31.01.2018 | Presseinfo Nr. 4

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg im Januar 2018

Arbeitslosenzahl im Januar: 30.783
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat: + 1.368
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr: - 2.339
Arbeitslosenquote im Januar: 12,2% (Vormonat 11,7%)

„Die saisonübliche Steigerung der Arbeitslosigkeit am Jahreswechsel fällt dieses Jahr moderater aus. Die Dynamik am Duisburger Arbeitsmarkt hält an und alle Indikatoren sprechen für eine weiterhin positive Entwicklung. Die Vorjahresvergleiche zeigen in welche Richtung es geht: Mehr Beschäftigung, hohe Nachfrage nach Arbeitskräften und weniger Arbeitslose.“ Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg, hebt die Bedeutung der Duisburger Unternehmen hervor: „Die Beschäftigungschancen realisieren sich in den Betrieben und die Betriebe suchen vorrangig Fachkräfte. Mit einem umfangreichen Angebot an Qualifizierungen versetzen wir arbeitsuchende Menschen in die Lage, als Fachkräfte eingesetzt zu werden. Fast 1.400 Menschen ermöglichen wir als Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg aktuell eine Weiterbildung und im Januar konnten bereits rund 150 Personen eine Qualifizierung antreten. Mit dem Frühjahrsschwung können die Unternehmen auf diese Bewerber mit aktuellem Qualifikationsstand zurückgreifen. So können alle profitieren und die Duisburger Wirtschaft kann weiter an Stärke gewinnen.“

Unternehmen, die sich über die Möglichkeiten zur Einstellung qualifizierter Arbeitsuchender informieren möchten, können sich an die kostenfreie Servicenummer des Arbeitgeber-Services wenden: 0800 4 5555 20.

Arbeitslosigkeit

Mit 30.783 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Januar 1.368 Personen mehr als im Dezember 2017 von Arbeitslosigkeit betroffen. Beim letzten Jahreswechsel (Dez. 2016 auf Jan. 2017) betrug die Steigerung bei den Arbeitslosen noch + 1.688.

Im Januar des Vorjahres waren 33.122 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.339 Personen oder 7,1 Prozent mehr als in diesem Januar.

Die Arbeitslosenquote liegt bei 12,2 Prozent (Vormonat 11,7 Prozent). Im Januar des Vorjahres lag sie bei 13,3 Prozent und damit um 1,1 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im Januar um 515 oder 9,6 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen. Die Zahl der Zugänge ist damit von 5.380 im Dezember auf jetzt 5.895 gestiegen. Im Vorjahr lag die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit bei 6.268 und damit um 373 oder 6 Prozent über den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem Januar.

Von den 5.895 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im Januar 1.834 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt. Im Vormonat meldeten sich 1.291 Menschen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos. Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftszweige, kommen die meisten Arbeitslosmeldungen aus den Bereichen „Arbeitnehmerüberlassung“, „Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kfz“ und „Wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Grundstücks- und Wohnungswesen, Rechts- und Steuerberatung, Kfz-Vermietung, Steuerberatung)“. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar beruht auf dem Ende des Weihnachtsgeschäfts im Handel und im Ablauf befristeter Beschäftigungen und in Kündigungen zum Jahresende.

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Januar 4.560. Das waren 1.215 oder 21 Prozent weniger Menschen als im Dezember (5.775) und 65 oder 1,4 Prozent weniger als vor einem Jahr (4.625). 852 Menschen konnten wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden (Dezember 2017: 1.045).

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Von dem saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit sind alle Personengruppen betroffen.

Mit 2.526 Personen waren im Januar 97 mehr junge Leute unter 25 von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im Dezember (2.429). Diese Zahlen liegen sehr deutlich um 394 oder 13,5 Prozent unter dem Wert von Januar 2017 (2.920).

Die Zahl der über 50jährigen Arbeitslosen stieg im Januar um 446 oder 5,5 Prozent auf aktuell 8.627 (Vormonat 8.181) und liegt um 498 (-5,5 Prozent) unter dem Vorjahreswert (9.125).

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat von 4.757 auf jetzt 5.000 (+243). Hier waren im Vorjahresmonat 5.206 Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind somit 206 Personen oder 4 Prozent weniger als im Januar 2017 arbeitslos gemeldet.

Im Januar ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber Dezember gestiegen und liegt aktuell bei 13.651 betroffenen Personen; 230 oder 1,7 Prozent mehr (Vormonat 13.421). Der aktuelle Wert befindet sich damit um 621 Personen oder 4,4 Prozent unterhalb des Vorjahresmonats (14.272).

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 12.231 (+ 530 oder + 4,5 Prozent), davon befinden sich 10.586 in der Grundsicherung. Dies sind in beiden Rechtskreisen zusammen 520 oder 4,1 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres (12.751).

Geflüchtete Menschen

In Duisburg sind 4.075 Menschen mit Aufenthaltsgestattung, Aufenthaltserlaubnis Flucht oder einer Duldung arbeitsuchend gemeldet. 1.919 sind davon arbeitslos; 91,8 Prozent der Arbeitsuchenden werden vom jobcenter Duisburg in der Grundsicherung betreut.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarkt-Entwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so steigt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) auf 2,4 Prozent. Der Januar-Wert 2018 liegt damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Niveau von Januar 2017 mit 2,3 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 5.918 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 583 oder 10,9 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Dezember (5.335). Vor einem Jahr, im Januar 2017, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 82 oder 1,4 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (5.836).

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) ist die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte angestiegen und liegt jetzt bei 9,9 Prozent. Im Vorjahr lag sie im Januar bei 11 Prozent. 

24.865 Personen (+785 und +3,3 Prozent) waren im Januar in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (Dezember 24.080). Im Vergleich zum Januar 2017 (27.286) sind in der Grundsicherung aktuell 2.421 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage

868 neue Stellen wurden der Agentur für Arbeit aktuell gemeldet, 36 Stellen mehr als im Vormonat (Dezember 2017: 832) und 115 oder 15,3 Prozent mehr als im Januar 2017 (753).

Der Bestand an gemeldeten Stellen ist im Januar zurückgegangen und liegt aktuell mit 4.184 Stellenangeboten (-104, - 2,4 Prozent im Vergleich zu Dezember) immer noch auf einem hohen Niveau. Damit bewegt sich der aktuelle Monat weiterhin deutlich über dem Stellenbestand des Vorjahresmonats (3.410 Stellenangebote im Januar 2017, +774 Stellen / + 22,7 Prozent).

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im Januar gestiegen – um 756 Personen oder 1,9 Prozent auf aktuell 39.851 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Unterbeschäftigung in Duisburg um 1.745 oder 4,2 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Januar gestiegen und liegt aktuell bei 77,2 Prozent (Vergleich Vormonat 75,2 Prozent, Vorjahresmonat 79,6 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,4 Prozent; 0,2 Prozentpunkte mehr als im Dezember 2017. In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle. So sind im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt mit aktuell 1.355 Teilnehmerinnen und Teilnehmern 245 Personen weniger in beruflicher Weiterbildung. 171 Personen mehr als im letzten Jahr befinden sich in einer sogenannten Fremdförderung (aktuell 1.747). Das sind Förderungen, die nicht von der Agentur für Arbeit oder dem jobcenter Duisburg finanziert werden – insbesondere notwendige Sprach- und Integrationskurse für geflüchtete Menschen. Zur Unterbeschäftigung zählen außerdem Arbeitsgelegenheiten, an denen zurzeit 1.610 Personen (534 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt) teilnehmen.