07.09.2020 | Presseinfo Nr. 31

Ausbildung in Duisburg – jetzt erst recht!

Gemeldete Bewerber: 3.093
Im Vergleich zum Vorjahr: -532 (-14,7%)
Gemeldete Berufsausbildungsstellen: 2.837
Im Vergleich zum Vorjahr: -313 (-9,9%)
Unversorgte Jugendliche: 603
Unbesetzte Ausbildungsstellen: 842
Berufsausbildungsstelle je Bewerber: 0,92
Unbesetzte Ausbildungsstellen je Bewerber: 1,40

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2019 meldeten sich 3.093 Bewerber/in-nen für Berufsausbildungsstellen (532 weniger als im Vorjahreszeitraum). Arbeitgeber mel-deten der Agentur für Arbeit Duisburg im gleichen Zeitraum 2.837 Ausbildungsstellen, 313 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 9,9% zum vergleichbaren Vor-jahreszeitraum. Ende August 2020 waren noch 603 Bewerber unversorgt (+17,8% im Ver-gleich zu August 2019). Dem stehen 842 noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (+8,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat).


Die Top 10 der freien Ausbildungsstellen (Anzahl in Klammern):

  •  Kaufmann/-frau im Einzelhandel (92)
  •  Verkäfer/in (56)
  •  Kaufmann/-frau - Büromanagement (32)
  •  Kaufmann - Spedition/Logistikdienstleistung (31)
  •  Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (30)
  •  Fachverkäufer/in -Lebensmittelhandwerk - Bäckerei (26)
  •  Elektroniker/in für Betriebstechnik (23)
  •  Handelsfachwirt/in (Ausbildung) (19)
  •  Fachverkäufer/in-Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (19)
  •  Industriemechaniker/in (17)

Andere freie Ausbildungsplätze und weitergehende Informationen sind auch auf der Duisburger Homepage im Internet zu finden.


Zitatsammlung der Ausbildungsmarktpartner:

„Mitte August haben die Partner des Ausbildungskonsens NRW unter dem Motto ‚Ausbildung Jetzt!‘ eine gemeinsame Kampagne ins Leben gerufen. Eine wichtige Botschaft ist: Ausbil-dung 2020 findet statt – es ist noch nicht zu spät! Ein Einstieg in die Berufsausbildung ist demnach noch bis Ende Januar 2021 möglich! Es gibt also noch viele Chancen für die Jugendlichen" betont Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agen-tur für Arbeit Duisburg. Die Pressekonferenz, die gemeinsam mit allen Partnern des Ausbildungskonsens Duisburg am 4. September stattfand, ist für Zimmermann ein wichtiges Signal: „Unser Motto vor Ort ‚‚Ausbildung in Duisburg – jetzt erst recht!‘ zeigt, dass die Duisburger Ausbildungsmarktpartner sich ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst sind, die jungen Menschen in Duisburg im Blick zu behalten, ihnen Angebote zu machen und in dieser schwierigen Zeit die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Gemeinsames Ziel ist es, allen unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen und möglichst viele Ausbildungsplätze besetzen zu können, um so die dringend benötigten Fachkräfte von morgen zu sichern."

Andree Haack, Beigeordneter der Stadt Duisburg, lobte die Zusammenarbeit vor Ort: „lle Partner des Duisburger Ausbildungskonsens setzen sich stark für das Thema Ausbildung ein. Mich beeindrucken die kreativen Ideen und Lösungen, um Jugendliche zu fördern und ihnen ein passendes Ausbildungsangebot zu machen. Alle Partner entwickeln innovative zum Teil digitale Formate, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben und sie bestmöglich zu unterstützen. Die duale Ausbildung ist ein echtes Erfolgsmodell und es lohnt sich auch in Zeiten der Corona Pandemie dafür zu kämpfen."

„Jugendliche, die nicht auf Anhieb eine klassische Ausbildungsstelle finden, sollten den Kopf nicht in den Sand stecken", betont Frank Böttcher, Geschäftsführer des jobcenter Duis-burg. „Die Agentur für Arbeit und das jobcenter Duisburg haben ein breites Spektrum an Hilfestellungen. Wir schauen gemeinsam mit dem Jugendlichen, wo seine Stärken liegen und welche Unterstützung er benötigt. So gelingt es uns, junge Menschen gezielt auf eine Ausbildung vorzubereiten und sie in eine Ausbildungsstelle zu vermitteln. Auch während der Ausbildung stehen wir als Ansprechpartner für die Auszubildenden und den Betrieb zur Verfügung."

„Die derzeitige Ausbildungssituation stellt die Bewerberinnen und Bewerber in Duisburg vor große Herausforderungen." Denn: „Die Bewerber-Stellen-Relation zeigt, dass trotz dem Rückgang der Bewerberinnen und Bewerber weiterhin zu wenige Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Damit mehr Ausbildungsstellen angeboten werden können, müssen die Ausbildungspotenziale der Betriebe jetzt genutzt werden. Hierzu wurden im Konjunkturpaket die nötigen Anreize für Unternehmen geschaffen. Jetzt gilt es in die Ausbildung zu investieren", Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Duisburg.

