29.04.2021 | Presseinfo Nr. 22

Der Arbeitsmarkt im April

Zahl der Arbeitslosen um 65 auf 20.049 gesunken - Arbeitslosenquote unverändert bei 6,7 Prozent - Arbeitskräftenachfrage sinkt um knapp 15 Prozent

I. Überblick

Im Berichtsmonat ist die Zahl der Arbeitslosen um 65 gesunken. Damit sind aktuell 20.049 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 1.623 Arbeitslose mehr.
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist im Vergleich zum Vormonat erneut konstant geblieben und liegt unverändert bei 6,7 Prozent. Im gleichen Monat des Vorjahres lag diese Quote bei 6,2 Prozent.

Zahl der Arbeitslosen

Der aktuelle Monat im 3-Jahresvergleich

Monat Zahl der Arbeitslosen
April 2019 16.894
April 2020 18.426
April 2021 20.049

II. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes mit Blick auf die Rechtskreise

„Seit nunmehr einem Jahr schlagen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt nieder. Unternehmen setzten und setzen noch immer in einem nie dagewesenen Umfang auf die Inanspruchnahme konjunktureller Kurzarbeit und halten so ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das zeugt auch von Weitsicht und Hoffnung in Bezug auf eine baldige Stabilisierung.
Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten angestiegen ist, fehlte doch, bis auf wenige Ausnahmen, die Arbeitskräftenachfrage, um diese Entwicklung aufzufangen. Noch immer, oder bereits zum wiederholten Male, ruhen Teile der Wirtschaft, die sonst den Arbeitsmarkt erheblich stützen.“, kommentiert Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur die aktuelle Monatsstatistik.
„In dieser insgesamt schwierigen Situation stehen Schulabgänger, die ebenfalls turbulente Zeiten mit Teil- oder Heimbeschulung hinter sich haben, vor dem enorm wichtigen Übergang von der Schule in den Beruf. Ich möchte sowohl Unternehmen als auch die Schulabgänger ermutigen, nicht in den Bemühungen um die passenden Auszubildenden und Ausbildungsstellen nachzulassen. Unsere Berufsberater/-innen stehen per Telefon, mit Videoberatungen oder in besonderen Einzelfällen auch für ein persönliches Beratungsgespräch für alle Ausbildungssuchenden zur Verfügung und können telefonisch unter 0800 4 5555 00 erreicht werden. Zusätzlich bietet ein umfangreiches Online-Angebot Hilfe und Unterstützung, um entsprechend der eigenen Fähigkeiten und Begabungen die individuell passenden Ausbildungsberufe und Studienfelder zu finden“, kommentiert Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur die aktuelle Monatsstatistik.

II. Blick auf die Rechtskreise

SGB III – Agentur für Arbeit

Im Berichtsmonat wurden insgesamt 7.155 Arbeitslose von der Agentur für Arbeit Dresden betreut. Das waren 420 Personen weniger als im Vormonat. Im Vergleich zu Vorjahresmonat waren 531 Männer und Frauen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Bereich des SGB III, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist erneut um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent gesunken. Im gleichen Monat des Vorjahres lag die Quote bei 2,2 Prozent.

SGB II – Jobcenter Dresden

Etwas mehr als die Hälfte der arbeitslosen Männer und Frauen gehört zum Rechtskreis SGB II und wird vom Jobcenter Dresden betreut. Im Berichtsmonat waren das 12.894 Arbeitslose, 355 Männer und Frauen mehr als im Vormonat und 1.092 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Grundsicherung, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stieg erneut geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Vorjahresmonat lag diese Quote bei 4,0 Prozent.

III. Bewegung am Arbeitsmarkt

Zugang

Im Berichtsmonat meldeten sich 3.306 Männer und Frauen in der Stadt Dresden neu oder erneut arbeitslos. Das waren 484 mehr als im Vormonat und 1.235 weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Insgesamt 1.322 Personen meldeten sich aus Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 104 mehr als im Vormonat und 877 weniger als vor einem Jahr. 904 Personen kamen aus Ausbildung und Qualifizierung, 137 mehr als vergangenen Monat und 270 weniger als im April 2020.

