Der Arbeitsmarkt im Januar

− Arbeitslosigkeit: 18.234 Arbeitslose
Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich: +1.283 Arbeitslose/ + 7,6 Prozent
Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich: + 985 Arbeitslose/ + 5,7 Prozent
− Arbeitslosenquote: 6,0 Prozent
Arbeitslosenquote Vormonat: 5,6 Prozent / Vorjahresmonat: 5,7 Prozent
− Stellenmeldungen im Monatsverlauf: 1.000 neue Stellen
Stellenmeldung im Vormonatsvergleich: - 239 Stellen / - 19,3 Prozent
Stellenmeldung im Vorjahresvergleich: + 80 Stellen / + 8,7 Prozent

31.01.2023 | Presseinfo Nr. 6

I. Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Berichtsmonat recht deutlich um 1.283 angestiegen.
Damit sind aktuell 18.234 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 985 Personen mehr.
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent gestiegen. Im gleichen Monat des Vorjahres lag diese Quote um 0,3 Prozentpunkte niedriger bei 5,7 Prozent.

Der aktuelle Monat im 3-Jahresvergleich

JahrArbeitslose
202119.905
202217.249
202318.234

II. Die Entwicklung im Monatsverlauf mit Blick auf die Rechtskreise

Jan Pratzka, Chef der Dresdner Agentur für Arbeit, zur aktuellen Entwicklung:

Zitat:

„Der Anstieg der Zahl der Arbeitslosen zum Jahresbeginn ist nicht ungewöhnlich. Auslaufende befristete Beschäftigungsverhältnisse zum Jahresende, kaum vorhandener Personalbedarf in speziell witterungsabhängigen Branchen und die Tatsache, dass weniger Menschen über den Jahreswechsel in Qualifizierungsmaßnahmen sind, beeinflussen diese Entwicklung. Fast ein Viertel höhere Zugänge in und 18 Prozent niedrigere Abgänge aus Arbeitslosigkeit sind die monatliche Momentaufnahme. In diesem Kontext ist auch die Arbeitskräftenachfrage zu betrachten, die regelmäßig zum Anfang eines Jahres eher verhalten ist.
Erfahrungsgemäß sind die Unternehmen jedoch bestrebt, ihre Arbeitskräfte mit Blick auf die Fachkräftesicherung frühestmöglich wieder einzustellen, was sich – je nach Dauer und Intensität des Winters und eventueller gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen – ab März, spätestens jedoch im April bemerkbar machen wird.“

SGB III – Agentur für Arbeit

Im Berichtsmonat wurden insgesamt 5.842 Arbeitslose von der Agentur für Arbeit Dresden betreut. Das waren 890 Personen mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu Vorjahresmonat waren 176 Männer und Frauen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Bereich des SGB III, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 1,9 Prozent. Im gleichen Monat des Vorjahres lag die Quote ebenfalls bei 1,9 Prozent.

SGB II – Jobcenter Dresden

Mehr als zwei Drittel der arbeitslosen Männer und Frauen gehören zum Rechtskreis SGB II und werden vom Jobcenter Dresden betreut. Im Berichtsmonat waren das 12.392 Arbeitslose, 393 Männer und Frauen mehr als im Vormonat und 809 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Grundsicherung, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich geringfügig um 0,1 Prozentpunkte und liegt aktuell bei 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag diese Quote lediglich bei 3,8 Prozent.

III. Bewegung am Arbeitsmarkt

Zugang

Im Berichtsmonat meldeten sich 4.015 Männer und Frauen in der Stadt Dresden neu oder erneut arbeitslos. Das waren 784 mehr als im Vormonat und 647 mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Insgesamt 2.115 Personen meldeten sich aus Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 893 mehr als im Vormonat und 361 mehr als vor einem Jahr. 772 Personen kamen aus Ausbildung und Qualifizierung, 25 weniger als vergangenen Monat, jedoch 123 mehr als im Januar 2022.

Abgang

Gleichzeitig konnten im Berichtsmonat 2.734 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 602 weniger als im Vormonat, jedoch 154 mehr als im Januar letzten Jahres.
Davon nahmen 913 Personen eine Erwerbstätigkeit auf, 24 weniger als im Vormonat und 86 weniger als im Januar 2022. Insgesamt 580 Männer und Frauen gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 234 weniger als im vergangenen Monat, jedoch 118 mehr als im Vorjahresmonat.

IV. Ausgewählte Alters- und Personengruppen

U25

Bei den jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren hat sich im Berichtsmonat die Zahl der Arbeitslosen von 1.417 im Vormonat auf 1.510 erhöht. Damit sind insgesamt 93 Jugendliche mehr arbeitslos gemeldet als noch im letzten Monat und 84 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Ü50

Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen. Aktuell sind 5.813 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, das sind 339 mehr als im Vormonat und 226 Menschen mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

Langzeitarbeitslose

Bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen wurde in diesem Monat ebenfalls ein Anstieg. Im Berichtsmonat stieg die Zahl der Männer und Frauen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind, um 58 auf 5.987. Das sind jedoch 673 Personen weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

V. Arbeitskräftenachfrage

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dresden wurden insgesamt 1.000 Stellenangebote zur Besetzung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Das waren 239 weniger als im Vormonat, jedoch 80 mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.
Die meisten Stellenmeldungen kamen aus dem Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (220 Stellen) aus der öffentlichen Verwaltung (170 Stellen), aus dem Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (160 Stellen) sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen (99 Stellen).

Der aktuelle Monat im 3-Jahresvergleich

JahrStellen
2021581
2022920
20231.000

VI. Kurzarbeit

Für Juli 2022 liegen nun endgültige Daten zur realisierten Kurzarbeit vor. Insgesamt befanden sich 53 Betriebe in Kurzarbeit und diese erhielten für 225 Beschäftigte Kurzarbeitergeld. Das sind 82,1 Prozent weniger Betriebe und 79,7 Prozent weniger Personen im Vergleich zum Vormonat. Der durchschnittliche Arbeitsausfall betrug 37,6 Prozent.
Für den Monat September 2022 gibt es erste Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit, wonach 48 Betriebe für 258 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhalten.
Die eingegangenen Anzeigen zur Kurzarbeit, die ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung sind, sind in den vergangenen Monaten kontinuierlich rückläufig gewesen.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 24.358 Männer und Frauen, das sind 2.060 Personen mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 8,0 Prozent (Vormonat: 7,6 Prozent/ Vorjahr: 7,3 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Den Schwerpunkt der Beschäftigungsstatistik der BA bildet die Berichterstattung über die sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten. Der Bestand wird auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung monatlich mit 6 Monaten Wartezeit ermittelt. Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeflusses sind stabile statistische Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach dieser Wartezeit zu erzielen. Für September 2022 werden die Daten im März 2023 veröffentlicht.

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