03.01.2019 | Presseinfo Nr. 1

Jahresbilanz 2018 zum Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg

Der Duisburger Arbeitsmarkt zeigte im Jahr 2018 weiterhin eine Entwicklung in die richtige Richtung. Im dritten Jahr in Folge sinkt die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt. Zum Jahresende 2018 konnte Duisburg mit 10,6 % erneut die niedrigste Arbeitslosenquote seit über 20 Jahren verzeichnen.

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg.

Jahresbilanz 2018:

- Arbeitsmarkt entwickelt sich im 3. Jahr in Folge positiv
- Durchschnittliche Arbeitslosenquote 11,4 % (2017: 12,5 %)
- Beschäftigung wächst weiter (173.668 Beschäftige in Duisburg mit Stand 30.03.2018)
- Langzeitarbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt gesunken (-6,8%)
- Jugendarbeitslosigkeit um 9,2% reduziert
- Unterbeschäftigung geht deutlich zurück (-5,2 %)
- Investitionen in Qualifizierung auf hohem Niveau bleiben notwendig

Arbeitsmarkt entwickelte sich positiv.
In 2018 weitere deutliche Senkung der Arbeitslosigkeit gelungen.


Der Duisburger Arbeitsmarkt zeigte im Jahr 2018 weiterhin eine Entwicklung in die richtige Richtung. Im dritten Jahr in Folge sinkt die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt. Zum Jahresende 2018 konnte Duisburg mit 10,6 % erneut die niedrigste Arbeitslosenquote seit über 20 Jahren verzeichnen.

Die Beschäftigung steigt kontinuierlich. Mit 173.688 Beschäftigten zum 30.03.2018 sind am Arbeitsort Duisburg 3.752 oder 2,2 Prozent mehr Menschen als ein Jahr zuvor beschäftigt.

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg wurden in der Jahressumme weniger Stellen neu zur Besetzung gemeldet (insgesamt 11.989 / -5,9 Prozent); mit fast 4.500 Stellen sind 7,3 Prozent mehr Stellen im Bestand als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften aller Qualifikationsstufen bleibt anhaltend hoch.

Von der guten Entwicklung konnten Frauen und Männer, alle Altersgruppen, die Langzeitarbeitslosen, Deutsche und Ausländer profitieren. 1.170 geflüchtete Menschen haben im letzten Jahr ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, doppelt so viel wie im Vorjahr.

Der Ausbildungsmarkt zeigt immer noch eine starke Differenz zwischen dem Ausbildungsangebot (2.878 betriebliche Ausbildungsstellen) und den Bewerbern (3.799), wenn auch die Anzahl der gemeldeten betrieblichen Stellen angestiegen ist. Da nur jeder fünfte Betrieb ausbildet, bleibt die Ausbildungsneigung der Betriebe unter NRW-Niveau.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Duisburg, Astrid Neese, freut sich über die Arbeitsmarktentwicklung in Duisburg im vergangenen Jahr: „Die 10 vor dem Komma bei der Arbeitslosenquote ab September 2018 und die Entwicklung bei den Beschäftigtenzahlen haben gezeigt, dass Duisburg die insgesamt gute konjunkturelle Entwicklung mitgemacht hat und mehr Menschen in Arbeit gekommen sind. Ein anhaltend hoher Bestand offener Stellen, die dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg gemeldet sind, zeigt das Potenzial, dass sich insbesondere für gut ausgebildete Arbeitsuchende bietet. Der spürbare Fachkräftemangel und die sich abzeichnenden Veränderungen in den Berufen durch die Digitalisierung erfordern eine starke Reaktion der Arbeitsmarktpartner in Sachen Qualifizierung. Unsere Investitionen in Qualifizierung und Ausbildung für Arbeitslose halten wir als Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg auf einem hohen Niveau und helfen beiden Seiten des Arbeitsmarktes. Die Unternehmen sollten ihre Personalplanung demographiefester gestalten, denn jeder fünfte Beschäftigte wird in den nächsten 10 Jahren in Rente gehen. Jetzt ist es höchste Zeit, dem Fachkräftebedarf über alle Optionen zu begegnen. Hierfür bieten sich in 2019 deutlich mehr Möglichkeiten in den Unternehmen, auch die eigenen Beschäftigten mit finanzieller Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit fortzubilden. Und wenn sich bei dieser Aufgaben- und Qualifizierungsanalyse in den Unternehmen neue Aufgabenfelder für weniger vorgebildete Langzeitarbeitslose ergeben, kann mit dem neuen sozialen Arbeitsmarkt eine Beschäftigungsmöglichkeit im Unternehmen über fünf Jahre durch das jobcenter finanziert werden, zu Beginn sogar zu 100 Prozent.“

