31.03.2022 | Presseinfo Nr. 21

Dortmunder Arbeitsmarkt im März 2022

Arbeitsmarkt trotzt Unwägbarkeiten
- Arbeitslosigkeit im März weiter gesunken
- Abgeschwächte Frühjahrsbelebung
- Arbeitslosenquote bei 10,7 Prozent
- Unternehmen verunsichert – Stellenmeldungen leicht rückläufig
- Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt – Mut zur Ausbildung ist gefragt

Der Arbeitsmarkt zeigt sich zum Frühlingsbeginn trotz großer Unwägbarkeiten sehr robust. Die Arbeitslosigkeit ist weiter rückläufig und nähert sich in kleinen Schritten der Vor-Corona-Zeit. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 10,7 Prozent.

„Bis vor wenigen Wochen herrschte Zuversicht, dass unsere Wirtschaft sich vom Pandemiegeschehen und Lieferkettenproblemen relativ schnell erholen würde. Doch mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine und den daraus resultierenden Russland-Sanktionen wurde der Aufschwung ausgebremst. Wie stark, ist noch unklar, auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind noch nicht abzuschätzen. In der aktuellen Situation geht es zuallererst aber darum, den Menschen Sicherheit und Obdach zu bieten, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind“, kommentiert Melanie Flusche, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Arbeitsmarkt.

„Allen geopolitischen und pandemischen Widrigkeiten zum Trotz ist die einsetzende Frühjahrsbelebung spürbar, und der Arbeitsmarkt bietet viele Chancen. Besonders profitieren konnten Fachkräfte unter 25 Jahren, die gerade ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben. Auch in Dortmund gilt: Wer eine Ausbildung zur Fachkraft hat, ist begehrt am Arbeitsmarkt. Die Halbzeit-Bilanz auf dem Ausbildungsmarkt zeigt aber, dass die Zahlen der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber wie auch der angebotenen Ausbildungsstellen zum zweiten Mal in Folge gesunken sind. Das sind keine guten Nachrichten. Die Pandemie hat nicht nur den Unternehmen, sondern auch den jungen Menschen stark zugesetzt und das Leben in allen Facetten bedeutend eingeschränkt, auch bei der Berufsorientierung und der Berufswahl. Wir freuen uns, dass in diesem Jahr betriebliche Praktika wieder möglich sind, und werben für das persönliche Kennenlernen im Betrieb. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen die sich bietenden Chancen jetzt ergreifen. Heute Praktikum, morgen Ausbildung“, so Flusche weiter.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, kommentiert: „Die Zahlen im Jobcenter Dortmund sind im März weitestgehend stabil geblieben. Besonders erfreulich ist: Wir verzeichnen 163 Langzeitarbeitslose weniger als noch im Februar. Dass sich der Dortmunder Arbeitsmarkt von den Folgen der Corona-Pandemie zunehmend erholt, zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Der Bestand der Arbeitslosen im Jobcenter ist um 1.824 gesunken, und es sind mit 957 fast 1.000 Menschen weniger langzeitarbeitslos als noch im März vor einem Jahr. Ob und inwieweit sich die Materialengpässe sowie Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen in Folge des Ukraine-Kriegs auf diesen positiven Trend auswirken, bleibt abzuwarten.“

Arbeitslosigkeit sinkt, aber abgeschwächte Frühjahrsbelebung

Im März wurden 34.278 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.438 Personen bei der Arbeitsagentur und 26.840 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 243 Personen oder 0,7 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen geht leicht auf 10,7 Prozent zurück (März 2021: 12,0 Prozent). Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent und für das Jobcenter bleibt sie unverändert bei 8,4 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im März 4.988 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.372 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 163 Personen weniger als im Vormonat. 5.275 meldeten sich im März bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.267 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 98 Personen weniger als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit erstmalig in 2022 leicht gesunken

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent gesunken. Im März waren damit 2.900 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 42 Personen oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Grund hierfür ist, dass junge Absolventen einer Berufsausbildung nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit schnell eine neue Anstellung finden konnten.

