30.06.2022 | Presseinfo Nr. 23

Stabiler Arbeitsmarkt im Juni – vielfältige Perspektiven auf dem Ausbildungsmarkt

 

  • 1.283 junge Düsseldorferinnen und Düsseldorfer befinden sich noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
  • 1.796 freie Ausbildungsstellen bieten die Arbeitgeber*innen in Düsseldorf aktuell noch an.
  • Derzeit sind 22.802 Personen in Düsseldorf arbeitslos gemeldet.
  • Im Juni 2022 beträgt die Arbeitslosenquote für Düsseldorf weiterhin 6,6 Prozent.

Der Schulabschluss ist geschafft. Das letzte Zeugnis ist in der Tasche. „Wer jetzt auf Ausbildungssuche ist, kann aus dem Vollem schöpfen. Die Möglichkeiten und Perspektiven sind vielfältig, viele Betriebe haben ihre Ausbildungsstellen noch nicht besetzt“, kommentiert Birgitta Kubsch-von Harten, die Leiterin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die aktuellen Zahlen des Ausbildungsmarktes und weist auf das Beratungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene auch während der Sommerferien hin: „Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Düsseldorf hilft bei der Berufswahl und zeigt die Perspektiven auf, die zu den jeweils individuellen Interessen und Stärken passen. Die meisten Betriebe suchen übrigens nach Real- und Hauptschulabsolventen.“

Ausbildungsmarkt in Düsseldorf aufnahmefähig
In den neun Monaten des Ausbildungsjahres 2021/2022 wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service Düsseldorf bisher 3.434 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies entspricht einem Minus von 180 Ausbildungsplätzen im Vergleich zum Vorjahresmonat (-5,0 Prozent). Gleichzeitig haben sich im selben Zeitraum 2.964 junge Düsseldorferinnen und Düsseldorfer bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit als Bewerber*innen für Ausbildungsstellen registrieren lassen. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt 129 junge Menschen weniger, die sich für eine Ausbildung zum Start im Sommer interessieren (-4,2 Prozent). Von den gemeldeten Ausbildungsstellen sind aktuell noch 1.796 Ausbildungsstellen unbesetzt. 1.283 Bewerberinnen und Bewerber suchen zurzeit noch eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative.

Hinweis: Jugendliche, junge Erwachsene oder deren Eltern, die sich über die aktuellen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt in Düsseldorf beraten lassen möchten, können die Berufsberatung der Arbeitsagentur unter der Rufnummer 0211 6922920 oder der kostenfreien allgemeinen Hotline 0800 4555500 erreichen oder per E-Mail an Duesseldorf.Ausbildung@arbeitsagentur.de kontaktieren.

Lage auf dem Arbeitsmarkt in Düsseldorf stabil
„Ein hauchdünner Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat und ein starker Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat sind Kennzeichen des aktuellen Arbeitsmarktes in Düsseldorf. Wir gehen allerdings davon aus, dass in den nächsten Monaten die Arbeitslosigkeit wieder etwas ansteigen wird. In den Sommermonaten erwarten wir saisontypisch einen vorübergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Menschen. Viele der Jüngeren werden sich nach der Schule oder einer betrieblichen Ausbildung arbeitslos melden. Außerdem werden seit diesem Monat die geflüchteten Menschen aus der Ukraine von unserem Jobcenter betreut. Damit erhalten sie Leistungen der Grundsicherung und fließen zusätzlich sukzessive in unsere Statistik ein“, erklärt Birgitta Kubsch-von Harten.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt noch einmal leicht zu
Die Beschäftigung nahm in Düsseldorf weiter zu. 438.201 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse waren es bei der aktuellsten verfügbaren Stichtagserhebung (Dezember 2021). Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das eine Zunahme von 1,0 Prozent. Der Beschäftigungszuwachs verlor jedoch zuletzt an Dynamik.

