28.03.2018 | Presseinfo Nr. 12

Jubiläum zur Frauenförderung – 20 Jahre Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Duisburg

Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März 2018 fand in diesem Jahr das Thema 100 Jahre Wahlrecht für Frauen allgemeine Beachtung. Doch auch die Agentur für Arbeit weist auf ein kleines Jubiläum hin. Seit 20 Jahren ist es gesetzlich verankert, dass es dort Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt gibt.
Im Jahr 1998 wurden die gesetzlichen Grundlagen im Bereich der Arbeitsförderung neu geregelt. Das Sozialgesetzbuch III (SGB III) wurde zum 01.01.1998 eingeführt und das Thema Chancengleichheit von Männern und Frauen in das Gesetz aufgenommen. In jeder Agentur für Arbeit gibt es seitdem eine Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA).

Drei Aspekte haben sie besonders in Blick:
- die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt
- die Frauenförderung und
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Situation der Frauenerwerbstätigkeit in Duisburg

Am 30.06.2017 waren in Duisburg 171.054 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter 70.337 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 41,1 Prozent. Damit ist die Beschäftigung von Frauen in Duisburg zwar auf Wachstumskurs, liegt aber noch niedriger als in NRW mit 45,2 Prozent (Zum Vergleich: Deutschland 46,3%, Westdeutschland 45,6%,). Allerdings ist Teilzeit „weiblich“: 38.722 Frauen arbeiteten in Vollzeit, 31.615 in Teilzeit. Frauen stellten damit knapp ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten (30,1%), aber drei Viertel der Teilzeitbeschäftigten 74,6%). Die meisten Frauen arbeiten in den Sparten Gesundheitswesen, Einzelhandel und Verwaltung. Entsprechend dominieren bei der Berufswahl nach traditionellem Rollen- und Berufsbild die Büro-, medizinischen, Verkaufs- und sozialen Berufe.

In den letzten 20 Jahren sind Änderungen im Erwerbsverhalten von Frauen erkennbar, die die Arbeit der BCA beeinflussen. So nehmen die meisten Berufsrückkehrerinnen nach einer Familienphase deutlich früher wieder die Berufstätigkeit auf. Auch das Interesse an einer beruflichen Neuorientierung zeigt sich häufiger als noch zu Beginn dieses Zeitraums. Hieraus ergibt sich vielfältiger und individueller Informations- und Beratungsbedarf.

Die Schwerpunkte in der Arbeit der Beauftragten für Chancengleichheit im Jahr 2018 orientieren sich an den aktuellen Entwicklungen auf dem Duisburger Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Der Fachkräftemangel ist in Duisburg angekommen und damit steigt auch für Frauen die Chance auf neue oder zeitlich ausgeweitete Beschäftigung. Es werden vor allem Frauen angesprochen, die eine Zeit lang, meist aus familiären Gründen, nicht mehr berufstätig waren. Sie sollen in gesuchten Berufsbereichen auf Fachkräfteniveau ihren beruflichen Wiedereinstieg finden. So wird es z.B. einen Informationstag zum Berufsfeld der pflegerischen und betreuenden Berufe geben.

Die Verbesserung des Übergangs von Schule und Beruf ist ein wichtiges Arbeitsfeld für die Duisburger Ausbildungsmarktpartner. In Veranstaltungen wie Schnuppertagen für Mädchen in den Werkstätten des Bildungszentrums des Handwerks oder in technisch geprägten Ausbildungsbetrieben sollen Perspektiven in gefragten Berufsfeldern anschaulich vermittelt werden. Die sogenannten „MINT-Berufe“ bieten gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich und regelmäßig auch gute Verdienstmöglichkeiten. Mädchen sollen motiviert werden, ihre Perspektiven bei der Ausbildungswahl zu verbreitern und auch klassische Berufsfelder verlassen. Eltern sind bei der Berufswahl die wichtigsten Ratgeber für Kinder, daher werden Elterninformationsabende diese Reihe flankieren.

Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit ist in Duisburg nach wie vor die größte arbeitsmarktliche Herausforderung und kann im Zusammenwirken mit allen Akteuren erfolgreich angegangen werden. Die Chancen des verbesserten Arbeitsmarktes in Duisburg müssen auch für langzeitarbeitslose Frauen genutzt werden, da ihr Anteil an Langzeitarbeitslosen mehr als die Hälfte beträgt. Wenn bei dem steigenden Arbeitskräftebedarf in manchen Branchen gezielter auch Frauen in den Blick genommen werden, ist das ein wichtiger Schritt. So sind beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr Busfahrerinnen mittlerweile keine Seltenheit mehr, waren aber vor einigen Jahren kaum in diesem Beruf zu finden. Bei allen Initiativen und Programmen zum sozialen Arbeitsmarkt sind Angebote für Frauen ein wichtiger Handlungsansatz.

„Chancengleichheit von Männern und Frauen wird viel beschworen, ist aber noch längst nicht Realität. Doch aktuell sind die Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt sehr gut und bieten nicht nur Gelegenheit für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Wer sich noch einmal umorientieren möchte, eine berufliche Qualifizierung oder einen Karriereschritt plant, sollte die Gunst der Stunde nutzen. Die Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit sind individuell und vielfältig, Frau sollte sie nutzen“ so Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg.