03.05.2022 | Presseinfo Nr. 30

Dortmunder Arbeitsmarkt im April 2022

Trotz Krieg und Pandemie: Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs
- Rückläufige Arbeitslosigkeit auch im April
- Arbeitslosenquote sinkt auf 10,6 Prozent
- Langzeitarbeitslosigkeit geht zurück
- Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften wächst
- Ausbildungsmarkt gerät ins Stocken – Mut zur Ausbildung ist gefragt

Mit der beginnenden Frühjahrsbelebung setzt der Arbeitsmarkt in Dortmund seinen Erholungskurs im April weiter fort. Die Arbeitslosenquote sinkt weiter und liegt aktuell bei 10,6 Prozent. Die Arbeitsmarktentwicklung lässt sich zunehmend weniger durch die Folgen der Corona-Pandemie beschreiben und wird unter anderem durch Materialengpässe sowie Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen in Folge des Ukraine-Kriegs überlagert.

„Wir verzeichnen erneut einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Vor allem junge Fachkräfte, die gerade ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben und nicht übernommen wurden, konnten in den letzten Wochen wieder gut integriert werden. Viele Unternehmen suchen aktuell aber noch händeringend nach Nachwuchskräften. Es bieten sich den jungen Menschen noch viele Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.

Insgesamt zeigt sich eine wachsende Dynamik auf dem Stellenmarkt. Die Nach-frage der Unternehmen nach gut ausgebildeten Fachkräften ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Auch haben sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit abgemeldet. Das sind positive Signale. Der Arbeitsmarkt ist weiter auf Erholungskurs und trotzt allen Unwägbarkeiten. Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sind derzeit noch nicht erkennbar. Doch der Druck auf die schon durch die Pandemie strapazierten Lieferketten verstärkt sich aktuell weiter, hinzu kommen steigende Energie und Rohstoffpreise. Die Verunsicherung in den Betrieben ist groß. Wir werden die Entwicklungen in den nächsten Wochen sehr genau beobachten“, kommentiert die Dortmunder Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, erläutert: „Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges spüren wir im Jobcenter Dortmund – derzeit jedenfalls noch – nicht. Vielmehr setzt sich die beginnende Frühjahrsbelebung auch im April weiter fort. 336 weniger Arbeitslose waren auf das Jobcenter angewiesen als noch im März. Besonders erfreulich ist auch der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit, der mit 307 Personen deutlich höher ausfällt als in den vergangenen Monaten. Wie sehr sich die Arbeitsmarktsituation langzeitarbeitsloser Menschen im Vergleich zum Pandemiejahr 2021 entspannt hat, zeigt der Blick auf den Vorjahresmonat: 1.637 Personen mehr waren im März 2021 von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als heute – das ist ein Rückgang von knapp 10 Prozent. Dem Dortmunder Arbeitsmarkt würde es guttun, wenn sich dieser Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzt.“

Im April wurden 33.898 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.394 Personen bei der Arbeitsagentur und 26.504 Menschen beim Jobcenter Dort-mund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 380 Personen oder 1,1 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen geht leicht auf 10,6 Prozent zurück (April 2021: 11,9 Prozent). Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur bleibt unverändert bei 2,3 Prozent und für das Jobcenter sinkt sie um 0,1 Prozent auf aktuell 8,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im März 5.058 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.488 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 116 Personen mehr als im Vormonat. 5.503 meldeten sich im März bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.389 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 122 Personen mehr als im Vormonat.

Jugendarbeitslosigkeit weiter rückläufig

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent gesunken. Im April waren damit 2.830 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 70 Personen oder 2,4 Prozent weniger als im Vormonat. Grund hierfür ist, dass junge Absolventen einer Berufsausbildung nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit schnell eine neue Anstellung finden konnten.

