30.09.2021 | Presseinfo Nr. 33

Der Arbeitsmarkt im September

Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 17.510 - Arbeitslosenquote wieder unter 6-Prozent-Marke - Pandemiebedingte Einschränkungen spiegeln sich in Beschäftigtenstatistik wider

I. Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Berichtsmonat in der Landeshauptstadt um 812 gesunken.
Damit sind aktuell 17.510 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 1.996 Arbeitslose weniger.
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ist im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkt auf 5,8 Prozent gesunken und liegt damit seit Beginn der Pandemie erstmals wieder unter der 6-Prozent-Marke. Im gleichen Monat des Vorjahres lag diese Quote noch bei 6,5 Prozent.

Zahl der Arbeitslosen

Der aktuelle Monat im 3-Jahresvergleich

Jahr Arbeitslose
2019 16.479
2020 19.506
2021 17.510

II. Die Entwicklung im Monatsverlauf mit Blick auf die Rechtskreise

„Wir können die in der Vergangenheit übliche Herbstbelebung in diesem Jahr wieder deutlich spüren. Pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn hat sich im September die Zahl der Arbeitslosen verringert. Davon profitierten alle Alters- und Personengruppen in nahezu gleichem Umfang, teilweise kräftiger als im September letzten Jahres. Wie zu erwarten war, wird dieser Rückgang hauptsächlich von den jugendlichen Arbeitslosen getragen. Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich hier die Zahl der Arbeitslosen um 16,3 Prozent. Das spricht dafür, dass die nach Ende der
Ausbildung nicht nahtlos erfolgten Einstellungen nun nachgeholt wurden und die frisch gebackenen jungen Fachkräfte ihren Weg ins Berufsleben gefunden haben.“, kommentiert Jan Pratzka, Leiter der Dresdner Arbeitsagentur die Monatsstatistik.

„Die Arbeitskräftenachfrage verringerte sich leicht gegenüber den vergangenen Monaten, liegt aber deutlich über dem Vorjahr. Schaut man auf den Bestand der aktuell gemeldeten Stellen, hat sich dieser von rund 3.000 vor einem Jahr auf aktuell mehr als 4.500 Stellen erhöht. Fachkräfte sind gesucht und wo die Fachlichkeit nicht ausreicht oder bereits beschäftigte Mitarbeiter qualifiziert werden müssen, unterstützt die Agentur für Arbeit gern mit entsprechenden Förderungen.“, betont Pratzka.

„Aus der Beschäftigtenstatistik liegen neue Daten mit Stand März 2021 vor. Leider konnte der anhaltende Aufwärtstrend nicht fortgesetzt werden, vielmehr spiegeln sich nun erstmals auch in der Beschäftigtenstatistik die Folgen der pandemiebedingten Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens wider. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank um 0,5 Prozentpunkte, wobei zum Beispiel Verkehr & Lagerei und das Gastgewerbe die Branchen mit dem größten Rückgang sind, das Gesundheits- und Sozialwesen hingegen war eine der Branchen, die einen Zuwachs
verzeichnen konnte.“, so Pratzka abschließend.

SGB III – Agentur für Arbeit

Im Berichtsmonat wurden insgesamt 5.625 Arbeitslose von der Agentur für Arbeit Dresden betreut. Das waren 502 Personen weniger als im Vormonat. Im Vergleich zu Vorjahresmonat waren 1.989 Männer und Frauen weniger gemeldet.

Die Arbeitslosenquote im Bereich des SGB III, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, verringerte sich zum Vormonat geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 1,9 Prozent. Im gleichen Monat des Vorjahres lag die Quote bei 2,5 Prozent.

SGB II – Jobcenter Dresden

Die Mehrheit der arbeitslosen Männer und Frauen gehören zum Rechtskreis SGB II und werden vom Jobcenter Dresden betreut. Im Berichtsmonat waren das 11.885 Arbeitslose, 310 Männer und Frauen weniger als im Vormonat und sieben weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Grundsicherung, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, verringerte sich ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 3,9 Prozent. Im Vorjahresmonat lag diese Quote bei 4,0 Prozent.

III. Bewegung am Arbeitsmarkt

Zugang

Im Berichtsmonat meldeten sich 3.579 Männer und Frauen in der Stadt Dresden neu oder erneut arbeitslos. Das waren 177 weniger als im Vormonat, jedoch 263 mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres. Insgesamt 1.268 Personen meldeten sich aus Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 10 weniger als im Vormonat und 47 weniger als vor einem Jahr.

Abgang

Gleichzeitig konnten im Berichtsmonat 4.383 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 673 mehr als im Vormonat und 139 mehr als im Vorjahresmonat. Davon nahmen 1.603 Personen eine Erwerbstätigkeit auf, 204 mehr als im vergangenen Monat, jedoch 22 weniger als im September des vergangenen Jahres.

