05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt im Dezember

Leichter Anstieg der Zahl der Arbeitslosen - Arbeitslosenquote verbleibt bei 6,2 Prozent - Beschätigungsanstieg trotz Corona

I. Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Berichtsmonat um 105 leicht angestiegen. Damit sind aktuell 18.609 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 2.910 Arbeitslose mehr.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist im Vergleich zum Vormonat konstant bei 6,2 Prozent geblieben. Im gleichen Monat des Vorjahres lag diese Quote bei 5,3 Prozent.

Betrachtet man den Jahresdurchschnitt, waren im Jahr 2020 durchschnittlich 18.587 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 1.823 oder 10,9 Prozent mehr als im Jahr 2019. Die Arbeitslosenquote lag im Durchschnitt bei 6,2 Prozent, im Jahr 2019 bei 5,6 Prozent.

II. Die Entwicklung im Monatsverlauf mit Blick auf die Rechtskreise

„Der Monat Dezember brachte den erwarteten saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit, der jedoch unter dem Gesichtspunkt des aktuellen Lockdowns und der damit verbundenen erneuten Einschränkungen in einer für die regionale Wirtschaft wichtigen Zeit erstaunlich gering ausfiel.

Die Arbeitskräftenachfrage ist im Berichtsmonat deutlich geringer ausgefallen. Es ist zu vermuten, dass die Unternehmen abwarten, wie lang und in welchem Umfang die aktuellen Einschränkungen noch aufrechterhalten werden.", kommentiert Jan Pratzka, Leiter der Dresdner Arbeitsagentur die Monatsstatistik zum Arbeitsmarkt und versichert gleichzeitig: „Wir bleiben für unsere Unternehmen und Ratsuchenden erreichbar. Nicht in jedem Fall persönlich, aber wir haben alle alternativen Kontaktmöglichkeiten ausgebaut, um so auch in diesen außergewöhnlich herausfordernden Zeiten mit unserem gesamten Dienstleistungsportfolio uneingeschränkt Unterstützung bieten zu können.

Ein positives Zeichen setzte die Beschäftigtenstatistik, wofür neue Quartalszahlen vorliegen. Die letzte verfügbare Auswertung ist von Juni 2020. Aus dieser geht ein erneuter Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal hervor. Dieser Anstieg ist mit 0,5 Prozent relativ gering ausgefallen, stimmt jedoch angesichts der Pandemie, die die Wirtschaft fest im Griff hat, durchaus zuversichtlich.", ergänzt Pratzka seine Ausführungen.

SGB III – Agentur für Arbeit

Im Berichtsmonat wurden insgesamt 7.037 Arbeitslose von der Agentur für Arbeit Dresden betreut. Das waren 79 Personen mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu Vorjahresmonat waren 2.242 Männer und Frauen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Bereich des SGB III, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, blieb unverändert bei 2,3 Prozent. Im gleichen Monat des Vorjahres lag die Quote bei 1,6 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt wurden 6.835 Männer und Frauen von der Agentur für Arbeit betreut, 1.711 oder 33,4 Prozent mehr als im Jahr 2019. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag mit 2,3 Prozent deutlich höher als die 1,7 Prozent im Jahr 2019.

SGB II – Jobcenter Dresden

Rund zwei Drittel der arbeitslosen Männer und Frauen gehören zum Rechtskreis SGB II und werden vom Jobcenter Dresden betreut. Im Berichtsmonat waren das 11.572 Arbeitslose, 26 Männer und Frauen mehr als im Vormonat und 668 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Grundsicherung, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, blieb wie im Vormonat bei 3,9 Prozent. Im Vorjahresmonat lag diese Quote bei 3,7 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt 2020 wurden 11.752 Männer und Frauen vom Jobcenter Dresden betreut, 112 oder 0,9 Prozent mehr als 2019. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2020 lag, wie schon 2019, bei 3,9 Prozent.

III. Bewegung am Arbeitsmarkt

Zugang

Im Berichtsmonat meldeten sich 3.113 Männer und Frauen in der Stadt Dresden neu oder erneut arbeitslos. Das waren 158 weniger als im Vormonat und 568 weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Insgesamt 1.301 Personen meldeten sich aus Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 52 weniger als im Vormonat und 69 weniger als vor einem Jahr. 831 Personen kamen aus Ausbildung und Qualifizierung, 51 weniger als vergangenen Monat und 258 weniger als im Dezember 2019.

Im gesamten Jahr 2020 meldeten sich 43.116 Menschen arbeitslos, das waren 6246 oder 12,7 Prozent weniger als m Jahr 2019.

Abgang

Gleichzeitig konnten im Berichtsmonat 3.008 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 676 weniger als im Vormonat und 524 weniger als im Dezember letzten Jahres. Davon nahmen 1.050 Personen eine Erwerbstätigkeit auf, 396 weniger als im Vormonat und 28 weniger als im Dezember 2019. Insgesamt 810 Männer und Frauen gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 54 weniger als im vergangenen Monat und 174 weniger als im Vorjahresmonat.

Seit Jahresbeginn meldeten sich insgesamt 40.313 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, 9.913 oder 19,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

IV. Ausgewählte Alters- und Personengruppen

U25

Bei den jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren hat sich im Berichtsmonat die Zahl der Arbeitslosen von 1.727 im Vormonat auf 1.723 minimal verringert. Damit sind insgesamt vier Jugendliche weniger arbeitslos gemeldet als noch im letzten Monat, jedoch noch 414 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Im Jahr 2020 waren durchschnittlich 1.813 Jugendliche arbeitslos gemeldet, 298 oder 19,6 Prozent mehr als im Jahr 2019.

Ü50

Geringfügig erhöht hat sich die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen. Aktuell sind 5.639 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, das sind 44 mehr als im Vormonat und 585 Menschen mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

2020 waren im Durchschnitt 5.500 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, 194 oder 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Langzeitarbeitslose

Bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen wurde in diesem Monat ebenfalls ein Anstieg verzeichnet. Im Berichtsmonat erhöhte sich die Zahl der Männer und Frauen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind, um 152 auf 6.416. Das sind 1.545 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Im Jahresdurchschnitt 2020 waren 5.629 Langzeitarbeitslose gemeldet, 392 oder 7,5 Prozent mehr als durchschnittlich im Jahr 2019.

V. Arbeitskräftenachfrage

Im Dezember ist die Arbeitskräftenachfrage recht deutlich gesunken. Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dresden wurden insgesamt 681 Stellenangebote zur Besetzung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Das waren 192 weniger als im Vormonat und 46 weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Im Jahresverlauf 2020 wurden insgesamt 9.277 Stellen gemeldet, das waren 3.114 oder 25,1 Prozent weniger als im Jahr 2019.

VI. Kurzarbeit

Die konjunkturelle Kurzarbeit, die wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beiträgt, hatte in Bezug auf die abgegebenen Anzeigen zur Kurzarbeit ihren Höchststand im April erreicht. Seit Mai ist ein kontinuierlicher Rückgang der Anzeigen zur Kurzarbeit zu verzeichnen. Mit Beginn des Lockdowns im November ist ein neuerlicher Anstieg zu verzeichnen.

Anzeigen zur Kurzarbeit

Für die Monate März bis November liegen endgültige Werte vor. Der Dezember 2020 umfasst die Erhebungen zur Kurzarbeit, die bis 28.12.2020 eingegangen waren.

Monat Anzeigen Personen in Anzeigen
März 2020 1.908 24.087
April 2020 4.313 38.781
Mai 2020 355 4.966
Juni 2020 132 3.303
Juli 2020 91 1.623
August 2020 76 868
September 2020 41 532
Oktober 2020 101 1.132
November 2020 730 8.274
Dezember 2020 593 5.353

Tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit

Für den Monat März bis Juni 2020 liegen nun endgültige Werte zur tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit vor.

- März 2020 April 2020 Mai 2020 Juni 2020
Betriebe 2.888 4.498 3.828 2.668
Personen 18.267 35.359 31.285 24.151

Am stärksten betroffen, nach Anzahl der Personen, waren im Juni:

6.233 Personen – verarbeitendes Gewerbe (211 Betriebe)

5.144 Personen – Gastgewerbe (470 Betriebe)

2.896 Personen – Einzelhandel (445 Betriebe)

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 23.979 Männer und Frauen, das sind 1.731 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 7,9 Prozent (Vormonat: 7,9 Prozent/ Vorjahr: 7,3 Prozent).

Im Jahresdurchschnitt 2020 befanden sich 24.267 Personen in Unterbeschäftigung, 1.003 Männer und Frauen oder 4,3 Prozent mehr als im Jahr 2019. Die durchschnittliche Unterbeschäftigungsquote lag bei 8,0 Prozent, im Jahr 2019 lag diese Quote bei 7,7 Prozent.

VIII. Beschäftigung

Im Juni 2020* waren in der Stadt Dresden 270.858 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 1.436 gegenüber dem Vorjahresquartal, das entspricht einem Plus von 0,5 Prozent, hat sich der Beschäftigungsanstieg durch Corona deutlich abgeschwächt, hält aber trotzdem weiterhin an.

Der Zuwachs an Beschäftigung erfolgte ausschließlich bei den Männern (+1,1 Prozent), wohingegen bei den Frauen sogar eine Verringerung von 0,1 Prozent verzeichnet wurde. Betrachtet nach Arbeitszeit verringerte sich die Vollzeitbeschäftigung um 0,4 Prozent, die Teilzeitbeschäftigung erzielte einen Zuwachs von 2,6 Prozent.

Insbesondere bei den jüngeren Beschäftigten unter 25 Jahre (plus 5,8 Prozent) und bei den Beschäftigten über 55 Jahre (plus 3,7 Prozent) gab es einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsanstieg.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Gesundheitswesen (plus 846) im Bereich Heime und Sozialwesen (plus 731) und der Energieversorgung (plus 457). Aber auch die Bereiche Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 453), Information und Kommunikation (plus 438) und Erziehung und Unterricht (plus 366) zählten deutlich mehr Beschäftigte.

Weniger Beschäftigte gab es bei Arbeitnehmerüberlassungen (minus 1.255), im Gastgewerbe (minus 648) und dem Baugewerbe (minus 216). Die öffentliche Verwaltung (minus 153) und der Bereich der Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (minus 92) verzeichneten ebenfalls weniger Beschäftigte.

* letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben