01.07.2020 | Presseinfo Nr. 22

Der Duisburger Arbeitsmarktreport im Juni 2020

Arbeitslosenzahl im Juni:                                      32.064
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat:   + 356
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr:       + 4.143
 
Arbeitslosenquote im Juni:                                   12,4%
Arbeitslosenquote im Vormonat:                          12,2%
Arbeitslosenquote im Vorjahr:                              10,8%

„Auch im Juni prägt die Corona-Pandemie die Stimmung auf dem Duisburger Arbeitsmarkt, allerdings nicht mehr so deutlich wie in den vergangenen Monaten. Gegenüber Mai verzeichnen wir im Juni eine Zunahme von 356 arbeitslosen Menschen im Stadtgebiet. Im Vormonat lag diese Zahl noch bei über 1.600 Personen. Ohne Kurzarbeit läge diese Zahl jedoch sicher deutlich höher. Im Juni haben 99 Betriebe für 1.479 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt, 258 Betriebe weniger als im Vormonat. Seit März haben insgesamt 3.615 Betriebe für 49.350 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Mit den beginnenden Lockerungen wird die Arbeit in vielen Branchen wieder aufgenommen. Die Beschäftigten können direkt aus der Kurzarbeit heraus als routinierte und eingearbeitete Fachkräfte in ihre Betrieben starten. Kurzarbeit trägt wesentlich dazu bei, Arbeitslosigkeit zu verhindern und Beschäftigungsverhältnisse zu stabilisieren,“ erläutert Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Erfreulich ist, dass im Juni 265 Duisburgerinnen und Duisburger eine Beschäftigung aufgenommen haben, das sind fast 34 Prozent mehr als noch im Mai. Gleichzeitig haben im Juni mit 500 Personen deutlich weniger Menschen ihre Arbeit verloren. Hier liegt die Zahl sogar unter der des Vorjahres, sodass wir von einer leichten Belebung des Arbeitsmarktes in Duisburg sprechen können.“


Arbeitslosigkeit

Mit 32.064 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 356 Personen mehr als im Mai von Arbeitslosigkeit betroffen (+1,1 Prozent). Damit waren in diesem Monat 4.143 Personen oder 14,8 Prozent mehr als noch vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 12,4 Prozent (Mai noch 12,2). Im Juni 2019 lag sie bei 10,8 Prozent und damit um 1,6 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.


Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.731 Personen waren im Juni nur 36 junge Leute unter 25 mehr von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im Mai. Diese Zahlen liegen um 367 oder 15,5 Prozent über dem Wert von Juni 2019.

Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im Juni um 161 oder 1,8 Prozent auf aktuell 9.238 und liegt um 1.005 (12,2 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Juni auf 5.471 (+101). Das waren 562 Personen oder 11,4 Prozent mehr als im Juni 2019.

Im Juni ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegt aktuell bei 12.046 Personen; 399 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 771 Personen oder 6,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 13.817 (+110 oder +0,8 Prozent), und damit sind es gegenüber dem Juni des Vorjahres 2.228 oder 19,2 Prozent mehr.


Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juni bei 3,2 Prozent, im Mai lag sie bei 3,1 Prozent und im Vorjahresmonat bei 2,1 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 8.235 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 277 oder 3,5 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Mai. Vor einem Jahr, im Juni 2019, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 2.823 oder 52,2 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.


Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote bei 9,2 Prozent. Im Mai lag sie ebenfalls bei 9,2 Prozent und Juni letzten Jahres bei 8,7 Prozent. 

23.829 Personen (+79 und +0,3 Prozent) waren im Juni in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juni 2019 sind in der Grundsicherung aktuell 1.320 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.


Arbeitskräftenachfrage

Im Juni wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 452 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 64 weniger als im Mai und 514 weniger als im Juni 2019. Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigten im Berichtsmonat vor allem die Berufsbereiche „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ gefolgt von „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung“ sowie „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“. Der Bestand an gemeldeten Stellen ist gesunken (-207 zu Mai) und liegt mit 3.580 um 951 Stellen unter dem Vorjahresniveau.


Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im Juni gestiegen – um 258 Personen oder 0,6 Prozent auf aktuell 40.437 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Unterbeschäftigung in Duisburg um 2.954 oder 7,9 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Juni gegenüber Mai auf 79,3 Prozent gestiegen (Vergleich Vormonat: 78,9 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,2 Prozent, (Mai 2020: 15,1 und Juni 2019: 14,1).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.