Die Jugendarbeitslosigkeit nähert sich damit weiter dem Vorkrisenniveau, liegt aktuell aber noch deutlich darüber. Im April 2019 waren 2.626 Jugendliche unter 25 Jahren in Dortmund arbeitslos gemeldet, dies entspricht einer Quote von 8,2 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage zieht wieder an

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bei der Agentur für Arbeit ist im April wieder leicht angestiegen, auch der Stellenbestand ist angewachsen. Das Pandemiegeschehen, Lieferkettenprobleme und große Unwägbarkeiten aufgrund des Krieges in der Ukraine hinterlassen aber Spuren, Unternehmen sind verunsichert, und zögern bei Neueinstellungen aufgrund der großen Herausforderungen.

So meldeten die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen im aktuellen Berichtsmonat 1.061 neue Stellen. Das sind 250 Stellen mehr als im März. Der aktuelle Stellenbestand liegt mit 4.997 Stellen 6,8 Prozent über dem Vormonat. Im Jahresvergleich liegt er mit einem Plus rund 2.000 Stellen deutlich höher als im Krisenjahr 2021. Spitzenreiter beim Stellenbestand sind neben dem Dienstleistungssektor, Unternehmen aus den Bereichen der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 692 offenen Stellen, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit 550 offenen Stellen und dem Baugewerbe mit 358 offenen Stellen.

Unterbeschäftigung geht weiter leicht zurück

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne der Sozialgesetzbücher (SGB III und SGB II) gelten, weil sie beispielsweise wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

Die Unterbeschäftigung ist in diesem Monat leicht gesunken. Insgesamt sind im April 45.743 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 178 Personen weniger. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung sank im April auf 74,1 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote bleibt unverändert im Vergleich zum Vormonat bei 13,9 Prozent.

(Hinweis: Die Unterbeschäftigung ist ein sehr komplexes Thema und beinhaltet nicht Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die während ihrer Beschäftigung Arbeitslosengeldleistungen erhalten. Um Missverständnissen vorzubeugen, erklären wir Ihnen gerne die Zusammenhänge und Hintergründe. Nehmen Sie bei Bedarf mit uns Kontakt auf.)

Ausbildungsmarkt gerät ins Stocken - Mut zur Ausbildung ist gefragt!

Der Ausbildungsmarkt hat im April weiter Fahrt aufgenommen. Sowohl auf Bewerber- als auch auf Unternehmensseite herrscht hohe Dynamik. Viele Jugendliche sind noch unentschlossen, zögern ihre Entscheidung weiter heraus. Auch Betriebe haben sich häufig noch nicht entschieden. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres liegt Ende April bei 3.073. Dies sind im Vorjahresvergleich 72 Stellen weniger. Aktuell stehen davon noch 2.013 Ausbildungsstellen zur Besetzung offen. Seit Oktober 2021 meldeten sich 2.872 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber. Das sind 167 Jugendliche oder 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

„Der Ausbildungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte und setzt auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Es fehlen aber zusehends Bewerberinnen und Bewerber. Und die Zeit der Pandemie hat den Kontakt der Schülerinnen und Schüler zur Arbeitswelt nicht gefördert. Aktuell kommen in Dortmund auf 100 Ausbildungsplätze 93 Bewerber. Theoretisch sollte also jeder eine Stelle bekommen können, aber ggf. kann nicht jede Ausbildungsstelle besetzt werden. Hinzu kommt, Anforderungsprofile und berufliche Vorstellungen müssen zueinander passen. Da klaffen nicht selten die Vorstellungen auseinander. In den nächsten Wochen fokussieren wir uns auf die Orientierung und persönliche Beratung der jungen Menschen in Dortmund und hoffen noch viele für eine Ausbildung gewinnen zu können“, so Heike Bettermann zur Lage auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.

Kontaktdaten Berufsberatung
Telefon: 0231 / 842 9860
e-Mail: berufsberatung@jbh-do.de

Meldung freier Ausbildungsstellen:
Telefon: 0231 / 842 1666
e-Mail: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Alle Infos unter www.jugendberufshaus-dortmund.de