Arbeitsmarkt 2018 in Zahlen

Durchschnittlich 29.072 Menschen waren 2018 in Duisburg arbeitslos – dies sind 2.238 Personen oder 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 11,4 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte niedriger als im Durchschnitt des Vorjahres mit 12,5 Prozent. Bei Frauen ging die durchschnittliche Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 910 auf 13.489 zurück. 15.583 Männer waren durchschnittlich 2018 arbeitslos, 1.328 weniger als 2017.

Positiv hat sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am Arbeitsort Duisburg entwickelt. Im März 2018 lag diese bei 173.688 Personen und damit 3.752 Personen höher als im März 2017 (+2,2 Prozent). Die Vollzeitbeschäftigung stieg um 1,1 Prozent, die Teilzeitbeschäftigung um 5,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Jahresdurchschnitt 2018 waren in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) 5.564 Arbeitslose gemeldet, 128 Personen oder 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In der Grundsicherung (SGB II) waren im Jahresdurchschnitt 23.507 Personen arbeits-los gemeldet, das sind 2.109 Personen oder 8,2 Prozent weniger als 2017.

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr wird erst aus den Zugängen und Abgängen die Bewegung hinter dem jahresdurchschnittlichen Bestand von 29.072 Arbeitslosen ersichtlich. So wurden 2018 insgesamt 69.112 Zugänge in Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur und dem jobcenter registriert. Demgegenüber waren 71.790 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

 

Nachfrage nach Arbeitskräften


11.989 Stellen meldeten Duisburger Unternehmen und Behörden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg von Januar bis Dezember 2018. Das sind 753 Stellen oder 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittlich gemeldete Stellenbestand lag bei 4.495 Stellen; im Vorjahr waren es 4.191.
Die meisten Stellen wurden 2018 für folgende Berufsbereiche gemeldet (Zugang): Verkehr und Logistik (1.166 Stellen, +18 gegenüber 2017), Unternehmensführung/-organisation (1.039, +109), Führen von Fahrzeug- und Transportgeräten (944, +6), Verkaufsberufe (750, +106) , Medizinische Gesundheitsberufe (655, -139).

Der Anteil von gemeldeten Stellen (Zugang) aus dem Bereich Arbeitnehmerüberlassung beträgt 28,5 Prozent. (2017: rd. 32 % Prozent, 2016: rd. 35 Prozent; 2015 rd. 41 Prozent).

Der Fachkräftemangel zeigt sich in vielen Branchen in Duisburg, die Engpässe bei der Personalrekrutierung werden größer. Besetzungsschwierigkeiten sind in folgen-den Berufsgruppen besonders spürbar: Alten- und Krankenpflege, Erzieher, Heilerziehungspfleger, Sozialpädagogen, Ärzte, Berufskraftfahrer, Ingenieure, Metall-und Elektroberufe, Produktion und Verkauf von Lebensmitteln, Hotel- und Gaststättenbereich, sowie im Bereich der IT und Telekommunikationsberufe. Im Handwerk sind insbesondere Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik gefragt.

 

Langzeitarbeitslosigkeit

Im Jahr 2018 waren durchschnittlich 12.873 Personen länger als ein Jahr arbeitslos und damit langzeitarbeitslos, 941 Personen oder 6,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Durchschnitt waren 44,2 Prozent aller Arbeitslosen in Duisburg langzeitarbeitslos (Vorjahr: 44,1 Prozent). Im Versicherungsbereich (SGB III) waren im Durchschnitt 594 Langzeitarbeitslose gemeldet (-10,9 Prozent gegenüber 2017) und in der Grundsicherung (SGB II) 12.279 (-6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schwerbehinderte Menschen

Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung verändert sich nur marginal und liegt mit 2.038 im Jahresdurchschnitt um 1,2 Prozent höher als im Vorjahr. Rund 72 Prozent der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung sind in der Betreuung des jobcenter Duisburg.

