30.10.2019 | Presseinfo Nr. 66

Über 4.000 junge Menschen starten in Düsseldorf ihre Ausbildung

„Die Düsseldorfer Unternehmen haben alle Register gezogen, um ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Über 4.000 neue Ausbildungsverhältnisse wurden abgeschlossen. Dabei waren die Voraussetzungen auf beiden Seiten optimal. Es gab mehr Bewerberinnen und Bewerber und es wurden mehr Ausbildungsstellen angeboten.

Anstieg der Bewerberinnen und Bewerber
4.532 junge Düsseldorfer nahmen das Angebot der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Düsseldorf an und ließen sich als Bewerber für Berufsausbildungsstellen registrieren. Dies entspricht einem Anstieg von 15,2 Prozent bzw. 598 Bewerberinnen und Bewerbern im Vergleich zum Vorjahr. „Es ist gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern gelungen, das Interesse für die Berufsausbildung zu steigern. Die höhere Präsenz der Berufsberater an den Schulen sowie der Ausbau der Angebote zur beruflichen Orientierung hat zu diesem positiven Ergebnis geführt“, betont Birgitta Kubsch-von Harten. Trotz intensiver Bemühungen konnten 430 Bewerberinnen und Bewerber nicht in eine Ausbildung vermittelt werden. „Hier passten die Anforderungsprofile der Unternehmen und die persönlichen Profile bzw. der Ausbildungswunsch der jungen Menschen nicht überein“, so Kubsch-von Harten. „Die Bemühungen, den jungen Menschen zu einer Ausbildung zu verhelfen, enden jedoch nicht mit dem Statistiktermin Ende September. Unsere Nachvermittlung läuft auf Hochtouren. Beispielhaft sei hier das Job-Speed-Dating in der letzten Woche mit 250 Bewerbern genannt, die auf 66 mittelständische Unternehmen mit noch freien Ausbildungsstellen trafen

Im aktuellen Berichtsjahr 2018/2019 bewarben sich außerdem 624 Menschen im Kontext Fluchtmigration um eine Berufsausbildung. 208 der jungen, geflüchteten Menschen konnten bisher in eine Ausbildung oder in berufsvorbereitenden Maßnahmen vermittelt werden. 112 der Bewerber für eine Berufsausbildung im Kontext Fluchtmigration gelten bislang noch als unversorgt. Auch bei ihnen werden die Vermittlungsbemühungen intensiv fortgesetzt.

Starkes Ausbildungsstellenangebot in Düsseldorf
Die Bewerber in Düsseldorf konnten auf ein attraktives Angebot an Ausbildungsstellen zurückgreifen. 4.876 Ausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit zur Besetzung gemeldet. Das sind 246 Ausbildungsstellen mehr als im Vorjahr. Damit konnten die Ausbildungsstellen um 5,3 Prozentpunkte gesteigert werden. „Dies ist sehr erfreulich“, so Kubsch-von Harten, „denn die Ausbildung ist immer noch das beste Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel“. Dabei konnten die Bewerberinnen und Bewerber aus 180 verschiedenen Ausbildungsberufen auswählen. Somit sind mehr als die Hälfte aller in Deutschland anerkannten Ausbildungsberufe in Düsseldorf vertreten. Der Schwerpunkt lag in den kaufmännischen und medizinischen Ausbildungsberufen wie auch in der Ausbildung als Elektroniker/in für Betriebstechnik sowie Hotelfachmann/-frau. 426 der Ausbildungsstellen konnten nicht besetzt werden.


Stimmen zur Ausbildungsbilanz 2018/2019

 

 

 

 

 

 

 

 Birgitta Kubsch-von Harten, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für  Arbeit Düsseldorf

„Wir können auf ein erfolgreiches Ausbildungsjahr 2018/2019 zurückblicken. Mehr als 4.800 Ausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit in Düsseldorf gemeldet und über 4.500 Bewerber. Das sind rund 600 Bewerber mehr als im Vorjahr. In den letzten Jahren haben wir unsere Beratung deutlich mehr an den Standort Schule verlegt, um die Bewerberinnen und Bewerber direkt vor Ort zu erreichen. Dies führt auch dazu, dass wir die Schüler bei der beruflichen Orientierung und Ausbildungssuche besser unterstützen können.

Es gibt jedoch auch knapp 500 Ausbildungsstellen, die nicht besetzt werden konnten. Hier wollen wir künftig noch stärker auf junge Erwachsene im Alter von etwa 24, 25 Jahren setzen, die vielleicht nicht direkt nach der Schule erfolgreich eine Ausbildung abgeschlossen haben. Mit Hilfe des Qualifizierungschancengesetzes möchten wir Ungelernte in den Betrieben und Arbeitssuchende ohne abgeschlossene Ausbildung unterstützen, ihre Zukunft mit einer Ausbildung zu sichern.“

 
Ausbildung in Industrie und Handel

 

 

 

 

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer IHK Düsseldorf

„Im Bereich der Industrie- und Handelskammer, d.h. bei den Unternehmen Industrie, Handel, Dienstleistungen, haben wir das Vorjahresergebnis bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen wieder erreichen können. Das freut uns sehr. Allerdings wissen wir auf der anderen Seite, dass sehr viele Unternehmen noch Auszubildende suchen und nicht fündig geworden sind. Insofern kann uns die aktuelle Bilanz nicht ganz zufrieden stellen. Wir werden für das kommende Ausbildungsjahr für die Attraktivität der dualen Ausbildung werben und werden diesen Mismatch – das heißt Bewerber, die ihren Betrieb nicht finden und Unternehmen, die den passenden Auszubildenden nicht finden, zum Thema machen. Damit werden wir versuchen, mehr Bewerber in eine Ausbildung zu bekommen, um somit das kommende Ausbildungsjahr noch besser abschließen zu können.
 

