30.03.2018 | Presseinfo Nr. 14

Halbjahresbilanz zum Ausbildungsmarkt 2017/2018 in Duisburg

Nach wie vor deutlich mehr Bewerber, als Ausbildungsstellen
 
Die Zahl gemeldeter Bewerber und gemeldeter Berufsausbildungsstellen ist gegenüber dem Vorjahr angestiegen
 
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt erfordert Flexibilität bei allen Beteiligten – Arbeitgebern wie Bewerbern

Gemeldete Ausbildungsstellen und Bewerber

seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2017 haben sich 2.880 Bewerber/innen für Ausbildungsstellen bei der Berufsberatung in Duisburg gemeldet, das sind 198 mehr als im Vorjahr. Davon gelten aktuell bereits 1.351 mit einer Ausbildungsstelle, einem Studienplatz oder sonstiger Alternative versorgt. Allerdings haben sich davon 422 Bewerber eine Alternative zum 30.9. gesichert, falls es mit einem Ausbildungsplatz nicht klappen sollte. Völlig ohne eine konkrete Perspektive und damit unversorgt sind aktuell 1.529 Bewerber/innen, 8 mehr als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Demgegenüber konnte der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des jobcenter Duisburg insgesamt schon 2.258 betriebliche Ausbildungsstellen akquirieren, 74 mehr als im letzten Jahr. Von diesen sind aktuell noch 1.548 Ausbildungsstellen unbesetzt (117 mehr als im März 2017).

„Ein halbes Jahr Aktivität am Ausbildungsmarkt liegt jetzt hinter uns und wir starten mit Schwung in die zweite Hälfte bis zum Ausbildungsstart im August und September. Anders als im letzten Jahr haben die Duisburger Unternehmen frühzeitig und in höherer Zahl ihre Ausbildungsstellen bei uns gemeldet. Sie erkennen das Ausmaß des Fachkräftemangels noch stärker und wollen selbst und aktiv vorsorgen. Es haben sich gleichzeitig auch mehr Bewerber für eine Ausbildung bei uns beraten lassen. Das gute Signal ist, dass die berufliche Ausbildung für junge Menschen attraktiv ist. Diese parallele Entwicklung auf beiden Seiten führt gleichzeitig dazu, dass die ungünstige Relation zwischen Ausbildungssuchenden und freien Ausbildungsstellen in Duisburg auch in diesem Jahr bestehen bleibt, denn die Zahl der Bewerber/innen übersteigt deutlich die Zahl der angebotenen Stellen“, erklärt Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Betriebe und Bewerber müssen in Sachen Ausbildungsvertrag jetzt am Ball bleiben. Wir haben viele gut qualifizierte Bewerber, für die auch ein Studium in Betracht kommt, wenn sie nicht rechtzeitig eine Zusage des Ausbildungsbetriebes erhalten. Außerdem beweisen auch Duisburger Jugendliche, dass sie mobil sind und nehmen attraktive Ausbildungsangebote in der Umgebung an. Die gute Beschäftigungsentwicklung in Duisburg stärkt die Attraktivität des Standortes auch bei Jugendlichen. Daher sollten Duisburger Unternehmen jetzt konkrete Chancen  eröffnen.

Die demographische Entwicklung und der steigende Bedarf an Fachkräften geben dem Thema duale Ausbildung einen höheren Stellenwert als je zuvor. Eine Herausforderung wird es jedoch bleiben, jedes Ausbildungsangebot zu nutzen, auch wenn ein Bewerber oder eine Bewerberin nicht optimal passend erscheint. Dann helfen wir gern mit unseren sogenannten „ausbildungsbegleitenden Hilfen, einer Art Nachhilfe, mit der wir dem Jugendlichen in den schulischen Fächern und im praktischen Ausbildungsteil Unterstützung bieten, oder auch bei sozialen Problemen. Damit können wir den Betrieb in der Ausbildung entlasten. Wenn ein Kandidat noch nicht vollständig überzeugen kann, ist vielleicht der Einstieg über ein Langzeitpraktikum eine Alternative, um sich als Betrieb – aber auch Bewerber – abzusichern, dass man das richtige Ziel verfolgt.  

