29.07.2021 | Presseinfo Nr. 14

Endspurt am Ausbildungsmarkt– Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Das sind fünf Prozent mehr als im Juli letzten Jahres. Das zeigt, dass es trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie gut gelingt, Jugendliche und Ausbildungsbetrieb zusammenzubringen.

Eckwerte des Ausbildungsmarktes

Gemeldete Bewerber/innen (gegenüber Vorjahr):       3.010 (+23; +0,8%)

Gemeldete Ausbildungsstellen (gegenüber Vorjahr):   2.495 (-116; -4,4%)

Unversorgte Jugendliche:                                             808

Unbesetzte Ausbildungsstellen:                                   1.106

Berufsausbildungsstellen je Bewerber/in:                    0,83    

Unbesetzte Berufsausbildungsstellen je
unversorgte/r Bewerber/in:                                           1,37

Eckwerte des Arbeitsmarktes

Arbeitslosenzahl im Juli:                                                32.601

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat:            + 615

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr:                - 578

Arbeitslosenquote im Juli:                                            12,6%

Arbeitslosenquote im Vormonat:                                  12,3%

Arbeitslosenquote im Vorjahr:                                      12,4%

Ausbildungsmarkt

„Mit Beginn der Sommerferien sind wir in den Endspurt am Ausbildungsmarkt gestartet. Aktuell sind 2.202 Jugendliche bereits versorgt und haben somit eine Perspektive für die Zeit nach der Schule. Das sind fünf Prozent mehr als im Juli letzten Jahres. Das zeigt, dass es trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie gut gelingt, Jugendliche und Ausbildungsbetrieb zusammenzubringen. Mit 808 Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie es nach den Ferien weitergeht, sind es 81 weniger als im gleichen Zeitraum 2020. Ebenfalls ein ermutigendes Zeichen. Wer noch Hilfe benötigt, die Berufsberatung hilft bei der Suche nach dem passenden Angebot. Es gibt weiterhin viele Chancen auf den Start in den Beruf, denn aktuell sind in Duisburg noch 1.106 Ausbildungsplätze unbesetzt“, so Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Jugendliche und Betriebe, die ihren betrieblichen Nachwuchs noch suchen, haben den ganz kurzen Weg zu uns: Beratungstermine einfach telefonisch oder online vereinbaren.“

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2020 meldeten sich 3.010 Bewerber/innen für Berufsausbildungsstellen (23 mehr als im Vorjahreszeitraum). Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Duisburg im gleichen Zeitraum 2.495 Ausbildungsstellen gemeldet, 116 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 4,4% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Juli 2021 waren noch 808 Bewerber/innen unversorgt (-9,1% im Vergleich zu Juli 2020). Dem stehen 1.106 noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (+9,9% im Vergleich zum Vorjahresmonat). 2.202 Jugendliche waren im Juli bereits versorgt, dies sind 5,0 Prozent mehr als im Vorjahr.

Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen, Anzahl in Klammern:

Verkäufer/in (102)

Kaufmann/-frau im Einzelhandel (56)

Kaufmann/-frau – Büromanagement (55)

Industriemechaniker/in (37)

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (32)

Verwaltungsfachangestellte/r- Kommunalverwaltung (31)

Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung (29)

Medizinische/r Fachangestellte/r (28)

Elektroniker/in für Betriebstechnik (27)

Fachkraft – Lagerlogistik (27)

Arbeitsmarkt

„Im Juli verzeichnen wir einen saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet. Zur Jahresmitte laufen befristete Verträge aus und viele Unternehmen nehmen erst nach den Sommerferien wieder verstärkt Neueinstellungen vor. Dennoch konnten im Juli 1.629 Duisburgerinnen und Duisburger eine neue Beschäftigung finden; das sind 109 Menschen mehr als im Juni und 528 mehr als im Juli 2020. Es ist also eine leichte Belebung am Duisburger Arbeitsmarkt zu verzeichnen“, erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. “Ebenfalls melden sich junge Erwachsene, die nach Beendigung ihrer Ausbildung nicht übernommen wurden, um diese Zeit zunächst arbeitslos: im Juli waren das 258 junge Duisburgerinnen und Duisburger. Mit einem Zuwachs von 1.087 freien Stellen gegenüber dem Vormonat und einem Stellenbestand von 4.470 bestehen aber gute Chancen auf den Wiedereinstieg in den Beruf besonders für junge Fachkräfte. Diese zunehmende Nachfrage nach Fachkräften in Duisburg ist ein ermutigendes Signal.“

