30.09.2020 | Presseinfo Nr. 32

Kurzarbeit für Qualifizierung nutzen!

Die Arbeitslosigkeit ist in Düsseldorf gesunken.
Saisontypisch entwickelte sich die Arbeitslosigkeit insbesondere bei den Jugendlichen positiv.
Im September haben weniger Unternehmen Kurzarbeit angezeigt.
 

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit durch die Corona-Pandemie wurde im September vorerst gestoppt. Erstmalig seitdem gab es wieder mehr Menschen, die eine neue Beschäftigung aufgenommen haben als jene, die eine Beschäftigung verloren haben. Dabei spielte die saisontypische Entwicklung eine große Rolle. Üblicherweise melden sich in den Sommermonaten jüngere Menschen arbeitslos bevor sie im Herbst mit Ausbildung, Schule, Studium oder Beruf starten. Die Anzeigen zur Kurzarbeit sind aktuell gesunken, dennoch sind weiterhin in Düsseldorf sehr viele Menschen davon betroffen. „Wer sich aktuell in Kurzarbeit befindet, kann die Zeit für gezielte Weiterbildung nutzen“, informiert Birgitta Kubsch-von Harten, Leiterin der Düsseldorfer Arbeitsagentur. „Die Pandemie hat den Wandel am Arbeitsmarkt verstärkt. Umso wichtiger ist es, in die eigene Zukunft zu investieren und sich stetig beruflich fortzubilden. Dabei werden die Kosten für die Weiterbildung in vielen Fällen komplett von der Agentur für Arbeit getragen. Das Kurzarbeitergeld wird währenddessen weiter ausgezahlt. Beschäftigte selbst oder die Unternehmen können sich hierzu bei der Agentur für Arbeit Düsseldorf beraten lassen.“
 

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist von August auf September um 723 Personen gesunken (-2,5 Prozent). 28.639 Menschen sind in Düsseldorf aktuell arbeitslos, allerdings sind das immer noch 6.317 Personen mehr als im September des Vorjahres (+28,3 Prozent).
 

 

 

Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 8,3 Prozent. Im letzten Monat lag sie bei 8,5 Prozent, vor einem Jahr bei 6,6 Prozent.

Die Dynamik am Arbeitsmarkt nimmt im September weiter Fahrt auf. So nahmen 1.827 Personen im September eine Arbeit auf, 1.750 Personen verloren ihre Arbeit.

„Die Jugendarbeitslosigkeit ist wieder gesunken“, so Kubsch-von Harten, und führt fort, „Personal wird auch in der Pandemie gebraucht und gesucht. Viele Schulabgänger haben doch noch eine Ausbildung gefunden und viele Ausbildungsabsolventen eine Arbeit. Die Wirtschaft setzt auch in der Corona-Krise auf den Fachkräftenachwuchs.“

Im September waren 2.064 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos. Die Arbeitslosenquote bei der Personengruppe der Jugendlichen liegt aktuell bei 7,0 Prozent. Im August lag sie bei 7,4 Prozent, vor einem Jahr bei 5,2 Prozent.
 

Unterbeschäftigung

Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung aus. Die gesamte Unterbeschäftigung einschließlich der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen beträgt im September 36.766 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote, die unter anderem auch die Personen umfasst, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden, liegt aktuell bei 10,4 Prozent.
 

Beschäftigung und Arbeitskräftenachfrage

Nach den jüngsten Daten von Ende März 2020 ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Düsseldorf um 10.211 Beschäftigungsverhältnisse innerhalb eines Jahres angestiegen (+2,4 Prozent). Allerdings gab es zu Beginn der Corona-Pandemie Ende März auch Beschäftigungseinbußen in den Wirtschaftsbereichen Gastgewerbe (-514), im Handel, Instandhaltung/Reparatur Kfz (-828) und im Verarbeitenden Gewerbe (-937).

Im Monat September wurden der Agentur für Arbeit Düsseldorf 1.061 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet, 30 Stellen weniger als im Vormonat. Betrachtet man den Stellenbestand, also die Summe aller offenen Stellen, hat die Nachfrage nach Arbeitskräften insgesamt gesehen stark abgenommen. 3.611 Arbeitsstellen stehen für die Vermittlung aktuell zur Verfügung. Das sind 36,7 Prozent weniger als im September 2019.
 

Kurzarbeit

Für den Mai gibt es eine erste Hochrechnung zur Kurzarbeit. Im Mai waren 114.336 Menschen in Düsseldorf in Kurzarbeit. Davon betroffen waren 6.214 Betriebe. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 realisierten durchschnittlich nur zehn Betriebe Kurzarbeit im Monat für 93 Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter. Im Monat September 2020 haben 95 Betriebe für 1.108 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Hinweis zur Statistik konjunktureller Kurzarbeit:
Seit Juli 2020 kann der Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit in der Corona-Pandemie auswerten. Bis dato konnte ausschließlich die von den Unternehmen angezeigte Kurzarbeit inklusive der potentiell betroffenen Mitarbeiterzahl ausgewiesen werden. Dies liegt im Antragsverfahren begründet. Zunächst zeigen die Unternehmen an, dass sie Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden. Nach der Anzeige können die Unternehmen das Instrument flexibel entsprechend ihres Bedarfs einsetzen. Rückwirkend werden die Abrechnungen bei der Agentur für Arbeit eingereicht. Erst der rückwirkende Antrag enthält eine detaillierte Aufstellung der tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit. Für diesen Antrag haben die Unternehmen drei Monate Zeit. Somit ist der Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit seit Juli Monat für Monat in der Lage, die realisierte Kurzarbeit während der Pandemie zu beziffern. Im Juli wurde somit eine erste Hochrechnung für März 2020 veröffentlicht. Im Monat September kann nun erstmals eine erste Hochrechnung für Mai 2020 bereitgestellt werden.
Realisierte Kurzarbeit: Es handelt sich bei der Mai-Angabe um eine Hochrechnung, die innerhalb der nächsten Monate angepasst werden kann.
Die September-Zahlen zu den Anzeigen Kurzarbeit sind vorläufig.