21.09.2018 | Presseinfo Nr. 38

Fachkraft werden mit 40? Na klar!

Unter dem Motto „Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“ findet vom 17. bis 21. September 2018 die bundesweite Aktionswoche Fachkräftesicherung 2018 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales statt. Die Agentur für Arbeit Duisburg zeigt, wie sich Betriebe ganz konkret Fachkräfte sichern können!

Andreas Feinhals hat schon einige berufliche Stationen hinter sich. Nach seiner abgeschlossenen Maurerlehre 2003 und einem knappen Jahr als Maurergeselle war der jetzt 40jährige bis Ende 2017 als Hausmeister tätig. Die Maurer-Ausbildung war dazu zwar eine gute Grundlage. Gerade beim Hausmeisterberuf ist aber Flexibilität gefragt. Viele Erfahrungen in anderen Berufsfeldern kommen hinzu: Maler- und Lackiererarbeiten, Tapezieren, Fliesen legen, Material beschaffen, Gartenpflege und vieles mehr.

Bei seinen Aufgaben als Hausmeister gefielen Feinhals vor allem die Tätigkeiten an Sanitär- und Heizungsanlagen. Anfang 2018 wurde Feinhals arbeitslos, hatte aber sofort eine Idee, wie es weitergehen konnte. Mit Hilfe der Agentur für Arbeit wurde es ein konkreter Plan, der verwirklicht werden konnte.

Nach vielen Bewerbungen als Hausmeister, die nicht zu einer Einstellung führten, besprach Feinhals seinen beruflichen Wunsch mit seiner Arbeitsvermittlerin: Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Dabei war das Ziel, eine Umschulung in einem Betrieb im Rahmen einer verkürzten Ausbildung zu realisieren. Die Vermittlerin ermöglichte dem angehenden Umschüler zunächst die Teilnahme an einem vorgeschalteten Lehrgang zur Feststellung der Eignung und zur Bewerbung um einen entsprechenden Umschulungsplatz. Andreas Feinhals konnte dann schnell den Kontakt zur Fa. Edgar Stolte und Dirk Czisch GbR herstellen und ist seit Mai 2018 im Betrieb, besucht jetzt die Berufsschule und ist auf dem besten Weg, bis August 2020 den Abschluss als Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu schaffen.

Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg erklärt, warum hier eine Förderung in Betracht kommt: „Wenn wir sehen, dass ein arbeitsloser Mensch lange nicht mehr im erlernten Beruf tätig war, sprechen wir mit ihm auch über die Möglichkeit eines neuen Ausbildungsabschlusses. Damit kann man dann wieder dauerhaft im Arbeitsmarkt Fuß fassen. Mit einer aktuellen Ausbildung ist man wieder sehr gefragt.  Andreas Feinhals hat seine Chance ergriffen und das Unternehmen bekommt die dringend benötigte Fachkraft. Ein Beispiel, was aus unserer Sicht Schule machen sollte.“

Die Agentur für Arbeit steuert einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Höhe von 50 Prozent im Rahmen des Förderprogramms WeGebAU bei (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen), übernimmt die Prüfungsgebühren und zahlt die Kosten überbetrieblicher Lehrgänge.

Dirk Czisch und Edgar Stolte können mit der Förderung die Ausbildung ihres neuen Mitarbeiters stemmen: „Andreas Feinhals kann sich auf Grund seiner Erfahrungen als Hausmeister schon gut einbringen und uns auf den Baustellen unterstützen. Aber er lernt natürlich auch noch und nimmt während der Arbeitszeit am Berufsschulunterricht teil. Durch den Zuschuss zum Arbeitsentgelt ergibt sich für uns als Kleinbetrieb ein Modell, dass wir auch tragen können.“

Andreas Feinhals ist dankbar für diese Möglichkeit: „Ich kann nochmal neu durchstarten und durch den Arbeitsvertrag meinen Lebensunterhalt bestreiten. Wenn die Ausbildung zu Ende ist, bin ich wieder gelernte Fachkraft und kann dann in meinem Wunschberuf arbeiten!“