. Mit einem Rückgang um 659 Personen oder 1,7 Prozent auf nun 37.249 Arbeitslose entwickelte sich der Arbeitsmarkt damit wie für die Jahreszeit üblich – trotz der weiter geltenden Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens infolge der Corona Pandemie.

„Der Arbeitsmarkt bleibt weiter im Aufschwung. Wir erleben einen Mai wie vor Corona, das ist angesichts der weiterhin angespannten Krisenlage eine richtig gute Nachricht. Es sind wichtige Schritte in die richtige Richtung, die wir in diesem Monat feststellen. Dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit sowohl Jüngere als auch Ältere, Deutsche wie Auslänger miteinschließt, ist ein positives Signal. Es tut sich was, der Arbeitsmarkt nimmt weiter Fahrt auf, auch wenn das Angebot an offenen Stellen nach wie vor um rund ein Viertel unter dem Niveau der vergangenen Jahre liegt und auch Einstellungen pandemiebedingt weniger häufig bleiben als vor Coronazeiten. Wenn wir beim Impfen weiter Erfolge erzielen, Handel, Gastronomie und Hotellerie weiter öffnen, wird auch der Konjunkturmotor schnell anspringen und es wird mehr Möglichkeiten geben zum Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die aktuelle Lage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin im Jobcenter Dortmund, kommentiert: „In der Zuständigkeit des Jobcenters sehen wir mit dem Rückgang der Arbeitslosenzahlen von rund 270 Menschen und insbesondere mit dem Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit um rund 170 Personen eine positive Trendwende. Wir verzeichnen mit 7,2 Prozentpunkten mehr Abgänge in neue Jobs und Qualifizierungen als im Vormonat. Der Handel und die Gastronomie sind wichtige Beschäftigungssektoren u.a. für geringqualifizierte Kundinnen und Kunden von uns. Von weiteren Lockerungen im gesellschaftlichen Leben versprechen wir uns eine steigende Arbeitskraftnachfrage und weitere Beschäftigungsaufnahmen, die dann zu einer weiter sinkenden Arbeitslosenquote und einer vermehrten Durchbrechung von Langzeitarbeitslosigkeit führen werden, sofern sich die pandemische Lage positiv weiterentwickelt.“

Arbeitsmarkt trotzt der Krise – Frühjahrsbelebung setzt sich fort

Im Mai wurden 37.249 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 8.788 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.461 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 659 Personen oder 1,7 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt um 0,3 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent. Im Vergleich: Im Vorjahr betrug die Quote 11,7 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,7 Prozent und für das Jobcenter bei 8,9 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr ist durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Mai 4.539 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.368 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 124 Personen weniger als im Vormonat. 5.222 meldeten sich im Mai bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.403 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 91 Menschen weniger als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit weiter rückläufig

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum April um 0,4 Prozentpunkte auf 9,3 Prozent gesunken. Im Mai waren damit 3.113 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 91 Personen oder 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Stellenmeldungen leicht steigend, aber auf sehr niedrigem Niveau

Wie für das Frühjahr zu erwarten, stieg die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Vergleich zum April erneut leicht an. So wurden der Agentur für Arbeit im aktuellen Berichtsmonat 947 neue Stellen gemeldet. Das sind 70 mehr als im April. Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich aber deutlich beim Blick auf den aktuellen Stellenbestand. Dieser liegt mit 3.262 offenen Stellen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sind gut ein Viertel weniger offene Stellen gemeldet.

Die Stellenmeldungen in der Arbeitnehmerüberlassung gelten als ein Frühindikator für die konjunkturelle Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In der Frühphase eines Aufschwungs steigt in der Regel die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern an - in Abschwungphasen nimmt sie ab. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung folgt in der Regel diesem Trend. Aktuell liegt der Bestand offener Stellen in der Zeitarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau, ist von April auf Mai aber leicht gestiegen.

