28.10.2021 | Presseinfo Nr. 66

Dortmunder Arbeitsmarkt im Oktober 2021

Gute Entwicklung setzt sich fort

- Gut 600 Arbeitslose weniger als im September
- Arbeitslosenquote sinkt - 11 Prozentmarke geknackt
- Jugendarbeitslosigkeit weiter rückläufig
- Wachsender Stellenbestand weist auf Fachkräftebedarf hin

Der bereits in den vergangenen Monaten spürbare Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt setzt sich auch im Oktober weiter fort und hat bei allen Personengruppen für verbesserte Jobchancen gesorgt. Schritt für Schritt erholt sich der Arbeitsmarkt von den Auswirkungen der Coronakrise. Die Arbeitslosenquote fällt erstmalig seit Ausbruch der Pandemie wieder unter die 11 Prozentmarke und liegt im Oktober bei 10,8 Prozent. Aktuell sind in Dortmund rund 34.500 Menschen arbeitslos gemeldet.

„Wir verzeichnen gerade eine klassische Herbstbelebung. Die rückläufigen Arbeitslosmeldungen sind größtenteils dem Saisongeschäft geschuldet. Die Unternehmen suchen nach langen Monaten mit vielen Einschränkungen wieder Personal. Der Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig. So haben im Oktober deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit zugunsten einer Beschäftigung beenden können als sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden mussten. Das sind erfreuliche Signale, die aber nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass die Stellenbesetzungen in einigen Bereichen immer schwieriger werden. Allzu häufig passen Anforderung der Unternehmen und Qualifikation des Bewerbers oder der Bewerberin nicht zueinander.

Ein Schlüssel zum Erfolg sind und bleiben daher die beruflichen Qualifizierungen. Niemand sollte heute ohne abgeschlossene Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt verharren. Das Risiko arbeitslos zu werden ist so um ein Vielfaches höher und auch die Verdienstmöglichkeiten sind deutlich schlechter. Die Agentur für Arbeit bietet viele unterschiedliche Aufbauqualifizierungen an, die zu einem Berufsabschluss führen. Auch Unternehmen werden ihren Anteil daran leisten müssen, ihre Beschäftigten zu qualifizieren und weiterzubilden, um sie zu den dringend benötigten Fachkräften in ihrem Betrieb zu machen“, kommentiert die Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, kommentiert: „Die Herbstbelebung ist auch in der Zuständigkeit des Jobcenters spürbar. Im Vergleich zum Vormonat verzeichnen wir 256 arbeitslose Menschen weniger. Die Arbeitslosenquote im SGB II bleibt jedoch mit 8,5 Prozent unverändert. Gleichzeitig ist erfreulich, dass der Bestand der Langzeitarbeitslosen um 168 Menschen auf 16.201 Menschen gesunken ist. Zudem setzt sich auch der rückläufige Trend bei der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften weiterhin fort. Die Anzahl der Menschen oder auch Familien, die auf die finanzielle Unterstützung des Jobcenters angewiesen sind, nimmt somit weiterhin ab. Die Phase des Aufschwungs und des Weihnachtsgeschäftes nutzen wir sehr intensiv für die Vermittlungsarbeit, damit möglichst viele Kundinnen und Kunden davon profitieren können.“

Arbeitslosigkeit sinkt erstmalig in diesem Jahr unter 11 Prozent

Im Oktober wurden 34.546 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.425 Personen bei der Arbeitsagentur und 27.121 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 643 Personen oder 1,8 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt auf 10,8 Prozent (Oktober 2020: 11,7 Prozent). Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur sinkt auf 2,3 Prozent und für das Jobcenter bleibt sie unverändert bei 8,5 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr ist durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Oktober 5.662 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.504 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 107 Personen mehr als im Vormonat. 6.345 meldeten sich im August bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.578 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 182 weniger als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit geht weiter zurück

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum September um 0,3 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent gesunken. Im Oktober waren damit 2.866 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 84 Personen oder 2,8 Prozent weniger als im Vormonat und 14,3 Prozent oder 480 Personen weniger als im Vorjahr. Damit liegt die Jugendarbeitslosigkeit aber noch immer über dem Vorkrisenniveau. Im Oktober 2019 waren 2.708 Jugendlich unter 25 Jahren in Dortmund arbeitslos gemeldet.

Viele Jugendliche, die nach Beendigung ihrer Ausbildung in eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit geraten sind, konnten nun als begehrte Fachkraft den Weg zurück in Arbeit finden.

