31.08.2021 | Presseinfo Nr. 53

Dortmunder Arbeitsmarkt im August 2021

Erholungskurs setzt sich auch im August fort

- Gut 2.000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr
- Arbeitslosenquote sinkt auf 11,5 Prozent
- Wachsender Stellenbestand
- Ausbildungsmarkt geht in die Verlängerung

Die Lage am Dortmunder Arbeitsmarkt verbessert sich weiter. Der positive Trend hat sich auch im zweiten Ferienmonat fortgesetzt. So sind in Dortmund aktuell rund 36.700 Menschen arbeitslos gemeldet, 0,8 Prozent weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 11,5 Prozent. Der zu erwartende saisonal typische Anstieg während der Sommerferien ist in diesem Jahr ausgeblieben.

Allein die Jugendarbeitslosigkeit ist im August noch einmal leicht angestiegen. „Erfahrungsgemäß wird sich dies aber schnell ändern. Viele junge Menschen beginnen morgen ihre Ausbildung, andere besuchen seit vergangener Woche eine weiterführende Schule oder beginnen im Oktober ihr Studium. Insgesamt standen auch im August die Zeichen weiter auf Erholung von den Auswirkungen der Pandemie“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann.

„Viele Unternehmen haben ihre Personalplanungen für die zweite Jahreshälfte gestartet. Der Bedarf an Fachkräften ist groß. Für alle, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind, bieten sich damit vielfältige Möglichkeiten einer Qualifizierung oder Weiterbildung, um so die persönlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu erhöhen. Dabei berät und fördert die Agentur für Arbeit sowohl Dortmunder Betriebe und Beschäftigte als auch arbeitslose Menschen.

Trotz der aktuell erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, wird es noch viele Monate dauern, bis wir das Vorkrisen-Niveau erreichen werden. Die Pandemie wird uns weiter beschäftigen und vermutlich auch noch vor weitere neue Herausforderungen stellen. Wir sind auf einem guten Weg, brauchen aber einen langen Atem“, so Bettermann.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, kommentiert „In der Zuständigkeit des Jobcenters gibt es trotz leicht gestiegener Arbeitslosenzahlen positive Entwicklungen. So stellen wir fest, dass wieder deutlich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit herausfinden. Im August waren es mit 3.650 bereits 179 Menschen mehr, als noch im Juli und im Vergleich zu August 2020 sogar 854 Menschen mehr. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im August ist durch die Beendigung der Schulzeit vieler Schülerinnen und Schüler völlig üblich.

Weitere Anzeichen für eine positive Gesamtentwicklung sehen wir in der rückläufigen Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, die im Vergleich zum Vormonat um 89 niedriger ausfällt und in der Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die mit 442 Personen deutlich rückläufig ist.“

Arbeitslosigkeit weiter rückläufig

Im August wurden 36.731 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 8.394 Personen bei der Arbeitsagentur und 28.337 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 309 Personen oder 0,8 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt auf 11,5 Prozent (August 2020: 12,2 Prozent). Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur sank leicht auf 2,6 Prozent und liegt für das Jobcenter unverändert bei 8,8 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr ist durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im August 5.274 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.533 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 87 Personen mehr als im Vormonat. 5.644 meldeten sich im August bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.501 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 30 weniger als im Vormonat.

Saisontypischer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Juli leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent gestiegen. Im August waren damit 3.261 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 44 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Vormonat, aber 14,2 oder 538 Personen weniger als im Vorjahr. Ein Blick auf die Vor-Corona-Zeit zeigt, dass die Spuren der Pandemie aber immer noch sichtbar sind. So waren im August 2019 3.018 Jugendliche arbeitslos gemeldet, das sind rund 7,5 Prozent weniger als im aktuellen Berichtsmonat.

Arbeitskräftenachfrage noch im Ferienmodus

Der Stellenmarkt hat im August einen leichten Dämpfer bekommen. Die Stellenmeldungen sind im Vergleich zum Vormonat leicht rückläufig. Mit 1.044 neu gemeldeten Stellen wurden im August rund 11 Prozent weniger Stellen gemeldet als im Vormonat, dies entspricht einem Minus von 131 Stellen. Der Stellenbestand ist dagegen um 337 Stellen auf aktuell 4.387 Stellen angestiegen. Im Jahresvergleich liegt er aber weiterhin unter Vorjahresniveau. Zum Vergleich: 2019 waren in Dortmund 6.690 offene Stellen gemeldet und selbst im Corona-Jahr 2020 waren es noch 4.764.

Die Stellenmeldungen in der Arbeitnehmerüberlassung gelten als ein Frühindikator für die konjunkturelle Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In der Frühphase eines Aufschwungs steigt in der Regel die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern an, in Abschwungphasen nimmt sie ab. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung folgt in der Regel diesem Trend. Aktuell liegt der Bestand offener Stellen in der Zeitarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau, ist aber, wie auch in den vergangenen drei Monaten, im August weiter gestiegen.

Neben der Zeitarbeit ist derzeit vor allem im Dienstleistungssektor Bewegung zu verzeichnen. Im August waren bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 196 neue Stellen gemeldet; ein Jahr zuvor waren es lediglich 127. Auch der Handel (+152) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+145) melden im August zahlreiche Stellenzuwächse.

Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung manifestieren sich im Gastgewerbe, hier steigt der Stellenbestand weiter um rund 10 Prozent auf nun 248.

Unterbeschäftigung ist gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat gesunken. Insgesamt sind im August 47.542 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 348 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung liegt im August unverändert bei 77,3 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote sank im Berichtsmonat um 0,1 Prozent auf 14,4 Prozent.

(Hinweis: Die Unterbeschäftigung ist ein sehr komplexes Thema und beinhaltet nicht Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die während ihrer Beschäftigung Arbeitslosengeldleistungen erhalten. Um Missverständnissen vorzubeugen, erklären wir Ihnen gerne die Zusammenhänge und Hintergründe. Nehmen Sie bei Bedarf mit uns Kontakt auf.)

Anzeigen von Kurzarbeitergeld sinken weiter

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Hochrechnungen zu geprüften Anzeigen im August haben 11 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im Juli lag die Zahl noch bei 16 Anzeigen. Auch die Anzahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, ging im Vergleich zum Vormonat von 129 auf 60 weiter zurück.

Die Daten über die tatsächlich realisierte, d.h. in Anspruch genommene Kurzarbeit, werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Februar 2021 zur Verfügung. So nahmen im Februar 2.537 Betriebe für 26.517 Dortmunderinnen und Dortmunder konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen. Im Januar 2021 wurde an 26.141 Personen in 2.533 Betrieben Kurzarbeit ausgezahlt. Den vorläufigen Höchststand erreichte die Kurzarbeit in Dortmund bisher im April 2020, als knapp 37.816 Menschen in Kurzarbeit beschäftigt waren.

Ausbildungsmarkt geht in die Verlängerung

Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart am ersten September ist es noch nicht zu spät, um mit einer Berufsausbildung zu beginnen. Es bieten sich nach wie vor vielfältige Chancen. So gibt es aktuell noch 932 freie Ausbildungsstellen in Dortmund, dem stehen 636 junge Menschen gegenüber, die noch eine Ausbildung suchen. Insgesamt haben sich seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2020 3.664 Bewerberinnen und Bewerber bei der Berufsberatung im Jugendberufshaus gemeldet. Das sind 18 oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. 3.662 freie Ausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit von Dortmunder Unternehmen bis Ende Juli gemeldet. Das sind 13 weniger als im vergangenen Jahr.

„Möglichkeiten auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt gibt es auch jetzt noch und keiner sollte den Kopf in den Sand stecken und aufgeben. Gemeinsam finden wir Lösungen. Voraussetzung ist die schnelle Kontaktaufnahme zu unseren Berufsberaterinnen und Berufsberatern im Jugendberufshaus“, so Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, zur Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Alle Infos und Kontaktaufnahme zur Berufsberatung auf 
www.jugendberufshaus-dortmund.de