 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei Menschen mit ausländischem Pass

Im Jahr 2018 waren durchschnittlich 11.675 Ausländer arbeitslos. Das sind 714 oder 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Von 2016 auf 2017 war noch ein Anstieg um 655 Personen oder 5,6 Prozent zu verzeichnen.

 

Menschen im Kontext Fluchtmigration

Die Arbeitslosigkeit bei geflüchteten Menschen sinkt zum Ende des Jahres etwas, liegt aber im Dezember 2018 mit 2.242 arbeitslosen, geflüchteten Menschen um rd. 24 Prozent über dem Vorjahreswert (Dezember 2017: 1.807). Erfreulich ist, dass 1.170 Geflüchtete in 2018 ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden konnten (+612, +110 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Insgesamt können geflüchtete Menschen nach Absolvierung von Sprach- und Qualifizierungskursen jetzt stärker am Arbeitsmarktgeschehen teilnehmen.

 

Jugendarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen lag im Jahresdurchschnitt bei 2.522 Personen. Gegenüber dem Vorjahr ist die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit deutlich um 254 Personen oder 9,2 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag bei 9,5 Prozent (Vorjahr: 10,7 Prozent). Dies ist die niedrigste durchschnittliche Arbeitslosenquote bei jungen Menschen seit 2008.

 

Ausbildungsmarkt

Zum Ende des Ausbildungsjahres 2017/2018 verzeichnete der Agenturbezirk Duisburg einen Anstieg der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen von 2.712 im letzten Berichtsjahr auf 2.878 (+6,1 Prozent).
Die Zahl der Bewerber/innen erhöhte sich um 101 (+2,7 Prozent) von 3.698 auf 3.799. Zum Ende des Berufsberatungsjahres standen noch 345 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung, anderthalb Mal so viel wie vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 74 Bewerber/innen noch ohne Ausbildungsstelle, dies ist ein Anstieg um 9 bzw. 13,8 Prozent. Darüber hinaus gab es in Duisburg weitere 635 Bewerber/innen, die sich mangels Ausbildungsmöglichkeit für eine Alternative, wie zum Beispiel weiteren Schulbesuch oder eine berufsvorbereitende Maßnahme entschieden haben.

Der Anteil der ausbildenden Betriebe ist von 2013 mit 23,1 Prozent auf 20,4 Prozent in 2017 gesunken, und liegt kontinuierlich unter dem NRW- Niveau. Der Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stagniert mit 5,4 Prozent in Duisburg und liegt damit sogar leicht über dem Wert in NRW von 5,3.
Die gemeinsame Verantwortung aller Akteure am Ausbildungsmarkt ist es, allen Jugendlichen mit einer Berufsausbildung ihre echte Chance auf eine eigenständige Zukunft zu geben. Vor dem Hintergrund des sichtbaren Fachkräftemangels sollte uns das gemeinsam noch besser gelingen als bisher“ so der Appell von Astrid Neese. „Hier ist mehr Engagement und mehr Phantasie gefragt, als in der Vergangenheit. Der Ansatz Begegnungen zu schaffen, wie in der großen Ausbildungsbörse „Unter einem Dach“ im November, ist jedenfalls richtig. Interessanterweise wird dabei auch die Konkurrenz unter den Unternehmen um die besten Bewerber immer deutlicher. Betriebe müssen schon einiges bieten, damit die jungen Menschen aufmerksam wer-den und sich für sie interessierten. Hieran werden die zukünftigen Herausforderungen deutlich. Gute Bewerberinnen und Bewerber, die sich nicht für ein Hochschulstudium entscheiden, suchen sich ihren Ausbildungsbetrieb und erwarten viel von ihrem zukünftigen Arbeitgeber. Um junge Menschen mit schulischen Handicaps wer-den wir uns alle gemeinsam noch intensiver bemühen müssen, dass sie unsere Fachkräfte der Zukunft werden. Die Möglichkeiten dazu sind nicht ausgereizt, das gilt insbesondere für die Nachfrage nach Unterstützungsmöglichkeiten von Arbeitsagentur und jobcenter.“
In 2018 konnten die Agentur für Arbeit und jobcenter Jugendlichen dort – wo nötig – eine Vielzahl von Förderangeboten machen. Neben der Förderung mit Berufsausbildungsbeihilfe konnten in den folgenden Instrumenten 1.001 Teilnehmerplätze für die Duisburger Jugendlichen angeboten werden:

Berufseinstiegsbegleitung
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Assistierte Ausbildung
Ausbildungsbegleitende Hilfen
Einstiegsqualifizierung
Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen

Für die Förderung standen insgesamt rd. 9,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Qualifizierungen mit Abschluss im Fokus

Das Auseinanderklaffen von Stellenanforderungen und Qualifikation der Arbeitsuchenden macht folgende Gegenüberstellung deutlich. In Duisburg verfügen 69 Prozent der Arbeitslosen über keine abgeschlossene Berufsausbildung (Vorjahr 60 Prozent), hier ist ein deutlicher Anstieg von 6,6 Prozent bei diesem Personenkreis erkennbar.

Lediglich rund 17 Prozent der in Duisburg gemeldeten Arbeitsstellen (durchschnittlicher Bestand) richten sich an Helfer. Dagegen richten sich zwei Drittel aller Stellen an Fachkräfte sowie jeweils rund 8,5 Prozent an Experten und an Spezialisten. Der Anteil der Arbeitslosen, die eine Stelle als Fachkraft suchen, liegt jedoch nur bei 31 Prozent, 62 Prozent suchen eine Stelle mit dem Anforderungsniveau „Helfer“.

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 428 Kunden der Arbeitsagentur und 643 Kun-den des jobcenter eine abschlussorientierte Fortbildung begonnen. Ein wichtiger Bereich sind dabei auch die Teilqualifizierungen, die einzelne Module aus Berufsausbildungen beinhalten und bis zum Abschluss der Qualifizierung finanziert werden könnten.

Abschlussorientierte Qualifizierungen werden mit folgenden Schwerpunkten angeboten:
- Lagerwirtschaft
- Fahrzeugführer im Straßenverkehr
- Verwaltung
- Alten-, Gesundheit- u. Krankenpflege
- Kaufmännische Ausbildungen
 

Unterbeschäftigung

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken (2018: 38.447 / 2017: 40.551), die Quote ist ebenfalls zurückgegangen (15,8 auf 14,7 Prozent). Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung betrug 77,2 Prozent bei den Jahresdurchschnittswerten 2017. 75,5 Prozent waren es 2018.
Die deutlichsten Steigerungen sind in folgenden Bereichen erkennbar: Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (+47,1 Prozent) / Aktivierung und berufliche Eingliederung (+11,8 Prozent) / Arbeitsgelegenheiten (+ 9,8 Prozent).
Im Bereich der Fremdförderung gibt es einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-2,8 Prozent) Hierbei handelt es sich um Förderungen, die nicht von der Agentur für Arbeit oder dem jobcenter Duisburg finanziert werden – insbesondere notwendige Sprach- und Integrationskurse für geflüchtete Menschen. In beruflicher Weiterbildung befanden sich 2018 im Jahresdurchschnitt 1.494 Menschen (1.561 im Jahr 2017).

