29.07.2022 | Presseinfo Nr. 22

Bewegung am Ausbildungsmarkt– Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Verschiedene saisontypische Faktoren führen zu diesem Anstieg, wie zum Beispiel die Arbeitslosmeldungen nach Auslaufen befristeter Verträge zur Jahresmitte und die Zurückhaltung bei Neueinstellungen in der Ferienzeit. Hinzu kommen auch im Juli Menschen aus der Ukraine, die sich seit der Gesetzesänderung zum 1. Juni beim jobcenter Duisburg arbeitslos melden können“, erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. 

Bewegung am Ausbildungsmarkt–

Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Eckwerte des Ausbildungsmarktes

Gemeldete Bewerber/innen (gegenüber Vorjahr):        3.001 (-9; -0,3%)

Gemeldete Ausbildungsstellen (gegenüber Vorjahr): 2.855 (+306; +12,0%)

Unversorgte Jugendliche:                                             793 (-15; -1,9%)

Unbesetzte Ausbildungsstellen:                                   1.237 (+131; +11,8%)

Berufsausbildungsstellen je Bewerber/in:                    0,95    

Unbesetzte Berufsausbildungsstellen je
unversorgte/r Bewerber/in:                                           1,56

Eckwerte des Arbeitsmarktes

Arbeitslosenzahl im Juli:                                               33.176

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat:            + 1.306

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr:                + 575

Arbeitslosenquote im Juli:                                            12,8%

Arbeitslosenquote im Vormonat:                                  12,3%

Arbeitslosenquote im Vorjahr:                                      12,6%

Ausbildungsmarkt

„Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, haben aktuell sehr gute Chancen auf den Start in den Beruf. Im Juli sind 1.237 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Die Duisburger Unternehmen suchen die Fachkraft von Morgen und setzen verstärkt auf die duale Ausbildung. Im Vergleich zum letzten Jahr verzeichnen wir einen Anstieg von 12 Prozent der gemeldeten Berufsausbildungsstellen “, erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Wir stehen Jugendlichen und Unternehmen jederzeit zur Verfügung und haben am 18. August eine große Outdoor-Messen organisiert, bei der beide Seiten zusammenkommen. Unsere Berufsberatung bietet im Rahmen der Messe ein Bewerbungsmappen-Check an, so dass sich Jugendliche auch direkt an diesem Tag bewerben können.“

Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen, Anzahl in Klammern:

Verkäufer/in (154)

Kaufmann/-frau im Einzelhandel (111)

Kaufmann/-frau – Büromanagement (62)

Medizinische/r Fachangestellte/r (42)

Kaufmann/-frau - Spedition/Logistikdienstleistung (35)

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (34)

Industriemechaniker/in (33)

Fachkraft – Lagerlogistik (31)

Elektroniker/in für Betriebstechnik (30)

Handelsfachwirt/-in (29)

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2021 meldeten sich 3.001 Bewerber/innen für Berufsausbildungsstellen (9 weniger als im Vorjahreszeitraum). Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Duisburg im gleichen Zeitraum 2.855 Ausbildungsstellen gemeldet, 306 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einen Anstieg um 12,0% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Juli 2022 waren noch 793 Bewerber/innen unversorgt (-1,9% im Vergleich zu Juli 2021). Dem stehen 1.237 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (+11,8% im Vergleich zum Vorjahresmonat). 2.208 Jugendliche waren im Juli bereits versorgt, dies sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Arbeitsmarkt

„Aktuell sind in Duisburg 33.176 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 1.306 mehr als im Juni. Verschiedene saisontypische Faktoren führen zu diesem Anstieg, wie zum Beispiel die Arbeitslosmeldungen nach Auslaufen befristeter Verträge zur Jahresmitte und die Zurückhaltung bei Neueinstellungen in der Ferienzeit. Hinzu kommen auch im Juli Menschen aus der Ukraine, die sich seit der Gesetzesänderung zum 1. Juni beim jobcenter Duisburg arbeitslos melden können“, erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Die aktuell 4.960 freien Stellen bieten hier gute Chancen auf den Wiedereinstieg in den Beruf. Die Unternehmen suchen gut ausgebildete Kräfte, auch wenn uns im Juli etwas weniger neue Stellen gemeldet wurden als im Vormonat. Auch das ist ein saisontypischer Effekt.“

Arbeitslosigkeit

Mit 33.176 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 1.306 Personen mehr als im Juni von Arbeitslosigkeit betroffen (+4,1 Prozent). Damit waren in diesem Monat 575 Personen oder 1,8 Prozent mehr als vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 12,8 Prozent, 0,5 Prozentpunkte über dem Wert vom Juni. Im Juli 2021 lag die Quote bei 12,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.571 Personen waren im Juli 265 junge Leute unter 25 mehr von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im Juni. Diese Zahlen liegen um 53 oder 2,1 Prozent über dem Wert von Juli 2021.

Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im Juli um 266 oder 2,6 Prozent auf aktuell 10.511 und liegt um 483 (4,8 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Juli auf 6.804 (+165). Das sind 676 Personen oder 11,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im Juli ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegt aktuell bei 13.916 Personen; 188 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 1.313 Personen oder 8,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 16.212 (+737 oder +4,8 Prozent). Dies sind gegenüber dem Juli des Vorjahres 1.929 oder 13,5 Prozent mehr.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juli bei 2,4 Prozent; im Juni betrug sie 2,3 Prozent und im Vorjahresmonat 2,9 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 6.334 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 356 oder 6,0 Prozent arbeitslose Personen mehr als noch im Juni. Vor einem Jahr, im Juli 2021, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit noch 1.323 oder 17,3 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote im Juli bei 10,4 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Juli letzten Jahres lag sie bei 9,6 Prozent. 

26.842 Personen (+950 und +3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat) waren im Juli in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2021 sind in der Grundsicherung aktuell 1.898 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juli wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 645 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 293 weniger als im Juni und 442 weniger als im Juli 2021. Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigten im Berichtsmonat vor allem die Berufsbereiche „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung“ gefolgt von „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, sowie „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“.

Der Bestand an gemeldeten Stellen ist von Juni zu Juli gesunken (-58) und liegt mit 4.960 um 490 Stellen über dem Vorjahresniveau.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung[1] ist im Juli gestiegen – um 604 Personen auf aktuell 40.393 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Unterbeschäftigung in Duisburg um 343 oder 0,8 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung liegt im Juli bei 82,1 Prozent, ein Anstieg von 2,0 Prozentpunkten gegenüber Juni. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,3 Prozent (Juni 2022: 15,0 und Juli 2021: 15,4).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.

[1] Die Unterbeschäftigung beschreibt das Volumen der Arbeitslosigkeit einschließlich der Personen, die zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.