Am 1. September beginnt in vielen Unternehmen das neue Ausbildungsjahr. In den letzten Jahren waren zum Monatsbeginn September regelmäßig etwa 90 Prozent der Ausbildungs-verträge unterschrieben und eingetragen. Doch 2020 ist – auch für den Ausbildungsmarkt – kein gewöhnliches Jahr. Covid-19 hat dazu geführt, dass Bewerber und Stellen deutlich schwerer zueinander fanden, betriebliche Lehrstellen lange Zeit nicht besetzt werden konn-ten. Doch nun holt der Ausbildungsmarkt in der Stadt Duisburg im Endspurt deutlich auf, be-steht auch im Spätsommer noch eine starke Dynamik. Allein im Monat August registrierte unsere IHK knapp 1.000 neue Ausbildungsverhältnisse. Aktuell legen wir im Rahmen der Ini-tiative „Ausbildung jetzt!" gemeinsam mit den Konsenspartnern einen besonderen Schwer-punkt auf das Zusammenführen von Angebot und Nachfrage." betont Matthias Wulfert, stell-vertretender Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK.

Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann betonte, dass es im Handwerk aktuell noch mehr als 70 freie Ausbildungsstellen gäbe: „Wir haben zum Beispiel noch 15 freie Azubi-Stellen für Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk Bäckerei, 9 freie Stellen für Friseurlehrlinge und 7 für Anlagenmechaniker/innen sowie 7 für Elektroniker/innen. Bis Ende des Jahres ist ein Einstieg in jedem Fall noch möglich – der Zug ist also noch nicht abgefahren – die jungen Menschen müssen nur noch einsteigen!" Hellmann machte zudem auf die Internetseite www.ezubi.de aufmerksam. Dort erhalten Jugendliche alle Informationen rund um die Ausbil-dungsberufe im Elektrobereich.

„Das Gastgewerbe insgesamt befindet sich in einer existenziellen Krise", berichtet Thomas Kolaric, Geschäftsführer des DEHOGA Nordrhein e. V. „Viele Betriebe sind aktuell im Un-gewissen, ob sie diese Krise überstehen. Ausbildung bedeutet Zukunft. Zukunft für Betriebe, Zukunft für junge Menschen. Wir appellieren deshalb an Hoteliers und Gastronomen: Bilden Sie aus!"

„Nach dem massiven wirtschaftlichen Einbruch der Wirtschaft durch die Maßnahmen gegen das Corona-Virus können wir trotz aller Probleme froh sein, dass sich inzwischen die Wirt-schaft so weit erholt hat, dass die Ausbildungsstellen jetzt sozusagen nur noch um 10 % unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die große Unsicherheit durch das Virus hat auf der Seite der Jugendlichen, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, zu einem noch weit größeren Rückgang geführt, nämlich um 15 %. Damit möchte ich den Jugendlichen Mut machen: durch das Virus sind alle später am Markt als sonst. Schulabgänger haben auch die kommen-den Monate noch beste Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Alle Akteure aus Arbeitsagentur, Jobcenter und Wirtschaft helfen dabei gerne! Über 800 Ausbildungsplätze war-ten alleine in Duisburg auf eine Bewerbung!" betont Elisabeth Schulte aus der Geschäfts-führung der Unternehmerverbandsgruppe.

Für den Einzelhandel stellt Doris Lewitzky, Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen Niederrhein, fest: „Über 80 % der Führungskräfte im Handel haben ihre Karriere mit einer Ausbildung begonnen. In kaum einer anderen Branche kann man mit einer Ausbildung so viel erreichen. Der Handel bietet insgesamt über 60 verschiedene zwei-und dreijährige Ausbildungsberufe, aktuell meldet die Bundesagentur noch 16.000 unbe-setzte Ausbildungsstellen für Kaufleute im Einzelhandel bzw. 13.000 Stellen für Verkäufer, welche der Handel zudem auf unterschiedlichen Plattformen aktiv bewirbt. Auch in Duisburg rangieren der Kaufmann/-frau im Einzelhandel sowie der/die Verkäufer/in auf Platz 1 und 2 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen. Coronabedingt verschiebt sich die Einstellungs-phase in den Spätsommer und Herbst, es bestehen daher noch gute Chancen, einen attrak-tiven Ausbildungsplatz im Handel zu bekommen. Der Fachkräftebedarf in vielen Branchen des Einzelhandels ist immens und auch der vor zwei Jahren neu geschaffene Ausbildungs-beruf der Kaufleute im E-Commerce mit der Fortbildungsmöglichkeit zum Fachwirt im E-Commerce bietet zusätzliche Perspektiven im Hinblick auf die Digitalisierung des Handels."

Thomas Kennel, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Duisburg-Dinslaken, lobt den Einsatz der Betriebsräte: „Es ist mir ein Anliegen zu betonen, dass die Arbeit der Betriebsräte in Fra-gen der beruflichen Bildung sehr wichtig ist. Sie setzen sich in besonderem Maße für die Beibehaltung und Schaffung von Ausbildungsplätzen ein und leisten damit einen wesentli-chen Beitrag für die Fachkräftesicherung der Zukunft."

Gemeinsam für Ausbildung in Duisburg – die Konsenspartner setzen mit der Presse-konferenz „Ausbildung in Duisburg – jetzt erst recht!“ ein starkes Signal! (Foto: Katja Hübner)
Gemeinsam für Ausbildung in Duisburg – die Konsenspartner setzen mit der Presse-konferenz „Ausbildung in Duisburg – jetzt erst recht!“ ein starkes Signal! (Foto: Katja Hübner)