29.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Der Arbeitsmarkt im Januar

Zahl der Arbeitslosen steigt auf 19.905 - Arbeitslosenquote um 0,4 auf 6,6 Prozent erhöht - Arbeitskräftenachfrage gesunken

I. Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Berichtsmonat sehr deutlich um 1.296 angestiegen. Damit sind aktuell 19.905 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 3.041 Arbeitslose mehr.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkt auf 6,6 Prozent gestiegen. Im gleichen Monat des Vorjahres lag diese Quote bei 5,7 Prozent.

II. Die Entwicklung im Monatsverlauf mit Blick auf die Rechtskreise

„Das neue Jahr beginnt mit einem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen. Das war in den vergangenen Jahren ebenso, allerdings wirken in diesem Januar neben den saison- und witterungsbedingten Einflüssen erheblich die Auswirkungen des erneuten Lockdowns. Über 3.000 arbeitslose Menschen mehr als im Januar 2020 sprechen eine deutliche Sprache. Rückläufig ist, im Gesamt-Kontext Corona jedoch nicht verwunderlich, die Arbeitskräftenachfrage, die nicht nur unter dem Vormonats- sondern auch unter dem Vorjahreswert zurückbleibt. Davon betroffen sind besonders Langzeitarbeitslose, denen der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in dieser Situation deutlich schwerer fällt.", kommentiert Jan Pratzka, Leiter der Dresdner Arbeitsagentur die Monatsstatistik zum Arbeitsmarkt. „Der Arbeitsmarkt ist im Wandel, neben Verlierern gibt es auch Branchen, die Zuwächse verzeichnen. Es ist wichtig, dass Arbeitsuchende die aktuelle Zeit auch für Qualifizierungen nutzen, die jetzt auch während der Kurzarbeit in Unternehmen möglich sind.

Auch wenn zurzeit persönliche Beratungen nur sehr eingeschränkt möglich sind, möchte ich erneut betonen, dass die Agentur für Arbeit weiterhin telefonisch oder online erreichbar ist. Dafür wurden unsere Dienstleistungen an die derzeitige Situation angepasst und beispielsweise das Online-Angebot erweitert, welches von Web-Seminaren über Apps bis hin zur Videoberatung reicht.", fügt Pratzka seinen Ausführungen an.

SGB III – Agentur für Arbeit

Im Berichtsmonat wurden insgesamt 8.016 Arbeitslose von der Agentur für Arbeit Dresden betreut. Das waren 979 Personen mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu Vorjahresmonat waren 2.391 Männer und Frauen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Bereich des SGB III, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Im gleichen Monat des Vorjahres lag die Quote bei 1,9 Prozent.

SGB II – Jobcenter Dresden

Etwas mehr als die Hälfte der arbeitslosen Männer und Frauen gehört zum Rechtskreis SGB II und wird vom Jobcenter Dresden betreut. Im Berichtsmonat waren das 11.889 Arbeitslose, 317 Männer und Frauen mehr als im Vormonat und 650 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Grundsicherung, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stieg geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Im Vorjahresmonat lag diese Quote bei 3,8 Prozent.

III. Bewegung am Arbeitsmarkt

Zugang

Im Berichtsmonat meldeten sich 3.713 Männer und Frauen in der Stadt Dresden neu oder erneut arbeitslos. Das waren 600 mehr als im Vormonat und 815 weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Insgesamt 2.075 Personen meldeten sich aus Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 774 mehr als im Vormonat und 92 weniger als vor einem Jahr. 719 Personen kamen aus Ausbildung und Qualifizierung, 112 weniger als vergangenen Monat und 276 weniger als im Januar 2020.

Abgang

Gleichzeitig konnten im Berichtsmonat 2.409 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 599 weniger als im Vormonat und 953 weniger als im Vorjahresmonat. Davon nahmen 973 Personen eine Erwerbstätigkeit auf, 77 weniger als im Vormonat und 93 weniger als im Januar 2020. Insgesamt 447 Männer und Frauen gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 363 weniger als im vergangenen Monat und 354 weniger als im Januar des vergangenen Jahres.

IV. Ausgewählte Alters- und Personengruppen

U25

Bei den jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren ist im Berichtsmonat die Zahl der Arbeitslosen von 1.723 im Vormonat auf 1.785 im Berichtsmonat gestiegen. Damit sind insgesamt 62 Jugendliche mehr arbeitslos gemeldet als noch im letzten Monat und 384 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Ü50

Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen. Aktuell sind 6.052 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, das sind 413 mehr als im Vormonat und 673 Menschen mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

Langzeitarbeitslose

Bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen wurde in diesem Monat ebenfalls ein Anstieg verzeichnet. Im Berichtsmonat erhöhte sich die Zahl der Männer und Frauen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind, um 464 auf 6.880. Das sind 1.897 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

V. Arbeitskräftenachfrage

Die Arbeitskräftenachfrage ist in diesem Monat erneut gesunken. Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dresden wurden insgesamt 581 Stellenangebote zur Besetzung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Das waren 100 weniger als im Vormonat und 430 weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Von den Stellenmeldungen kamen die meisten aus den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (98 Stellen), dem verarbeitenden Gewerbe (75 Stellen), dem Gesundheits- und Sozialwesen (63 Stellen) sowie der Zeitarbeit (59 Stellen) und dem Handel (50 Stellen).

VI. Kurzarbeit

Die konjunkturelle Kurzarbeit trägt seit März des vergangenen Jahres wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Der Höchststand abgegebener Anzeigen zur Kurzarbeit war im April 2020. Ab Mai war nach Ende des ersten Lockdowns ein kontinuierlicher Rückgang der Anzeigen zur Kurzarbeit zu verzeichnen. Mit Beginn des zweiten Lockdowns ist seit November 2019 ein neuerlicher Anstieg zu verzeichnen.

Anzeigen zur Kurzarbeit

Für die Monate März bis November liegen endgültige Werte vor. Der Dezember 2020 umfasst die Erhebungen zur Kurzarbeit, die bis 23.12.2020 eingegangen waren.

Monat Anzeigen Personen in Anzeigen
März 2020 1.908 24.087
April 2020 4.313 38.781
Mai 2020 355 4.966
Juni 2020 132 3.303
Juli 2020 91 1.623
August 2020 76 868
September 2020 41 532
Oktober 2020 101 1.132
November 2020 730 8.274
Dezember 2020 703 6.445

Tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit

Für die Monate März bis Juli 2020 liegen nun endgültige Werte zur tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit vor.

Monat Betriebe Personen
März 2020 2.888 18.267
April 2020 4.498 35.359
Mai 2020 3.828 31.285
Juni 2020 2.668 24.151
Juli 2020 1.983 18.651

Am stärksten betroffen, nach Anzahl der Personen, waren im Juli:

6.367 Personen – verarbeitendes Gewerbe (183 Betriebe)

3.555 Personen – Gastgewerbe (328 Betriebe)

1.644 Personen – Handel (316 Betriebe)

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 25.072 Männer und Frauen, das sind 1.838 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 8,2 Prozent (Vormonat: 7,9 Prozent/ Vorjahr: 7,6 Prozent).