Abgang

Gleichzeitig konnten im Berichtsmonat 3.352 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 471 mehr als im Vormonat und 820 mehr als im Vorjahresmonat. Davon nahmen 1.554 Personen eine Erwerbstätigkeit auf, 295 mehr als im Vormonat und 535 mehr als im April 2020. Insgesamt 742 Männer und Frauen gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 125 mehr als im vergangenen Monat und 239 mehr als im April des vergangenen Jahres.

IV. Ausgewählte Alters- und Personengruppen

U25

Bei den jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren ist im Berichtsmonat die Zahl der Arbeitslosen von 1.905 im Vormonat auf 1.909 im Berichtsmonat geringfügig angestiegen. Damit sind insgesamt vier Jugendliche mehr arbeitslos gemeldet als noch im letzten Monat und 102 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Ü50

Die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen ist in diesem Monat erneut gesunken. Aktuell sind 5.970 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, das sind 17 weniger als im Vormonat, jedoch 494 Menschen mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen erhöhte sich im Berichtsmonat wieder recht deutlich. Aktuell sind 7.667 Männer und Frauen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind, gemeldet. Das sind 317 mehr als im Vormonat und 2.460 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

V. Arbeitskräftenachfrage

Nach der seit diesem Jahr wieder kontinuierlich steigenden Arbeitskräftenachfrage ist diese im Berichtsmonat wieder rückläufig. Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dresden wurden insgesamt 790 Stellenangebote zur Besetzung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Das waren 136 weniger als im Vormonat, jedoch 317 mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Von den Stellenmeldungen kamen die meisten aus den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (161 Stellen), der Zeitarbeit und dem Gesundheitswesen (je 81 Stellen), dem Handel (77 Stellen) sowie dem verarbeitenden Gewerbe (68 Stellen).

Stellenzugang

Der aktuelle Monat im 3-Jahresvergleich

Monat Stellenzugang
April 2019 1.091
April 2020 473
April 2021 790

VI. Kurzarbeit

Seit über einem Jahr trägt die konjunkturelle Kurzarbeit zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Dabei war der Höchststand in Bezug auf eingereichte Kurzarbeit-Anzeigen im April 2020 erreicht.

Anzeigen zur Kurzarbeit

Für die Monate März 2020 bis Februar 2021 liegen endgültige Werte vor. Der März 2021 umfasst die Erhebungen zur Kurzarbeit wegen des Erhebungszeitpunktes gegebenenfalls nicht vollständig.

Monat Anzeigen Personen in Anzeigen
März 2020 1.908 24.087
April 2020 4.313 38.781
Mai 2020 355 4.966
Juni 2020 132 3.303
Juli 2020 91 1.623
August 2020 76 868
September 41 532
Oktober 2020 101 1.132
November 2020 730 8.274
Dezember 2020 703 6.445
Januar 2021 1.051 9.755
Februar 2021 319 3.181
März 2021 122 914

Tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit

Für die Monate März bis Oktober 2020 liegen nun endgültige Werte zur tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit vor.

Monat Betriebe Personen
März 2020 2.888 18.267
April 2020 4.498 35.359
Mai 2020 3.828 31.285
Juni 2020 2.668 24.151
Juli 2020 1.983 18.651
August 2020 1.679 12.878
September 2020 1.433 11.433
Oktober 2020 1.303 10.224

Realisierte Kurzarbeit im Oktober

Im Berichtsmonat waren 9,1 % weniger Betriebe und 10,6 % weniger Personen als im Vormonat in Kurzarbeit. Der durchschnittliche Arbeitsausfall betrug 36,3%.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 25.046 Männer und Frauen, das sind 811 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 8,2 Prozent (Vormonat: 8,2 Prozent/ Vorjahr: 8,0 Prozent).