31.07.2019 | Presseinfo Nr. 30

Saisontypischer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit zum Ausbildungsende

Arbeitslosenzahl im Juli: 28.024
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat: + 103
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr: - 1.388
Arbeitslosenquote im Juli: 10,9%
Arbeitslosenquote im Vormonat: 10,8%
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 11,5%

Im Juli ist die Zahl der Menschen, die sich arbeitslos gemeldet haben, erwar-tungsgemäß gestiegen. Das trifft insbesondere junge Menschen, die zum Ende des Ausbildungsjahres ihre Lehre abgeschlossen haben. Zusätzlich laufen in der Mitte des Jahres üblicherweise auch viele befristete Verträge aus. Die Zahl der arbeitslosen Menschen lag mit 28.024 Personen um 103 Personen über den Zahlen im Juni. Der Arbeitsmarkt in Duisburg zeigt sich bei über 4500 offenen Stellen aber weiterhin aufnahmefähig. Während der Sommerferien erwarten wir nur leichte Bewegungen am Arbeitsmarkt, da viele Unternehmen ihre Personalentscheidungen erfahrungsgemäß erst wieder nach den Ferien treffen. Wir nutzen diese Zeit, Duisburgerinnen und Duisburger für die Belebung am Ar-beitsmarkt im Herbst zu qualifizieren und bieten maßgeschneiderte Angebote an. Die zeitliche Investition in Qualifizierung lohnt sich für Arbeitsuchende, um anschließend schnell wieder eine attraktive Beschäftigung zu finden," erklärt Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duis-burg. „Der Arbeitsmarkt in Duisburg ist trotz aller Bewegungen in stabiler Verfassung und bietet Chancen. Die jungen Fachkräfte, die ihre Ausbildungen nun erfolgreich abgeschlossen haben, werden wenig Schwierigkeiten haben, ihren beruflichen Einstieg zu finden."

Arbeitslosigkeit

Mit 28.024 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Juli 103 Personen mehr als im Juni von Arbeitslosigkeit betroffen (+0,4 Prozent). Da-mit waren in diesem Monat 1.388 Personen oder 4,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr arbeitslos gemeldet (Juli 2018: 29.412 Arbeitslose).

Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,9 Prozent, 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vor-monat. Im Juli des Vorjahres lag sie bei 11,5 Prozent und damit um 0,6 Prozent-punkte über dem aktuellen Wert.

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im Juli um 456 oder 8,4 Prozent niedriger als im Vormonat ausgefallen. Die Zahl der Zugänge ist damit von 5.450 im Juli auf jetzt 4.994 gesunken.

Von den 4.994 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im Juli 1.234 aus einer vor-hergehenden Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt, 29 oder 2,3 Prozent weniger als im Vormonat. Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftszweige, kamen auch im Juli die meisten Arbeitslosmeldungen wieder aus den Bereichen „Arbeitnehmerüberlassung", „Wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Grundstücks- und Wohnungswesen, Rechts- und Steuerberatung, Kfz-Vermietung, Steuerberatung)" und „Handel / In-standhaltung und Reparatur von Kfz".

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Juli 4.918. Das waren 949 oder 16,2 Prozent weniger Menschen als im Juni (5.867) und 703 oder 12,5 Prozent weniger als vor einem Jahr (5.621). 966 Menschen konnten wegen der Auf-nahme einer Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden (-94 oder -8,9 Prozent zu Juni).

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.480 Personen waren im Juli 116 junge Leute unter 25 mehr von Jugendar-beitslosigkeit betroffen als im Juni (2.364). Diese Zahlen liegen um 211 oder 7,8 Prozent unter dem Wert von Juli 2019 (2.691).

Die Zahl der über 50jährigen Arbeitslosen sank im Juli um 78 oder 0,9 Prozent auf aktuell 8.155 (Vormonat 8.233) und liegt um 297 (-3,5 Prozent) unter dem Vorjahres-wert (8.452).

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre sank im Juli im Vergleich zum Vormonat von 4.909 auf jetzt 4.869 (-40). Hier waren im Vorjahresmo-nat 4.979 Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind somit 110 Per-sonen oder 2,2 Prozent weniger als im Juli 2018 arbeitslos gemeldet.

Auch im Juli ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber Juni leicht zurückge-gangen und liegt aktuell bei 11.264 betroffenen Personen; 11 weniger als im Vormonat (Vormonat 11.436). Der aktuelle Wert befindet sich damit um deutliche 1.747 Personen oder 13,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 11.604 (+15 oder +0,1 Prozent) leicht an, davon befinden sich 9.918 in der Grundsicherung. Dies sind in beiden Rechtskreisen zusammen 47 oder 0,4 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres (11.557).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juli bei 2,2 Prozent, +0,1 Prozent zum Vormonat und unverändert zum Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat waren 5.708 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 296 oder 5,5 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Juni (5.512). Vor einem Jahr, im Juni 2018, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 174 oder 3,3 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (5.412).

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) ist die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt jetzt bei 8,6 Prozent. Im Vorjahr lag sie im Juli noch bei 9,3 Prozent.

22.316 Personen (-193 und -0,9 Prozent) waren im Juli in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (Juni: 22.509). Im Vergleich zum Juli 2018 (23.751) sind in der Grundsicherung aktuell 1.435 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage

Der Bestand an gemeldeten Stellen ist minimal gestiegen (+33 zu Juni) und liegt mit 4.564 mit -74 Stellen unter dem Vorjahresniveau. Von den gemeldeten Arbeitsstellen, die aktuell zu besetzen sind, kommen die meisten wie bereits im Vormonat aus dem Bereich „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit", gefolgt von „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung" und „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung".

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im Juli leicht angestiegen – um 80 Personen oder 0,2 Prozent auf aktuell 37.583 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Unterbe-schäftigung in Duisburg um 738 oder 1,9 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Juli leicht angestiegen und liegt aktuell bei 74,6 Prozent (Vergleich Vormonat: 74,5 Prozent, Vorjahresmonat: 76,8 Prozent). Die Unterbe-schäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 14,2 Prozent; im Juni lag sie bei 14,1 Prozent (Juni 2018: 14,5 Prozent).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.