Stabile Arbeitslosenzahl im Juni 2022, dynamischer Abbau der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich
Die Anzahl der arbeitslosen Menschen ist von Mai auf Juni um 4 Frauen und Männer gesunken. 22.802 Menschen sind damit in Düsseldorf aktuell arbeitslos, 4.668 Personen weniger als im Juni 2021 (-17,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagniert im Juni 2022 bei 6,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 7,9 Prozent.
Die Arbeitslosenstatistik umfasst sowohl die arbeitslosen Menschen, die Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung erhalten (SGB III), als auch jene, die Leistungen der Grundsicherung beziehen (SGB II). Während Arbeitslose des Rechtskreises SGB III in der Arbeitsagentur beraten werden, erhalten arbeitslose Menschen des Rechtskreises SGB II Unterstützung im Jobcenter. In beiden Rechtskreisen blieb die Arbeitslosigkeit im aktuellen Berichtsmonat in etwa gleich. Im Juni 2022 waren 6.836 Personen aus dem Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Dies waren 2.095 Männer und Frauen weniger als noch vor einem Jahr (-23,5 Prozent). Im Rechtskreis SGB II gab es im Juni 15.966 arbeitslose Menschen, 2.573 Frauen und Männer weniger als vor einem Jahr (-13,9 Prozent).

Jugendarbeitslosigkeit steigt im Juni 2022 leicht, Langzeitarbeitslosigkeit nimmt ab
Im Juni waren 1.332 unter 25-Jährige arbeitslos. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen stieg im Vergleich zum Vormonat um 30 Personen (+2,3 Prozent), sank jedoch im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich um 461 Personen (-25,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote bei der Gruppe der Jugendlichen beträgt aktuell 4,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,3 Prozent, vor einem Monat bei 4,5 Prozent.
9.813 Männer und Frauen sind aktuell länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind 145 Personen weniger als im Mai (-1,5 Prozent) und 1.753 Personen oder 15,2 Prozent weniger als im Juni vor einem Jahr.

Unterbeschäftigung geht leicht zurück
Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung aus. Die gesamte Unterbeschäftigung einschließlich der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen beträgt im Juni 30.805 Personen. Das sind 172 Männer und Frauen weniger als im Mai 2022 (-0,6 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote, die unter anderem auch die Personen umfasst, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden, liegt weiterhin bei 8,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 10,2 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau
Im Juni wurden der Agentur für Arbeit Düsseldorf 1.383 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet, 231 Stellen weniger als im Vormonat (-14,3 Prozent) aber 181 Stellen mehr als im Juni 2021 (+15,1 Prozent). 6.504 Arbeitsstellen stehen aktuell insgesamt für die Vermittlung zur Verfügung. Im Vergleich zum Vormonat sind das 45 Stellen mehr (+0,7 Prozent) und 2.186 Stellen mehr als im Juni 2021 (+50,6 Prozent). Die meisten freien Stellen sind im Wirtschaftsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung zu finden. Mit 1.435 Stellen macht dieser Berufsbereich 22,1 Prozent aller gemeldeten Stellen in Düsseldorf aus, gefolgt vom Wirtschaftszweig kaufmännische Dienstleistung, Handel, Vertrieb und Tourismus. Arbeitssuchende können hier zwischen 1.262 freien Stellen wählen.

Seit Juni übernimmt das Jobcenter Düsseldorf die Unterstützung für geflüchtete Menschen aus der Ukraine
Geflüchtete Menschen, die seit Februar 2022 aus der Ukraine nach Düsseldorf gekommen sind, erhalten seit dem 1. Juni Leistungen der Grundsicherung, wenn alle Voraussetzungen dafür erfüllt. Für die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung ist nun in den allermeisten Fällen das Jobcenter erster Ansprechpartner. Wie viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine Leistungen der Grundsicherung in Anspruch nehmen, kann dem neuen Statistikheft der Bundesagentur für Arbeit entnommen werden. Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass in die aktuelle Statistik für den Monat Juni erst wenige Werktage einfließen, an denen Anträge bearbeitet werden konnten. Der Statistikstichtag im Juni fiel planmäßig auf den 13. Juni 2022. In den nächsten Monaten werden die Berichte daher an Aussagekraft gewinnen.

Internetauftritt des Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit
https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Home/home_node.html

Beim Jobcenter Düsseldorf als arbeitslos registriert waren zum Stichtag 13. Juni 282 Ukrainerinnen und Ukrainer. Das sind 92 Personen mehr als im Februar 2022, dem letzten Erhebungsmonat vor Beginn des Ukraine-Krieges. Ein Gesamtbild wird sich auch hier mit den nächsten Arbeitsmarktberichten ergeben.