29.03.2019 | Presseinfo Nr. 12

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg

Halbjahresbilanz am Ausbildungsmarkt

Der März steht ganz im Zeichen von Ausbildung und Qualifizierung. Die Halbjahresbilanz am Ausbildungsmarkt - wir betrachten hier die Zeit von Oktober 2018 bis März 2019 - fällt wegen des Anstiegs der betrieblichen Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv aus.

Arbeitsmarkt

 

Arbeitslosenzahl im März:                                          28.570

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat:          +156

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr:              - 1.716

 

Arbeitslosenquote im Februar:                                  11,1%

Arbeitslosenquote im Vormonat:                               11,1%

Arbeitslosenquote im Vorjahr:                                   12,0%

 

Ausbildungsmarkt

 

Gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen:   2.884

Vergleich zum Vorjahr:                                              +4 / +0,1%

 

Versorgte Bewerber                                                    1.335

Vergleich zum Vorjahr:                                               -16 / -1,2%

 

Gemeldete Berufsausbildungsstellen:                        2.620                          

(davon 42 außerbetrieblich)

Vergleich zum Vorjahr:                                               +342 / +15%

 

Gemeldete betriebliche Berufsausbildungsstellen:    2.578

Vergleich zum Vorjahr:                                              +320 / +14,2%

 

„Der März steht ganz im Zeichen von Ausbildung und Qualifizierung. Die Halbjahresbilanz am Ausbildungsmarkt -  wir betrachten hier die Zeit von Oktober 2018 bis März 2019 – fällt wegen des Anstiegs der betrieblichen Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv aus. In jedem Fall haben die Unternehmen ihre Ausbildungsstellen deutlich frühzeitiger gemeldet als in den Vorjahren. Vor dem Hintergrund des allgemein beklagten Fachkräftemangels ist aber zu erwarten, dass sich der Trend des letzten Ausbildungsjahres mit einem Plus an Stellenmeldungen fortsetzt. Es ist gut, dass die Unternehmen auf die eigene Fachkräftegewinnung durch Ausbildung setzen. Die Bewerberinnen und Bewerber haben zum jetzigen Zeitpunkt also eine größere Auswahl an Ausbildungsstellen. Diese Chance muss genutzt werden, denn in Duisburg suchen immer noch mehr junge Menschen eine Ausbildung als Stellen angeboten werden. Duisburger Unternehmen sollten nicht zögern, schon jetzt die Ausbildungsverträge abzuschließen. Die besten Bewerber wählen die Unternehmen und nicht umgekehrt. Daher gilt in Zeiten des Fachkräftemangels für Ausbilder allen motivierten Kandidaten und Kandidatinnen eine Chance zu geben; die Berufsschule kann dann z.B. mit ausbildungsbegleitenden Hilfen, einer Förderung der Agentur für Arbeit erfolgreich bewältigt werden.“

 

Arbeitslosigkeit

Mit 28.570 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im März 156 Personen mehr als im Februar 2019 von Arbeitslosigkeit betroffen (+ 0,5 Prozent). Damit waren in diesem Monat 1.716 Personen oder 5,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr arbeitslos gemeldet (März 2018: 30.286 Arbeitslose).

Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,1 Prozent wie im Vormonat. Im März des Vorjahres lag sie bei 12 Prozent und damit um 0,9 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.

„Der aktuelle leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit muss nicht überbewertet werden,“ erläutert Astrid Neese die Entwicklung im März. „Noch ist die Frühjahrsbelebung nicht vollständig spürbar. In den ersten beiden Monaten gingen mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit als im Vorjahr, das änderte sich aber im März und auch die Abgänge in Beschäftigung wurden mehr. Der aktuelle neue Höchststand an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von 177.495 in Duisburgs Unternehmen gibt ebenfalls deutliche Hinweise, dass ein optimistischer Blick in die weitere Arbeitsmarktentwicklung berechtigt ist.“

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im März leicht um 38 oder 0,6 Prozent niedriger als im Vormonat ausgefallen. Die Zahl der Zugänge ist damit von 5.981 im Februar auf jetzt 5.943 gesunken. Im Vorjahr lag die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit bei 6.007 und damit um 64 oder 1,1 Prozent über den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem März.

Von den 5.943 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im März 1.332 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt. Im Vormonat meldeten sich 1.502 Menschen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos (- 170, - 11,3 Prozent gegenüber dem Vormonat). Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftszweige, kommen die meisten Arbeitslosmeldungen aus den Bereichen „Arbeitnehmerüberlassung“, „Wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Grundstücks- und Wohnungswesen, Rechts- und Steuerberatung, Kfz-Vermietung, Steuerberatung)“ und „Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kfz“.                                                                                                                         

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im März 5.818. Das waren 445 oder 7,1 Prozent weniger Menschen als im Februar (6.263) und 634 oder 9,8 Prozent weniger als vor einem Jahr (6.452). 1.156 Menschen konnten wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden (+ 108, + 10,3 Prozent zu Februar 2019).

„Arbeitslosigkeit wird oft auch genutzt, um Integrationschancen in eine dauerhafte Beschäftigung zu erhöhen,“ darauf weist Astrid Neese hin. „Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg bieten offensiv Weiterbildungen und Umschulungen in zahlreichen Berufsfeldern an, die die Unternehmen nachfragen. Wir haben rund 18 Prozent mehr Menschen in beruflicher Weiterbildung als noch im Vorjahreszeitraum.“

 

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.414 Personen waren im März 8 junge Leute unter 25 weniger von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im Februar (2.422). Diese Zahlen liegen um 174 oder 6,7 Prozent unter dem Wert von März 2018 (2.588).