Arbeitslosigkeit

Mit 32.601 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 615 Personen mehr als im Juni von Arbeitslosigkeit betroffen (+1,9 Prozent). Damit waren in diesem Monat 578 Personen oder 1,7 Prozent weniger als vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 12,6 Prozent, 0,3 Prozentpunkte über dem Wert vom Juni. Im Juli 2020 lag die Quote bei 12,8 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.518 Personen waren im Juli 188 junge Leute unter 25 mehr von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im Juni. Diese Zahlen liegen um 394 oder 13,5 Prozent unter dem Wert von Juli 2020.

Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im Juli um 36 oder 0,4 Prozent auf aktuell 10.028 und liegt um 539 (+5,7 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre sank im Juli auf 6.128 (-15). Das waren 533 Personen oder 9,5 Prozent mehr als im Juli 2020.

Im Juli ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen und liegt aktuell bei 15.229 Personen; 290 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 2.856 Personen oder 23,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 14.214 (+150 oder +1,1 Prozent), und damit sind es gegenüber dem Juli des Vorjahres 18 oder 0,1 Prozent weniger.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juli wie bereits im Vormonat bei 2,9 Prozent; im Vorjahresmonat bei 3,5 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 7.657 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 193 oder 2,6 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Juni. Vor einem Jahr, im Juli 2020, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 1.310 oder 14,6 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote im Juli bei 9,6 Prozent, im Juni lag sie bei 9,4 Prozent und im Juli letzten Jahres bei 9,3 Prozent. 

24.944 Personen (+422 und +1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat) waren im Juli in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2020 sind in der Grundsicherung aktuell 732 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juli wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 1.087 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 63 mehr als im Juni und 543 mehr als im Juli 2020. Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigten im Berichtsmonat vor allem die Berufsbereiche „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, sowie „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ gefolgt von „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung“. Der Bestand an gemeldeten Stellen ist von Juni zu Juli gestiegen (+223) und liegt mit 4.470 um 1.109 Stellen über dem Vorjahresniveau.

Kurzarbeit

Im Juli haben 13 Duisburger Betriebe für 203 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Wie viele die Kurzarbeit dann tatsächlich in Anspruch nehmen, zeigt sich erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Somit liegen aktuell die realisierten Kurzarbeiterzahlen für 11 Monate der Corona-Pandemie des Jahres 2020 vor: im März 2020 befanden sich in Duisburg 1.460 Betriebe in Kurzarbeit, davon waren 8.191 Mitarbeiter/innen betroffen. Im April waren es 2.493 Betriebe mit 18.687 Beschäftigten, im Mai 2.126 Betriebe mit 25.324 Beschäftigten, im Juni 1.696 Betriebe mit 24.070 Beschäftigten, Juli 1.351 Betriebe mit 19.232 Beschäftigten, im August 1.190 Betriebe mit 17.162 Beschäftigten, im September 1.049 Betriebe mit 15.039 Beschäftigten, im Oktober 1.020 Betriebe mit 11.234 Beschäftigten, im November 1.303 Betriebe mit 12.438 Beschäftigten, im Dezember 1.533 Betriebe mit 12.414 Beschäftigten und im Januar 2021 1.675 Betriebe mit 13.438 Beschäftigten.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung[1] ist im Juli gesunken – um 19 Personen auf aktuell 40.903 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Unterbeschäftigung in Duisburg um 294 oder 0,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung liegt im Juli bei 79,7 Prozent, ein Anstieg von 1,5 Prozentpunkten gegenüber Juni. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,5 Prozent (Juni 2021: 15,5 und Juli 2020: 15,5).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.

[1] Die Unterbeschäftigung beschreibt das Volumen der Arbeitslosigkeit einschließlich der Personen, die zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.