IV. Ausgewählte Alters- und Personengruppen

U25

Bei den jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren ist im Berichtsmonat die Zahl der Arbeitslosen von 1.907 im Vormonat auf 1.596 im Berichtsmonat recht deutlich gesunken.
Damit sind insgesamt 311 Jugendliche weniger arbeitslos gemeldet als noch im letzten Monat und 477 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Ü50

Auch die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen ist im Berichtsmonat gesunken. Aktuell sind 5.502 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet, das sind 35 weniger als im Vormonat und 73 Menschen weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

Langzeitarbeitslose

Für die Zahl der Langzeitarbeitslosen wurde ebenfalls eine Verringerung verzeichnet.
Im Berichtsmonat sank die Zahl der Männer und Frauen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind, um 122 auf 7.046. Das sind jedoch noch immer 988 mehr als im September letzten Jahres.

V. Arbeitskräftenachfrage

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dresden wurden insgesamt 1.004 Stellenangebote zur Besetzung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Das waren 55 weniger als im Vormonat, jedoch 225 mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.
Von den Stellenmeldungen kamen die meisten aus den freiberuflich wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (198 Stellen), dem Handel (114 Stellen), der Zeitarbeit (99 Stellen), dem verarbeitenden Gewerbe (92 Stellen), dem Gastgewerbe (87 Stellen), sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen (84 Stellen).

Stellenzugang

Der aktuelle Monat im 3-Jahresvergleich

Jahr Stellen
2019 1.147
2020 779
2021 1.004

VI. Kurzarbeit

Konjunkturelle Kurzarbeit ist ein Indikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt und hat uns in den vergangenen Monaten mehr als üblich begleitet und wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen.

Anzeigen zur Kurzarbeit

Im April vergangenen Jahres erreichten die Anzeigen zur Kurzarbeit mit über 4.300 einen absoluten Höchststand. Zu Beginn des 2. Lockdowns stiegen die Anzeigen zur Kurzarbeit in den Monaten November 2020 bis Januar 2021 erneut kräftig an und seitdem sinken diese kontinuierlich von Monat zu Monat. So gingen für den Monat September 15 Anzeigen für 67 Personen ein, das waren drei Anzeigen weniger als im August. Wegen des Erhebungszeitpunktes sind gegebenenfalls nicht alle Anzeigen vollständig erfasst.

Tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit

Für die Monate März 2020 bis März 2021 liegen nun endgültige Werte zur tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit vor.

Monat Betriebe Personen in Kurzarbeit
März 2020 2.888 18.267
April 2020 4.498 35.359
Mai 2020 3.828 35.359
Juni 2020 2.668 24.151
Juli 2020 1.983 18.651
August 2020 1.679 12.878
September 2020 1.433 11.433
Oktober 2020 1.303 10.224
November 2020 2.090 17.032
Dezember 2020 2.706 21.689
Januar 2021 3.247 27.757
Februar 2021 3.312 28.280
März 2021 2.833 23.948

Realisierte Kurzarbeit im März 2021

Die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit lag bei 2.833, die Zahl der kurzarbeitenden Beschäftigten sank auf 23.948. Der durchschnittliche Arbeitsausfall betrug 54,5 Prozent.

VII. Unterbeschäftigung im Agenturbezirk

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie eine Maßnahme besuchen oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.
Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 22.822 Männer und Frauen, das sind 1.896 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 7,4 Prozent (Vormonat: 7,7 Prozent/ Vorjahr: 7,7 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Im März 2021* waren in der Stadt Dresden 271.117 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies ist eine Verringerung von 1.258 gegenüber dem Vorjahresquartal und entspricht einem Minus von 0,5 Prozent.
Damit werden die Folgen der pandemiebedingten Einschränkungen erstmals auch in der Beschäftigtenstatistik sichtbar. Noch im letzten Quartal konnte, wenn auch deutlich abgeschwächt, ein leichter Beschäftigungsanstieg verzeichnet werden.
Auch wenn insgesamt weniger Beschäftigte verzeichnet waren, gab es zum Beispiel in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen (+1.547), Information & Kommunikation (+589), Metall-, Elektro-, Stahlindustrie (+486) und dem verarbeitenden Gewerbe (468) Zuwächse. Ein Abbau hingegen erfolgte in den Bereichen Verkehr & Lagerei (-1.381), dem Gastgewerbe (-943), in der Zeitarbeit (-665), sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-474) und dem Handel (-410).
Der Rückgang an Beschäftigung betraf Männer (-0,4 Prozent) und Frauen (-0,5 Prozent) annähernd gleich. Betrachtet nach Arbeitszeit, sind 4170 Menschen weniger in Vollzeit beschäftigt (-2,2 Prozent), wohingegen die Teilzeitbeschäftigung einen Zuwachs von 2.912 oder 3,4 Prozent erreichte.

*letzter Quartalsstichtag