Leicht wachsender Stellenbestand

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bei der Agentur für Arbeit bleibt auch im Oktober auf niedrigem Niveau. Die Stellenmeldungen sind im Vergleich zum Vormonat erneut rückläufig. Mit 814 neu gemeldeten Stellen wurden im Oktober knapp ein Fünftel weniger Stellen gemeldet als im Vormonat. Das entspricht einem Minus von 193 Stellen. Der Stellenbestand ist dagegen um 168 Stellen auf aktuell 4.669 Stellen angestiegen. Im Jahresvergleich liegt er aber weiterhin unter Vorjahresniveau.

Die Stellenmeldungen in der Arbeitnehmerüberlassung gelten als ein Frühindikator für die konjunkturelle Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. In der Frühphase eines Aufschwungs steigt in der Regel die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern und -arbeitnehmerinnen an, in Abschwungphasen nimmt sie ab. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung folgt in der Regel diesem Trend. Aktuell liegt der Bestand offener Stellen in der Zeitarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau, ist aber, wie auch in den vergangenen Monaten, im Oktober weiter gestiegen.

Neben der Zeitarbeit verzeichnet auch das Verarbeitende Gewerbe wachsende Stellenzugänge im Oktober. Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung manifestieren sich zunehmend im Gastgewerbe und im Einzelhandel, Im Bereich der Gastronomie steigt der Stellenbestand weiter auf nun 265.  Vor einem Jahr in Coronazeiten waren der Agentur für Arbeit 108 offene Stellen gemeldet. Im Einzelhandel sind aktuell 356 offene Stellen gemeldet – gut 100 mehr als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung ist gesunken

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Wie die Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung in diesem Monat gesunken. Insgesamt sind im Oktober 45.796 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 498 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Oktober auf 75,4 Prozent gesunken. Die Unterbeschäftigungsquote sank im Berichtsmonat um 0,2 Prozent auf 13,9 Prozent.

(Hinweis: Die Unterbeschäftigung ist ein sehr komplexes Thema und beinhaltet nicht Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die während ihrer Beschäftigung Arbeitslosengeldleistungen erhalten. Um Missverständnissen vorzubeugen, erklären wir Ihnen gerne die Zusammenhänge und Hintergründe. Nehmen Sie bei Bedarf mit uns Kontakt auf.)

Anzeigen von Kurzarbeitergeld sinken weiter

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Hochrechnungen zu geprüften Anzeigen im Oktober haben 6 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im September lag die Zahl noch bei 8 Anzeigen. Die Anzahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, stieg im Vergleich zum Vormonat von 26 auf 30 leicht an.

Das Kurzarbeitergeld hat vielen Dortmunder Unternehmen erfolgreich durch die Pandemie geholfen und hilft auch weiterhin. Ohne das Werkzeug Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit deutlich höher, auch würde die Beschäftigung deutlich geringer liegen. Damit fehlte der Wirtschaft auch die Grundlage, auf der sie sich derzeit gut erholt. In diesem Kontext steht auch die von der Bundesregierung beschlossene Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld um weitere drei Monate bis Ende Dezember 2021.

Die Daten über die tatsächlich realisierte, d. h. in Anspruch genommene Kurzarbeit, werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis April 2021 zur Verfügung. So nahmen im April 2.101 Betriebe für 15.351 Dortmunderinnen und Dortmunder konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum Vormonat weiter spürbar rückläufig. Im März 2021 wurde an 22.037 Personen in 2.186 Betrieben Kurzarbeit ausgezahlt. Den vorläufigen Höchststand erreichte die Kurzarbeit in Dortmund bisher im April 2020, als in 3.763 Betrieben 37.816 Menschen in Kurzarbeit beschäftigt waren.

SAVE THE DATE

Terminhinweis Bilanz Ausbildungsmarkt Dortmund

Am 30. September endet offiziell das Ausbildungsjahr 2020/2021. Die Corona-Pandemie hatte den Ausbildungsmarkt zwischenzeitlich ziemlich ausgebremst. Durch den Lockdown wurden die Auswahlverfahren um Ausbildungsplätze erschwert, neue Wege und Formate mussten erst entwickelt werden. Inzwischen sind die Beschränkungen weitestgehend aufgehoben, die Betriebe haben sich auf die neue Situation gut eingestellt und haben ihre Suche nach passenden Auszubildenden intensiviert.

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Agentur für Arbeit Dortmund, der Industrie- und Handelskammer Dortmund, der Handwerkskammer Dortmund, sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dortmund und dem Schulamt der Stadt Dortmund, möchten wir Ihnen am 09. November um 11.00 Uhr die wichtigsten Eckdaten vorstellen und über aktuelle Entwicklungen am Ausbildungsmarkt sprechen.