01.07.2021 | Presseinfo Nr. 12

Ausbildungsmarkt startet in die heiße Phase – Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni

Eckwerte des Ausbildungsmarktes
- Gemeldete Bewerber/innen (gegenüber Vorjahr): 2.890 (+70; +2,5%)
- Gemeldete Ausbildungsstellen (gegenüber Vorjahr): 2.413 (-91; -3,6%)
- Unversorgte Jugendliche: 1.082
- Unbesetzte Ausbildungsstellen: 1.287
- Berufsausbildungsstellen je Bewerber/in: 0,83
- Unbesetzte Berufsausbildungsstellen je unversorgte/r Bewerber/in: 1,19

Eckwerte des Arbeitsmarktes
- Arbeitslosenzahl im Juni: 31.986
- Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat: - 160
- Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr: - 78
- Arbeitslosenquote im Juni: 12,3%
- Arbeitslosenquote im Vormonat: 12,4%
- Arbeitslosenquote im Vorjahr: 12,4%

Ausbildungsmarkt

„Der Ausbildungsmarkt startet mit dem Beginn der Sommerferien in seine heiße Phase. 1.808 junge Erwachsene sind bereits versorgt, das sind 152 mehr als im letzten Jahr um diese Zeit. Allerdings wissen 1.082 Jugendliche im Moment noch nicht, wie es nach den Ferien weitergeht. Ich halte aber nichts davon, die tatsächlich angespannte Situation immer wieder zu betonen und damit weiter zur Verunsicherung der jungen Menschen beizutragen. Die Botschaft muss jetzt lauten: es gibt Möglichkeiten und gemeinsam finden wir auch Lösungen. Aktuell sind 1.287 Ausbildungsplätze bei Duisburger Unternehmen noch unbesetzt, so dass rein rechnerisch jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz gegenübersteht. In manchen Fällen gehen Wünsche und Angebote jedoch auseinander. Daher ist es für beide Seiten wichtig, offen zu sein. Den Jugendlichen rate ich, die Unterstützung der Berufsberatung zu nutzen. Gemeinsam können Möglichkeiten entwickelt werden, die vielleicht gar nicht so weit weg vom Wunschberuf sind. Arbeitgeberseitig bedeutet es, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die nicht auf den ersten Blick zu passen scheinen. Hier bieten wir verschiede Unterstützungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung, ein Langzeitpraktikum, das wir finanziell unterstützen. So können sich Jugendliche und Betrieb in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten kennenlernen. Und die Zeit des Praktikums wird auf die Ausbildung angerechnet – so profitieren beide Seiten von diesem Angebot“, so Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Wichtig ist es jetzt, die Zeit zu nutzen, denn es gibt noch viele Chancen für das aktuelle Ausbildungsjahr. Unsere Kolleginnen und Kollegen in der Berufsberatung und dem gemeinsamen Arbeitgeberservice unterstützen jederzeit. Beratungstermine können einfach telefonisch oder online vereinbart werden.“

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2020 meldeten sich 2.890 Bewerber/in-nen für Berufsausbildungsstellen (70 mehr als im Vorjahreszeitraum). Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Duisburg im gleichen Zeitraum 2.413 Ausbildungsstellen gemeldet, 91 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 3,6% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Juni 2021 waren noch 1.082 Bewerber/innen unversorgt (-7,0% im Vergleich zu Juni 2020). Dem stehen 1.287 noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (+2,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat). 1.808 Jugendliche waren im Juni bereits ver-sorgt, dies sind 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen, Anzahl in Klammern:

  • Verkäufer/in (127)
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (92)
  • Kaufmann/-frau – Büromanagement (66)
  • Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (38)
  • Industriemechaniker/in (37)
  • Verwaltungsfachangestellte/r- Kommunalverwaltung (31)
  • Fachkraft – Lagerlogistik (29)
  • Elektroniker/in für Betriebstechnik (28)
  • Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung (28)
  • Handelsfachwirt/in (Ausbildung) (28)

Arbeitsmarkt

„Im Juni ist erneut ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit in Duisburg zu verzeichnen. Ak-tuell sind 31.986 Menschen in Duisburg arbeitslos, das sind 160 Personen weniger als im Mai. Damit liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 12,3 Prozent, im Mai lag sie mit 12,4 Prozent noch leicht höher. Positiv entwickelt sich auch der Bestand freier Stellen im Stadtgebiet, hier haben wir aktuell 4.247 Angebote, das sind 409 mehr als im Mai und 667 mehr als im Juni letzten Jahres“, erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. “Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen zeigen erste positive Einflüsse auf den Arbeitsmarkt; die weitere Entwicklung wird sich im Herbst zeigen. Wenn sich die Infektionszahlen weiter stabilisieren und die Impfungen auch in der kalten Jah-reszeit Erfolge zeigen, können die Unternehmen wieder langfristiger planen. Dann werden wir sehen, ob wir eine Trendwende am Arbeitsmarkt verzeichnen können. Im Moment sind die Anzeichen positiv, so haben sich im Juni 183 Personen weniger aus ihrer Beschäftigung arbeitslos melden müssen als im Mai.“

Arbeitslosigkeit

Mit 31.986 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 160 Personen weniger als im Mai von Arbeitslosigkeit betroffen (-0,5 Prozent). Damit waren in diesem Monat 78 Personen oder 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.
Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 12,3 Prozent, 0,1 Prozentpunkt unter dem Wert vom Mai. Im Juni 2020 lag sie bei 12,4 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem aktu-ellen Wert.


Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.330 Personen waren im Juni 49 junge Leute unter 25 weniger von Jugendarbeitslo-sigkeit betroffen als im Mai. Diese Zahlen liegen um 401 oder 14,7 Prozent unter dem Wert von Juni 2020.
Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im Juni um 86 oder 0,9 Prozent auf aktuell 9.992 und liegt um 754 (+8,2 Prozent) über dem Vorjahreswert.
Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Juni auf 6.143 (+77). Das waren 672 Personen oder 12,3 Prozent mehr als im Juni 2020.
Im Juni ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen und liegt aktuell bei 14.939 Personen; 16 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 2.893 Personen oder 24,0 Prozent über dem Vorjahreswert.
Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 14.064 (+8 oder +0,1 Prozent), und damit sind es gegenüber dem Juni des Vorjahres 247 oder 1,8 Prozent mehr.


Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juni bei 2,9 Prozent; im Mai lag sie bei 3,0 Prozent und im Vorjahresmonat bei 3,2 Prozent.
Im aktuellen Monat waren 7.464 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 288 oder 3,7 Prozent weniger arbeitslose Personen als noch im Mai. Vor einem Jahr, im Juni 2020, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 771 oder 9,4 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.


Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote wie bereits im Mai bei 9,4 Pro-zent, im Juni letzten Jahres bei 9,2 Prozent.
24.522 Personen (+128 und +0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat) waren im Juni in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juni 2020 sind in der Grundsicherung aktuell 693 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.


Arbeitskräftenachfrage

Im Juni wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 1.024 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 20 weniger als im Mai und 572 mehr als im Juni 2020. Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mit-arbeitern zeigten im Berichtsmonat vor allem die Berufsbereiche „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, sowie „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ gefolgt von „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung“. Der Bestand an gemeldeten Stellen ist von Mai zu Juni gestiegen (+409) und liegt mit 4.247 um 667 Stellen über dem Vorjahresniveau.


Kurzarbeit

Im Juni dieses Monats haben 25 Duisburger Betriebe für 945 Beschäftigte Kurzarbeit ange-zeigt. Wie viele die Kurzarbeit dann tatsächlich in Anspruch nehmen, zeigt sich erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Somit liegen aktuell die realisierten Kurzarbeiterzahlen für 10 Monate der Corona-Pandemie des Jahres 2020 vor: im März 2020 befanden sich in Duisburg 1.460 Betriebe in Kurzarbeit, davon waren 8.191 Mitarbeiter/innen betroffen. Im April waren es 2.493 Betriebe mit 18.687 Beschäftigten, im Mai 2.126 Betriebe mit 25.324 Beschäftigten, im Juni 1.696 Betriebe mit 24.070 Beschäftigten, Juli 1.351 Betriebe mit 19.232 Beschäftigten, im August 1.190 Betriebe mit 17.162 Beschäftigten, im September 1.049 Betriebe mit 15.039 Beschäftigten, im Oktober 1.020 Betriebe mit 11.234 Beschäftigten, im November 1.303 Betriebe mit 12.438 Beschäftigten und im Dezember 1.533 Betriebe mit 12.414 Beschäftigten.


Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung1 ist im Juni gesunken – um 331 Personen oder 0,8 Prozent auf aktuell 40.926 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Unterbeschäftigung in Duisburg um 475 oder 1,2 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung liegt im Juni bei 78,2 Prozent, ein Anstieg von 0,3 Prozentpunkten gegenüber Mai. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,5 Prozent (Mai 2021: 15,6 und Juni 2020: 15,2).

1 Die Unterbeschäftigung beschreibt das Volumen der Arbeitslosigkeit einschließlich der Personen, die zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in ent-lastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Per-sonen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Ar-beitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.


Beschäftigung

Zum aktuellen Stichtag (Ende Dezember 20202) waren am Arbeitsort Duisburg insgesamt 177.847 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 762 mehr als im Vor-quartal (+0,4%) und 254 oder 0,1% weniger als Vorjahresquartal.
Von den Beschäftigten arbeiten 73,8 % in Vollzeit.
Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Bereich Sonstige wirt-schaftliche Dienstleistungen (ohne Arbeitnehmerüberlassung) (+1.198 oder 10,4%). Am un-günstigsten war hingegen die Entwicklung im Verarbeitendem Gewerbe (-1.074 oder -3,1 %).

Die kostenlosen Servicenummern lauten:

- für Kunden der Agentur für Arbeit: 0800 4 555500
Zusätzlich die Sammelrufnummer 0203 302 1111
-  für Arbeitgeber: 0800 4 555520

Kundinnen und Kunden der Arbeitsagentur Duisburg stehen darüber hinaus unsere eServices unter zur Verfügung.


Weitere Informationen

Arbeitsmarktreport