Die Zahl der über 50jährigen Arbeitslosen stieg im März um 82 oder 1,0 Prozent auf aktuell 8.361 (Vormonat 8.279) und liegt um 152 (-1,8 Prozent) unter dem Vorjahreswert (8.513).

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im März im Vergleich zum Vormonat von 4.856 auf jetzt 4.917 (+61). Hier waren im Vorjahresmonat 4.951 Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind somit 34 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im März 2018 arbeitslos gemeldet.

Im März ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber Februar zurückgegangen und liegt aktuell bei 11.685 betroffenen Personen; 59 oder 0,5 Prozent weniger (Vormonat 11.744). Der aktuelle Wert befindet sich damit um 1.637 Personen oder 12,3 Prozent unterhalb des Vorjahresmonats (13.322).

Im Berichtsmonat sank die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 11.462 (- 31 oder – 0,3 Prozent), davon befinden sich 9.635 in der Grundsicherung. Dies sind in beiden Rechtskreisen zusammen 763 oder 6,2 Prozent weniger als im März des Vorjahres (12.225).

 

Geflüchtete Menschen

In Duisburg sind 4.713 Menschen mit Aufenthaltsgestattung, Aufenthaltserlaubnis Flucht oder einer Duldung arbeitsuchend gemeldet. 2.482 sind davon arbeitslos; rund 94 Prozent der Arbeitsuchenden werden vom jobcenter Duisburg in der Grundsicherung betreut.

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarkt-Entwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so sinkt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) auf 2,3 Prozent. Der März-Wert 2019 liegt damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Niveau von März 2018 mit 2,2 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 5.813 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 254 oder 4,2 Prozent weniger arbeitslose Personen als noch im Februar (6.067). Vor einem Jahr, im März 2018, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 162 oder 2,9 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (5.651).

 

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) ist die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte gestiegen und liegt jetzt bei 8,9 Prozent. Im Vorjahr lag sie im März bei 9,8 Prozent. 

22.757 Personen (+410 und +1,8 Prozent) waren im März in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (Februar 22.347). Im Vergleich zum März 2018 (24.635) sind in der Grundsicherung aktuell 1.878 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr.

 

Arbeitskräftenachfrage

Der Bestand an gemeldeten Stellen liegt weiterhin deutlich über Vorjahresniveau (+355). Von den gemeldeten Arbeitsstellen, die aktuell zu besetzen sind, kommen die meisten aus dem Bereich „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung“, gefolgt von „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“ und „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“.

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im März gesunken – um 333 Personen oder 0,9 Prozent auf aktuell 37.355 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Unterbeschäftigung in Duisburg um 2.164 oder 5,5 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im März gestiegen und liegt aktuell bei 76,5 Prozent (Vergleich Vormonat 75,4 Prozent, Vorjahresmonat 76,6 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 14,2 Prozent; 0,1-Prozentpunkte weniger als im Februar (März 2018: 15,3 Prozent). In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle. So sind im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt mit aktuell 1.712 Teilnehmerinnen und Teilnehmern 204 Personen mehr in beruflicher Weiterbildung. 540 Personen weniger als im letzten Jahr befinden sich in einer sogenannten Fremdförderung (aktuell 1.110). Das sind Förderungen, die nicht von der Agentur für Arbeit oder dem jobcenter Duisburg finanziert werden – insbesondere notwendige Sprach- und Integrationskurse für geflüchtete Menschen. Zur Unterbeschäftigung zählen außerdem Arbeitsgelegenheiten, an denen zurzeit 1.810 Personen (179 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt, 513 weniger als im Vormonat) teilnehmen.


Ausbildungsmarkt

Gemeldete Ausbildungsstellen und Bewerber

Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2018 haben sich 2.884 Bewerber/innen für Ausbildungsstellen bei der Berufsberatung in Duisburg gemeldet, das sind 4 mehr als im Vorjahr. Davon gelten aktuell 1.335 mit einer Ausbildungsstelle, einem Studienplatz oder sonstiger Alternative versorgt. 1.549 junge Menschen suchen aktuell eine Ausbildung. Hinzu kommen 402 Bewerber und Bewerberinnen, die zwar schon eine Alternative zu einer Ausbildungsstelle haben, aber gerne ihren Ausbildungswunsch noch verwirklichen möchten.

Demgegenüber konnte der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des jobcenter Duisburg insgesamt schon 2.578 betriebliche Ausbildungsstellen akquirieren, 320 mehr als im letzten Jahr. Von diesen sind aktuell noch 1.497 Ausbildungsstellen unbesetzt (51 weniger als im März 2018).

 

Bewerberstruktur

Nach wie vor ist ein guter Schulabschluss eine wichtige Voraussetzung für die Einmündung in eine betriebliche Ausbildung. Von den aktuell 2.884 gemeldeten Bewerbern verfügen 2.792 Personen und damit rund 97 % über einen Schulabschluss.

Trotz der Erfüllung der formalen Voraussetzungen haben es viele Bewerberinnen und Bewerber immer noch schwer, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Etwas mehr als die Hälfte aller Bewerber hat die Schule nicht im Berichtsjahr, sondern in den Vorjahren verlassen und zunächst eine Alternative zur Ausbildung ergriffen. Hierzu zählen aber auch die Bewerber, die am Bundesfreiwilligendienst teilgenommen, ein Auslandsjahr absolviert, als Teilnehmer an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen einen Schritt in Richtung Ausbildung getan haben oder in ein Praktikum gegangen sind. Der Anteil an Bewerbern aus dem aktuellen Schuljahr ist gestiegen. Astrid Neese kommentiert diese Entwicklung: „Hier zahlt sich unsere stärkere Präsenz an den Schulen aus. Uns gelingt es mit der frühzeitigen Berufsberatung immer besser, junge Menschen für Ausbildung zu interessieren.“