06.11.2020 | Presseinfo Nr. 55

Bilanz des Ausbildungsjahres 2019 / 2020

Trotz Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen bleibt ausgewogene Stellen-Bewerber-Relation erhalten - Bewerberzuwachs um zirka ein Prozent bei rund 10 Prozent weniger gemeldete Ausbildungsstellen - Berufswunschliste der Bewerber seit Jahren nahezu unverändert

Überblick

„Durch die Corona-Pandemie stand der Ausbildungsmarkt in diesem Jahr unter ganz besonderen Belastungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten und die Folgen der Beschränkungen beeinträchtigen die Unternehmen. Geplante Veranstaltungen zur Ausbildungsvermittlung konnten nicht durchgeführt werden und persönliche Beratungen für Ausbildungsuchende waren nicht oder nur eingeschränkt möglich. Schnell mussten neue Wege gegangen werden, um Jugendliche bei ihrer Berufswahl unterstützen zu können. Die weiterhin hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen, der unbedingte Ausbildungswille der Jugendlichen und die an die gegebenen Umstände angepassten Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten unsere Berufsberatung führten dieses herausfordernde Ausbildungsjahr doch noch zu einer guten Bilanz. Selbst mit dem Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen um rund 10 Prozent bleibt uns in der Stadt Dresden noch eine ausgewogene Stellen-Bewerber-Relation erhalten. Rein rechnerisch standen 1,06 Ausbildungsstellen pro gemeldeten Bewerber/in zur Verfügung. In den vorderen Rängen stimmten dabei die angebotenen Ausbildungsstellen sogar überwiegend mit den Berufswünschen der Bewerber überein.", kommentiert Jan Pratzka die Bilanz des Ausbildungsmarktes 2019/ 2020.

„Im vergangenen Ausbildungsjahr blieben weniger Ausbildungsstellen unbesetzt, jedoch geringfügig mehr Bewerber/innen, die zu Beginn des Ausbildungsjahres noch keine Lehrstelle hatten. Mit diesen Jugendlichen arbeiten die Spezialisten unserer Berufsberatung weiterhin mit Hochdruck daran, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden.", führt Pratzka weiter aus.

Bewerber

Von Oktober 2019 bis September dieses Jahres haben 2.282 Bewerber wegen einer Berufsausbildung die Berufsberatung und Ausbildungsplatzvermittlung der Agentur für Arbeit Dresden in Anspruch genommen. Das waren 24 oder 1,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei den gemeldeten Bewerbern/innen stand – wie bereits im letzten Jahr - der Beruf Verkäufer/in mit 208 an der Spitze der gewünschten Berufe, gefolgt von den Ausbildungsberufen Kaufmann/frau im Einzelhandel mit 146 sowie Mechatroniker/-in mit 107. Betrachtet man die Berufswünsche der jungen Männer und Frauen separat, werden die kleinen Unterschiede in den Berufswünschen deutlich.

Verkäufer/in und Kauffrau/-mann im Einzelhandel stehen bei Männern und Frauen gleichermaßen hoch im Kurs und befinden sich unter den drei beliebtesten Ausbildungsberufen, allerdings wählen Männer vorranging eher eine technisch orientierte Berufsausbildung und Frauen eher eine im kaufmännischen Bereich und bleiben fokussiert auf geschlechtstypische Berufe.

Am Ende des Berufsberatungsjahres blieben in der Agentur für Arbeit Dresden noch 169 Jugendliche unversorgt, also ohne Ausbildungsplatz. Das waren 21 Bewerber/innen oder 14,2 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Ausbildungsstellen

Mit diesjährig insgesamt 2.411 gemeldeten Ausbildungsstellen waren 276 Stellen oder 10,3 Prozent weniger als im Vorjahr gemeldet. Insgesamt wurden die meisten Ausbildungsstellen – auch hier analog der vergangenen Jahre - für die Berufe Kaufmann/frau im Einzelhandel mit 216 Stellen angeboten, gefolgt von Verkäufer/in mit 133 Stellen sowie Kaufmann/frau für Büromanagement mit 119 Stellen.

Aktuell sind noch 157 Ausbildungsplätze unbesetzt, das sind 16 oder 9,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Die Bilanz des aktuellen Ausbildungsjahres bedeutet nicht, dass die Vermittlung in Ausbildung nun ruht. Die Ausbildungsspezialisten der Agentur für Arbeit arbeiten gemeinsam mit den noch suchenden Jugendlichen auch unter den aktuell schwierigen Bedingungen weiter daran, den Start in die Ausbildung zu ermöglichen. Für einige Jugendliche werden wieder betriebliche Einstiegsqualifizierungen und berufsvorbereitende Maßnahmen zur Verfügung gestellt, die dazu dienen sollen, den Jugendlichen die Vermittlung in eine berufliche Ausbildung im kommenden Berichtsjahr zu erleichtern.