Wachsende Stellenmeldungen im Mai sind im Baugewerbe und im Bereich Verkehr und Logistik zu verzeichnen. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind die Spuren der Pandemie jedoch noch immer deutlich sichtbar. Vor einem Jahr war der Stellenmarkt stark eingebrochen, insbesondere im Handel und im Gastgewerbe gingen die Stellenmeldungen deutlich zurück. Ein Jahr später hat sich daran wenig verändert. Im Gastgewerbe stagniert die Zahl der gemeldeten Stellen, sie liegt wie auch vor einem Jahr bei 95 gemeldeten Stellen. Der Handel sendet erste positive Signale. Der aktuelle Stellenbestand liegt bei 438 Stellen, vor einem Jahr waren es 383.

Unterbeschäftigung leicht gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat gesunken. Insgesamt sind im Mai 48.388 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 412 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Mai um 0,7 Prozent auf 77,0 Prozent gesunken. Ähnlich verhält es sich mit der Unterbeschäftigungsquote: sie sank im Berichtsmonat um 0,2 Prozent auf 14,7 Prozent.

(Hinweis: Die Unterbeschäftigung ist ein sehr komplexes Thema, um Missverständnissen vorzubeugen, erklären wir Ihnen gerne die Zusammenhänge und Hintergründe. Nehmen Sie bei Bedarf mit uns Kontakt auf.)

Anzeigen von Kurzarbeitergeld sinken weiter

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Hochrechnungen zu geprüften Anzeigen im Mai haben 35 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im April lag die Zahl noch bei 49 Anzeigen. Auch die Anzahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, ging im Vergleich zum Vormonat von 462 auf 270 weiter zurück. Im Vergleich: Im Mai vor einem Jahr wurde für 4.172 Männer und Frauen Kurzarbeit angezeigt.

Die Daten über die tatsächlich realisierte, d. h. in Anspruch genommene, Kurzarbeit, werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Dezember 2020 zur Verfügung. So nahmen im November 1.906 Betriebe für 12.278 Dortmunderinnen und Dortmunder konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch. Damit sind die Zahlen leicht gestiegen. Im Oktober 2020 wurde an 10.026 Personen in 1.499 Betrieben Kurzarbeit ausgezahlt. Den vorläufigen Höchststand erreichte die Kurzarbeit in Dortmund bisher im April 2020, wo knapp 37.816 Menschen in Kurzarbeit beschäftigt waren.

Ausbildungsmarkt gerät ins Stocken –  Vielen Branchen fehlen Bewerberinnen und Bewerber

Die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie stellen den Ausbildungsmarkt auch weiterhin vor besondere Herausforderungen. So wurden der Agentur für Arbeit von Dortmunder Unternehmen 3.345 Ausbildungsplätze gemeldet, annähernd (-18 Stellen) so viele wie vor einem Jahr. Aktuell sind noch 1.734 Lehrstellen unbesetzt. Leicht gesunken ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber. Bis Ende Mai meldeten sich 3.226 junge Menschen – 30 Personen oder 0,9 Prozent weniger als vor 12 Monaten, davon sind aktuell noch 1.401 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dabei sind die Aussichten auf eine Ausbildung in vielen Berufen gerade jetzt besonders gut.

„Viele junge Menschen sind noch unentschlossen. Sie haben in den vergangenen Wochen versucht die Herausforderungen des Homeschoolings und der Abschlussprüfungen zu meistern und hatten den Blick auf die Zeit nach der Schule noch nicht frei. Die Zeit des Abwartens ist nun aber vorbei. Jetzt ist es wichtig, sich um die berufliche Anschlussperspektive zu kümmern. Die Chancen noch in diesem Sommer mit einer Ausbildung zu beginnen sind ausgesprochen gut. Jede Entscheidung für eine Ausbildung ist besser als keine. Unsere Beratungsfachkräfte stehen für persönliche Beratungsgespräche und Ausbildungsvermittlung per Telefon und per Videochat zur Verfügung. Wir werden jeden Einzelnen nach besten Kräften unterstützen“, so Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, zur Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Alle Infos unter www.jugendberufshaus-dortmund.de