29.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar

Gegenüber dem Vormonat stellen wir einen leicht verstärkten Zugang aus Erwerbstätigkeit fest, parallel dazu melden sich weniger Menschen in Beschäftigung ab als noch im Dezember.

Diese Entwicklung ist saisontypisch, da zum Jahresende Verträge auslaufen und im Winter weniger Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen. Verstärkt wird sie natürlich auch durch die Pandemie", erklärt Marcus Zimmermann, Vor-sitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Auf der Stellenseite ist mit 10 neuen Angeboten nur ein minimaler Zugang an neu zu besetzenden Arbeitsstellen zu verzeichnen, was in erster Linie im Zusammenhang mit dem Lockdown zu sehen ist. Die Situation in den vergangenen Wochen hat bei den Unternehmen nachvollziehbarerweise zur Zurückhaltung bei möglichen Neuanstellungen geführt. Im Vordergrund steht bei den Ar-beitgebern die Sicherung der Beschäftigten, was sich auch in den Anzeigen von Kurzarbeit widerspiegelt: im Januar sind 325 Anzeigen von Unternehmen für 3.185 Beschäftigte auf Kurzarbeit bei uns eingegangen. Der Stellenmarkt ist aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr so aufnahmefähig wie noch zu Beginn des letzten Jahres. Seit nun fast einem Jahr re-agiert der Arbeits- und Ausbildungsmarkt auf diese tiefgreifenden Herausforderungen. Dies hat unter anderem zur Folge, dass es Menschen ohne Berufsausbildungen oder mit veralte-ten Kenntnissen zunehmend schwerer haben, wieder eine Beschäftigung zu finden. Daher setzen wir verstärkt auf Qualifizierung und die duale Ausbildung. Wir bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung und unterstützen die jungen Erwachsenen im Stadtgebiet bei der beruflichen Orientierung."


Arbeitslosigkeit

Mit 33.214 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 944 Perso-nen mehr als im Dezember von Arbeitslosigkeit betroffen (+2,9 Prozent). Damit waren in die-sem Monat 5.121 Personen oder 18,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr arbeitslos ge-meldet.

Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei 12,8 Prozent (Dezember noch 12,4). Im Januar 2020 lag sie bei 10,9 Prozent und damit um 1,9 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.478 Personen waren im Januar 61 junge Leute unter 25 mehr von Jugendarbeitslo-sigkeit betroffen als im Dezember. Diese Zahlen liegen um 283 oder 12,9 Prozent über dem Wert von Januar 2020.

Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im Januar um 348 oder 3,6 Prozent auf aktuell 10.072 und liegt um 1.820 (22,1 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Januar auf 6.099 (+222). Das waren 1.133 Personen oder 22,8 Prozent mehr als im Januar 2020.

Im Januar ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegt aktuell bei 14.329 Personen; 637 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 3.282 Personen oder 29,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat sank die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 14.084 (359 oder +2,6 Prozent), und damit sind es gegenüber dem Januar des Vorjahres 2.010 oder 16,6 Prozent mehr.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Januar bei 3,5 Prozent, im Dezember lag sie bei 3,3 Prozent und im Vorjahresmonat bei 2,4 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 9.166 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 503 oder 5,8 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Dezember. Vor einem Jahr, im Januar 2020, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 2.850 oder 45,1 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote bei 9,3 Prozent, im Dezember lag sie bei 9,1 Prozent und in Januar letzten Jahres bei 8,4 Prozent. Agentur für Arbeit Duisburg • Regionalpressestelle Telefon: 0203 302 1333 Wintgensstr. 29-33, 47058 Duisburg www.arbeitsagentur.de

24.048 Personen (+441 und +1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat) waren im Januar in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Januar 2020 sind in der Grundsiche-rung aktuell 2.271 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Arbeitskräftenachfrage

Im Januar wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 593 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 10 mehr als im Dezember und 116 weniger als im Januar 2020. Nachfrage nach neuen Mitarbeiterin-nen und Mitarbeitern zeigten im Berichtsmonat vor allem die Berufsbereiche „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung" sowie „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung" gefolgt von „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit". Der Bestand an gemeldeten Stellen ist von Dezember zu Januar gesunken (-83) und liegt mit 3.166 um 859 Stellen unter dem Vorjahresniveau.

Kurzarbeit

Im Januar haben 325 Duisburger Betriebe für 3.185 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Wie viele die Kurzarbeit dann tatsächlich in Anspruch nehmen, zeigt sich erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Somit liegen aktuell die realisierten Kurzarbeiterzahlen für März, April, Mai, Juni und Juli vor. Im März befanden sich in Duisburg 1.460 Betriebe in Kurzarbeit, davon waren 8.191 Mitarbeiter/innen betroffen. Im April waren es 2.493 Betriebe mit 18.687 Beschäf-tigten, im Mai 2.126 Betriebe mit 25.324 Beschäftigten, im Juni 1.696 Betriebe mit 24.070 Be-schäftigten und Juli 1.351 mit 19.232 Beschäftigten.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im Januar gestiegen – um 676 Personen oder 1,7 Prozent auf aktuell 41.401 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Unterbeschäftigung in Duisburg um 3.704 oder 9,8 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Januar gegenüber Dezember auf 80,2 Prozent gesunken (Vergleich Vormonat: 79,2 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,6 Prozent, (Dezember 2020: 15,3 und Januar 2020: 14,2).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in ent-lastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Per-sonen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Ar-beitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.