 

Ausblick 2019

Aufgrund der derzeit stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen trotz welt-politischer Unsicherheiten ist nach den Prognosen des Instituts für Arbeits-markt- und Berufsforschung mit einer weiteren Senkung der Arbeitslosigkeit und steigender Beschäftigung auch in 2019 auszugehen. Beide Entwicklungen – Reduzierung der Arbeitslosigkeit und Anstieg der Beschäftigung – werden allerdings unter dem Landesschnitt NRW liegen und auch nicht mit gleicher Dynamik wie noch in 2018 erfolgen.
Die Leiterin der Agentur für Arbeit Astrid Neese blickt mit Zuversicht auf den Arbeits-markt 2019: „Eine Fortsetzung der guten Entwicklung der letzten Jahre wird kein Selbstläufer, eine geringere Dynamik ist jedenfalls wahrscheinlich. Der im Vergleich zu NRW hohe Anteil von Beschäftigten in der Zeitarbeit in Duisburg birgt ein gewisses Risiko, weil bei konjunkturellen Einbrüchen in der Regel zunächst die Beschäftigung in der Arbeitnehmerüberlassung zurückgefahren wird.

Mit Rückenwind aus den Vorjahren und mit einem berechtigten Optimismus für das laufende Jahr sollten wir die neuen Fördermöglichkeiten, die uns der Gesetzgeber zur Verfügung gestellt hat, für die Duisburger Wirtschaft offensiv nutzen. Mit dem Qualifizierungschancengesetz und den neuen Möglichkeiten für die soziale Teilhabe von Langzeitarbeitslosen haben wir Instrumente, die bei erfolgreicher Anwendung einen spürbaren, positiven Einfluss auf die Arbeitsmarktentwicklung haben können. Zum einen sollten Unternehmen im Zuge einer sich durch Demographie und Digitalisierung dynamischer gestaltenden Personalplanung die betriebliche Weiterbildung verstärken, um die eigenen Mitarbeiter auf Fachkräfteniveau zu halten oder zu entwickeln und hierbei die Unterstützungsmöglichkeiten von Arbeitsagentur und jobcenter nutzen. Der Kontakt mit dem Arbeitgeberservice lohnt sich. Unsere Fachexperten stehen für Beratungen im Betrieb zur Verfügung. Wichtig ist natürlich gleichzeitig, dass die Beschäftigten selbst sich öffnen für die Veränderungen am Arbeitsmarkt und ihre Weiterbildungsbereitschaft zeigen.

Wir werden in 2019 unser Beratungsangebot ausweiten und insbesondere für junge Menschen an der Schwelle zum Berufsleben die Ansprache noch intensivieren. Mit dem Konzept der Lebensbegleitenden Berufsberatung, das im nächsten Jahr schritt-weise eingeführt wird, stärken wir zunächst für die Phase vor dem Erwerbsleben den Kontakt zu jungen Menschen zum Beispiel durch frühere und stärkere Präsenz in den Schulen und Intensivierung der Zusammenarbeit mit allen Netzwerkpartnern. Ein wichtiger Beitrag ist auch die Stärkung und Profilierung der Jugendberufsagentur am Standort Wintgensstraße mit dem gemeinsamen Angeboten der Agentur für Arbeit, des jobcenter Duisburg und der Stadt Duisburg für junge Menschen.

Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in Ausbildung, Studium und Beruf ist als Kernaufgabe der Agentur für Arbeit eine entscheidende Basis für eine Antwort auf den Fachkräftemangel. Die sinkende Ausbildungsbeteiligung der Duisburger Betriebe in den vergangenen Jahren muss gestoppt werden; eine Steigerung des betrieblichen Ausbildungsangebots in diesem Jahr ist dazu ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Der Duisburger Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd, die Möglichkeiten für Lösungen sind erweitert worden. Das in den letzten Jahren Erreichte sollte uns ermutigen, auch die nächsten Kraftanstrengungen zu gehen. Ich sehe es als gemeinsame Verpflichtung an, die gute Entwicklung Duisburgs auch am Arbeits- und Ausbildungsmarkt weiter voranzutreiben. Hier steht uns etwas mehr Mut gut zu Gesicht, neue Wege zu gehen und Menschen eine Chance zu bieten, die sie lange nicht hatten, und sie individuell zu begleiten. Uns stehen die Mittel und Instrumente zur Verfügung, diesen Herausforderungen aktiv zu begegnen und den seit Jahren guten Lauf am Arbeits-markt in 2019 fortzusetzen. Alle Akteure gemeinsam haben die notwendige Kraft und Energie dazu.“