 

Ausbildung im Handwerk

 

 

 

 

Dr. Christian Henke, Geschäftsführer HWK Düsseldorf

„Der handwerkliche Ausbildungsmarkt hat sich in Düsseldorf auch in 2019 stabil weiterentwickelt. Stand 30.9.2019 konnte das Vorjahrsniveau gehalten werden, und ich bin verhalten optimistisch, dass wir am Ende des Jahres mit einem leichten Plus abschließen werden. Hierfür spricht, dass noch starke Aktivitäten zu spüren sind, freie Ausbildungsplätze und suchende Jugendliche zusammenzubringen. Angesichts des demographischen Wandels und des gerade in Städten wie Düsseldorf nach wie vor starken Trends zum Abitur und zu akademischen Ausbildungen muss es unser Ziel bleiben, eine duale Ausbildung als attraktive Alternative zu platzieren. Hierfür arbeiten wir permanent. Durch Veranstaltungen wie unser Azubi-Speeddating, durch den Einsatz unseres Beraterteams oder durch die Weiterführung der Imagekampagne des deutschen Handwerks. Wir wollen zeigen, dass das Handwerk nicht nur modern und digital ist – und das schon seit langem – sondern immer auch ein perfekter Einstieg in das Berufsleben ist. Dank vielfältiger Fort- und Weiterbildungsangebote mit hervorragenden Aufstiegs- und Karrierechancen.“
 

208 geflüchtete Menschen wurden in eine Ausbildung vermittelt

 

 

 

 

Rami A., Auszubildender als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der Siemens AG

„Was mir bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle geholfen hat, ist, dass ich meine Sprachkenntnisse verbessert habe, und dass ich nicht aufgegeben habe. Die Hilfe, die ich durch die Arbeitsagentur bekommen habe, spielt eine große Rolle, damit man sich für den richtigen Beruf entscheidet, der auch zu einem passt.

Man sagt, Deutschland ist ein Schein-Land. Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Zertifikat zu haben, ist in Deutschland sehr wichtig. Man hat dadurch eine sichere Zukunft.“

 

 

 

 

 

Alice B., Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Düsseldorf

„Wir freuen uns, dass immer mehr Arbeitgeber das Potenzial sehen, das in den geflüchteten Menschen steckt: Sie sind hoch motiviert und bringen den Willen mit, sich hier ein Leben aufzubauen. Auch wenn sie sprachlich oder schulisch mehr Unterstützung benötigen. Die Agentur für Arbeit lässt die Azubis und Unternehmen dabei nicht allein. Sie übernimmt die Finanzierung der Nachhilfe und berät zu den Angeboten und Möglichkeiten.“

 
Die Ausbildung ist digitaler geworden!

 

 

 

 

Katharina E., Auszubildende als Steuerfachangestellte und Andreas Trilling, Steuerberater (Partner) bei trilling – hellmann & Partner

„Die Auszubildenden, die ihre Ausbildung hier bei uns machen, durchlaufen verschiedene Abteilungen und in jeder Abteilung kommen sie mit der Digitalisierung in Kontakt. Zunächst geht es um das sogenannte papierlose Büro. Da sind wir natürlich noch lange nicht. Ein Schritt in die Richtung ist unser Dokumentenmanagementsystem, wo wir alle unsere Dokumente digital ablegen. Dazu kommen Digitalisierungsprodukte im Rechnungswesen, Personalwirtschaft und auch im Steuerprogramm.“ Andreas Trilling

„Ich werde mit der Digitalisierung in meiner Ausbildung von Beginn an konfrontiert. Es ist schon so, dass wir zu einem papierlosen Büro werden. In der Schule haben wir zum Beispiel eine Lernplattform, in die die Lehrer Materialien hochladen können und jeder Schüler kann darauf zugreifen.“ Katharina E.

 
Wir brauchen neue und moderne Wege der Rekrutierung!

 

 

 

 

Prof. Dr. med. Thomas Laube

„Neue Mitarbeiter zu werben und zu finden, ist für uns eine sehr wichtige Aufgabe. Wir nutzen dafür von der Arbeitsagentur zum Beispiel Veranstaltungen zur Rekrutierung von Auszubildenden, wie `Snap dir deine Ausbildung´ oder wir posten in den Sozialen Netzwerken und haben Hinweise bei uns auf der Homepage und finden so engagierte Mitarbeiter.“

 

 

 

 

 

 

Philipp Rommel, Arbeitsvermittler im gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters Düsseldorf

„Ich denke, es ist wichtig, Jugendliche zielgruppengerecht anzusprechen. Jugendliche aber auch Arbeitgeber müssen uns als modernen und authentischen Ansprechpartner wahrnehmen, damit wir auch zukünftig dazu beitragen können, junge Menschen in Ausbildung zu bringen.

Es wird wichtig werden, die Arbeitgeber zu unterstützen, zeitgemäße Technologien im Vermittlungsgeschäft zu nutzen und mehr auf die individuelle Beratung der Jugendlichen vor Ort zu setzen.“