30.07.2020 | Presseinfo Nr. 27

Arbeitsmarktreport der Stadt Duisburg im Juli

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Duisburg ist im Juli gestiegen und liegt nun bei 33.179, ein Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber Juni. Natürlich sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie eine Ursache, hinzu kommt jedoch auch das Ende des Ausbildungsjahres und die üblicherweise immer in der Mitte des Jahres auslaufenden Arbeitsverträge,“ erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. "

Über 1.100 neue Beschäftigungsverhältnisse wurden im Juli geschlossen, eine leichte Steigerung gegenüber Juni. Aber viele Unternehmen sind noch zurückhaltend bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir verzeichnen aktuell einen leichten Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen, sodass wir sagen können, dass sich der Stellenbestand im Juli etwas stabilisiert hat – wenn auch auf niedrigem Niveau. Aber es ist ein erstes Zeichen. Die weitere Entwicklung hängt natürlich wesentlich von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab. Im Juli kamen weitere 52 Anzeigen von Kurzarbeit hinzu, somit haben seit Januar bis Juli insgesamt 3.850 Duisburger Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Erst in 6 Monaten können wir mit Bestimmtheit sagen, in welchem Umfang Unternehmen in Duisburg tatsächlich Kurzarbeit realisiert haben. Fest steht, dass Kurzarbeit ein beschäftigungssicherndes Angebot ist. Daher ist es gut, dass so viele Unternehmen zur Absicherung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorsorglich eine Anzeige gestellt haben.“

 

Arbeitslosigkeit

Mit 33.179 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren 1.115 Personen mehr als im Juni von Arbeitslosigkeit betroffen (+3,5 Prozent). Damit waren in diesem Monat 5.155 Personen oder 18,4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 12,8 Prozent (Juni noch 12,4). Im Juli 2019 lag sie bei 10,9 Prozent und damit um 1,9 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.

 

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 2.912 Personen waren im Juli 181 junge Leute unter 25 mehr von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als im Juni. Diese Zahlen liegen um 432 oder 17,4 Prozent über dem Wert von Juli 2019.

Die Zahl der über 50-Jährigen Arbeitslosen stieg im Juli um 251 oder 2,7 Prozent auf aktuell 9.489 und liegt um 1.334 (16,4 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Juli auf 5.595 (+124). Das waren 726 Personen oder 14,9 Prozent mehr als im Juli 2019.

Im Juli ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegt aktuell bei 12.373 Personen; 327 mehr als im Vormonat. Der aktuelle Wert befindet sich um 1.109 Personen oder 9,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 14.232 (+415 oder +3,0 Prozent), und damit sind es gegenüber dem Juli des Vorjahres 2.628 oder 22,6 Prozent mehr.

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Betrachtet man die Arbeitsmarktentwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so liegt die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juli bei 3,5 Prozent, im Juni lag sie bei 3,2 Prozent und im Vorjahresmonat bei 2,2 Prozent.

Im aktuellen Monat waren 8.967 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 732 oder 8,9 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Juni. Vor einem Jahr, im Juli 2019, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit 3.259 oder 57,1 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)

In der Grundsicherung (SGB II) liegt die Arbeitslosenquote bei 9,3 Prozent. Im Juni lag sie bei 9,2 Prozent und Juli letzten Jahres bei 8,6 Prozent. 

24.212 Personen (+383 und +1,6 Prozent) waren im Juli in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2019 sind in der Grundsicherung aktuell 1.896 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Arbeitskräftenachfrage

Im Juli wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Duisburg und des jobcenter Duisburg insgesamt 544 freie Arbeitsstellen gemeldet, das waren 92 mehr als im Juni und 294 weniger als im Juli 2019. Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigten im Berichtsmonat vor allem die Berufsbereiche „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ gefolgt von „Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung“ sowie „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“. Der Bestand an gemeldeten Stellen ist gesunken (-219 zu Juni) und liegt mit 3.361 um 1.203 Stellen unter dem Vorjahresniveau.

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im Juli gestiegen – um 743 Personen oder 1,8 Prozent auf aktuell 41.211 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Unterbeschäftigung in Duisburg um 3.596 oder 9,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Juli gegenüber Juni auf 80,5 Prozent gestiegen (Vergleich Vormonat: 79,2 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 15,5 Prozent, (Juni 2020: 15,2 und Juli 2019: 14,2).

In die Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen, für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.