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt aktuell aber noch deutlich über dem Vorkrisenniveau. Im März 2019 waren 2.709 Jugendliche unter 25 Jahren in Dortmund arbeitslos gemeldet, dies entspricht einer Quote von 8,4 Prozent.

Zurückhaltung bei der Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bei der Agentur für Arbeit ist mit Frühjahrsbeginn leicht zurückgegangen, der Stellenbestand nahezu unverändert. Das Pandemiegeschehen, Lieferkettenprobleme und große Unwägbarkeiten aufgrund des Krieges in der Ukraine hinter-lassen Spuren, Unternehmen sind verunsichert, und zögern bei der Stellenbesetzung aufgrund der großen Herausforderungen.

So meldeten die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen im aktuellen Berichtsmonat 811 neue Stellen. Das sind 151 Stellen weniger als im Februar. Der aktuelle Stellenbestand liegt mit 4.679 offenen Stellen auf Vormonatsniveau. Im Jahresvergleich liegt er mit einem Plus von 1.606 Stellen deutlich höher als im Krisenjahr 2021. Spitzenreiter beim Stellenbestand sind neben dem Dienstleistungssektor, Unternehmen aus den Bereichen der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 691 offenen Stellen, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit 546 offenen Stellen und dem Baugewerbe mit 317 offenen Stellen.

Unterbeschäftigung geht weiter leicht zurück

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Die Unterbeschäftigung ist in diesem Monat leicht gesunken. Insgesamt sind im März 45.898 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 198 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung sank im März auf 74,7 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote sinkt im Berichtsmonat leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent.

(Hinweis: Die Unterbeschäftigung ist ein sehr komplexes Thema und beinhaltet nicht Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die während ihrer Beschäftigung Arbeitslosengeldleistungen erhalten. Um Missverständnissen vorzubeugen, erklären wir Ihnen gerne die Zusammenhänge und Hintergründe. Nehmen Sie bei Bedarf mit uns Kontakt auf.)

#Ausbildungklarmachen

Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: Mut zur Ausbildung ist gefragt!

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist auch zu Beginn 2022 pandemiebedingt alles andere als normal. Der Ukraine-Krieg hat die aufkeimende Zuversicht jäh ausgebremst. Ungewissheit und Unsicherheit beherrschen das Handeln.

Nach den ersten sechs Monaten des Ausbildungsjahres 2021/2022 verbucht die Agentur für Arbeit Dortmund einen leichten Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der von den Dortmunder Betrieben gemeldeten Ausbildungsstellen liegt aktuell bei 2.988. Dies sind im Vorjahresvergleich 249 Stellen oder 7,7 Prozent weniger. Die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach einer Berufsausbildungsstelle ist ebenfalls rückläufig. So haben sich seit Oktober 2021 bei der Berufsberatung 2.703 junge Erwachsene als Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz gemeldet. Das sind 162 Personen oder 5,7 Prozent weniger als im März des Vorjahres.

„Wir spüren die Verunsicherung bei den Ausbildungsbetrieben und stellen auf der anderen Seite auch eine gewisse Entscheidungsmüdigkeit für einen Beruf bei den Jugendlichen fest. Abwarten ist aber keine Lösung. Ich appelliere an die jungen Menschen, jetzt für ihre Ausbildung aktiv zu werden und sich damit die eigene Zukunft zu sichern. Auch die Unternehmen müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren und bei der Ausbildung aktiv bleiben“, kommentiert Melanie Flusche, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund die Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Meldung freier Ausbildungsstellen:

Telefon: 0231 / 842 1666
e-Mail: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Kontaktdaten Berufsberatung

Telefon: 0231 / 842 9860
e-Mail: berufsberatung@jbh-do.de

Alle Infos unter www.jugendberufshaus-dortmund.de