Bewerberstruktur

Nach wie vor ist ein guter Schulabschluss eine wichtige Voraussetzung für die Einmündung in eine betriebliche Ausbildung. Von den aktuell 2.880 gemeldeten Bewerbern verfügen 2.791 Personen und damit rund 97 % über einen Schulabschluss, fast 40 % von ihnen sogar über eine Berechtigung zum Studium an einer (Fach-)Hochschule. Damit bleibt der Trend der Vorjahre hin zu einem immer höherwertigeren Schulabschluss bestehen.

Trotz der Erfüllung der formalen Voraussetzungen haben es viele Bewerberinnen und Bewerber immer noch schwer, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Mehr als die Hälfte aller Bewerber hat die Schule nicht im Berichtsjahr, sondern in den Vorjahren verlassen und zunächst eine Alternative zur Ausbildung ergriffen. Hierzu zählen aber auch die Bewerber, die am Bundesfreiwilligendienst teilgenommen, ein Auslandsjahr absolviert, als Teilnehmer an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen einen Schritt in Richtung Ausbildung getan haben oder in ein Praktikum gegangen sind.

„Wer bis zum Sommer einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben will, muss flexibel sein und sich auch in alternativen Berufen oder Nachbarstädten bewerben“, appelliert Astrid Neese an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind und macht ihnen gleichzeitig Mut: „In den nächsten Monaten passiert noch viel auf dem Ausbildungsmarkt. Bewerber mit mehr als einer Option entscheiden sich und Ausbildungsbetriebe suchen nach den Absagen noch einmal weiter. Außerdem melden Betriebe weiterhin freie Ausbildungsplatzangebote.“

Tipps und Veranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Duisburg unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene dabei, ihre berufliche Zukunft zu planen oder über freie Ausbildungsstellen zu informieren. Interessierte sollten schnellstens einen Beratungstermin vereinbaren. Das geht telefonisch unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 oder online: www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.

Angebote für Arbeitgeber

Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg unterstützt Arbeitgeber bei der Suche nach dem passenden Auszubildenden oder geeigneten Förderangeboten. Unternehmen, die ein Gespräch wünschen, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail: Duisburg.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.  

Veranstaltungen der Agentur für Arbeit Duisburg findet man hier:

www.arbeitsagentur.de/duisburg > Veranstaltungen vor Ort

Freie Ausbildungsstellen gibt es aktuell in allen angebotenen Berufsausbildungen

Am meisten gesucht werden noch (TOP 10):

1.      Verkäufer/in

2.      Kaufmann/-frau – Büromanagement

3.      Industriemechaniker/in

4.      Kaufmann/-frau im Einzelhandel

5.      Kaufmann/-frau – Spedition/Logistikdienstleistungen

6.      Kaufmann/-frau – Groß- und Außenhandel, Schwerpunkt Großhandel

7.      Medizinische/r Fachangestellte/r

8.      Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

9.      Verfahrensmechaniker/in in der Hütten- und Halbzeugindustrie

10.   Fachkraft – Lagerlogistik

Bewerber ohne Ausbildung oder Alternative interessieren sich vor allem für folgende Berufe (Top 10):

1.      Kaufmann/-frau – Büromanagement

2.      Verkäufer/in

3.      Medizinische/r Fachangestellte/r

4.      Kaufmann/-frau – Einzelhandel

5.      Industriemechaniker/in

6.      KFZ-Mechatroniker/in – PKW-Technik

7.      Automobilkaufmann/-frau

8.      Elektroniker/in für Betriebstechnik

9.      Friseur/in

10.   Fachlagerist/in