30.04.2020 | Presseinfo Nr. 16

Der Duisburger Arbeitsmarktreport im April 2020

Nun haben die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch den Duisburger Arbeitsmarkt erreicht. Die Arbeitslosigkeit ist stark angestiegen und die Anzeigen der Unternehmen von Kurzarbeit haben einen historischen Höchststand erreicht.

Arbeitslosenzahl im April:                                      30.086

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat:   + 2.066

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr:       + 2.067

 

Arbeitslosenquote im April:                                  11,7%

Arbeitslosenquote im Vormonat:                          10,9%

Arbeitslosenquote im Vorjahr:                              10,9%

 

Seit Anfang März sind insgesamt 3.159 Anzeigen von Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Duisburg eingegangen und bearbeitet worden. Die Unternehmen haben für 32.565 Mitarbeiter die Kurzarbeit gemeldet. Es ist gut, dass dieses Kriseninstrument von den Duisburger Firmen intensiv genutzt wird. Es sichert den Arbeitsplatzerhalt und verhindert einen noch höheren Anstieg der Arbeitslosigkeit.  Die Agentur für Arbeit und das jobcenter Duisburg haben sich schnell auf die neue Situation mit anderen Aufgabenschwerpunkten eingestellt und gewährleisten durch die Geldzahlungen an Unternehmen und Personen soziale Sicherheit. Alle weiteren Leistungen werden online und telefonisch erbracht, so sind wir für die Kunden weiter erreichbar. Es ist beruhigend zu wissen, dass ich in meiner zukünftigen Funktion gerade als Sozialdezernentin auf diese verlässlichen Partner bauen kann. Ich vertraue darauf, dass nach dem Ende der Pandemie, auch wenn es noch nicht absehbar ist, zusammen mit allen Arbeitsmarktakteuren gelingt, an den guten Weg am Arbeits- und Ausbildungsmarkt der letzten Jahre anzuknüpfen. Die Zusammenarbeit war getragen von Vertrauen und dem gemeinsamen Willen, das Bestmögliche für Duisburg zu erreichen. Ich bin froh, mit vielen Netzwerkpartnern ab Mai in meinem neuen Verantwortungsbereich diese Arbeit fortsetzen zu können. Über meine Nachfolge wird auch zeitnah entschieden werden“ erklärt Astrid Neese in ihrem letzten Arbeitsmarktbericht als Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg.

 

Arbeitslosigkeit

Mit 30.086 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 2.066 Personen mehr als im März von Arbeitslosigkeit betroffen (+7,4 Prozent). Damit waren in diesem Monat 2.067 Personen oder 7,4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote lag im April bei 11,7 Prozent (März noch 10,9). Im April 2019 lag sie bei 10,9 Prozent und damit um 0,8 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.

 

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.497 Personen waren im April 152 junge Leute unter 25 mehr von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im März. Diese Zahlen liegen um 98 oder 4,1 Prozent über dem Wert von April 2019.

Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im April um 622 oder 7,7 Prozent auf aktuell 8.727 und liegt um 515 (6,3 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im April auf 5.185 (+343). Das waren 324 Personen oder 6,7 Prozent mehr als im April 2019.

Im April ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegt aktuell bei 11.276 Personen; 447 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 153 Personen oder 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 13.011 (+863 oder +7,1 Prozent), und damit sind es gegenüber dem April des Vorjahres 1.590 oder 13,9 Prozent mehr.

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im April bei 2,8 Prozent, im März lag sie bei 2,4 Prozent und im Vorjahresmonat bei 2,2 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 7.212 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 939 oder 15,0 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im März. Vor einem Jahr, im April 2019, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 1.534 oder 27,0 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote bei 8,9 Prozent. Im März lag sie bei 8,4 Prozent und April letzten Jahres bei 8,7 Prozent. 

22.874 Personen (+1.127 und +5,2 Prozent) waren im April in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum April 2019 sind in der Grundsicherung aktuell 533 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Arbeitskräftenachfrage

Im April wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 405 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 557 weniger als im März und 648 weniger als im April 2019. Der Bestand an gemeldeten Stellen ist gesunken (-248 zu März) und liegt mit 4.020 um 584 Stellen unter dem Vorjahresniveau. Von den gemeldeten Arbeitsstellen, die aktuell zu besetzen sind, kommen neben den freien Stellen im Bereich der Überlassung von Arbeitskräften die meisten Vakanzen aus der öffentlichen Verwaltung sowie aus dem Sozialwesen dem Gesundheits- und Sozialwesen.

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im April gestiegen – um 862 Personen oder 2,3 Prozent auf aktuell 38.954 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Unterbeschäftigung in Duisburg um 1.321 oder 3,5 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im April gegenüber März auf 77,2 Prozent gesunken (Vergleich Vormonat: 73,6 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 14,7 Prozent, (März 2020: 14,4 und April 2019: 14,3).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.

 

Beschäftigung

Zum aktuellen Stichtag (Ende September 2019) waren am Arbeitsort Duisburg insgesamt 178.318 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 823 mehr als im Vorjahresquartal (+0,5 %) und 1.455 oder 0,8 % mehr als Vorquartal. Von den Beschäftigten arbeiten 74,6 % in Vollzeit.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Lager und Verkehr (+542 oder 3,3%). Am ungünstigsten war hingegen die Entwicklung im Bereich Arbeitnehmerüberlassung (-1.161 oder -12,1 %).

 

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2019 meldeten sich 2.596 Bewerber/innen für Berufsausbildungsstellen (-525 weniger als im Vorjahreszeitraum). Arbeitgeber meldeten der Agentur für Arbeit Duisburg im gleichen Zeitraum 2.360 Ausbildungsstellen, 384 weniger als im April 2020. Das entspricht einem Rückgang um 14,0% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ende April 2020 waren noch 1.331 Bewerber unversorgt (-10,5% im Vergleich zu April 2019). Dem stehen 1.449 noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (+2,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat).