01.12.2020 | Presseinfo Nr. 44

Der Arbeitsmarkt im November 2020

- 11.816 Menschen in Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet
- 1.404 Stellen weniger gemeldet als im Vorjahreszeitraum
- Im Agenturbezirk Eberswalde 790 Betriebe in Kurzarbeit
 

Petra Röhlinger-Hissnauer, Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur aktuellen Situation am Arbeitsmarkt:

„Die Arbeitslosigkeit ist noch einmal leicht zurückgegangen, das ist für einen November eher untypisch. 11.816 Barnimer und Uckermärker waren im November arbeitslos gemeldet, 75 weniger als im Vormonat und 952 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat ist überwiegend auf die beiden Jobcenter zurückzuführen. Schaut man auf den Vorjahresvergleich, wird das noch deutlicher: Im Bereich der Arbeitsagentur gibt es 1.113 Arbeitslose mehr und im Bereich der Jobcenter 161 Arbeitslose weniger.
Wir freuen uns über jeden Monat, in dem die Arbeitslosigkeit insgesamt zurückgeht. In den Wintermonaten wird sie erfahrungsgemäß deutlich steigen und der aktuelle Lockdown wird ganz sicher dazu führen, dass wieder mehr Menschen von Kurzarbeit betroffen sind. Wir verzeichnen bereits jetzt eine steigende Zahl von Anzeigen auf Kurzarbeit und Anträgen auf Kurzarbeitergeld. Und so steht für uns, die Wirtschaft und alle Unternehmen, die Frage, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht. Wir hoffen sehr auf Normalität, wagen aber noch keine optimistische Prognose.

Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen waren im Agenturbezirk Eberswalde im Juli in 790 Betrieben 4.727 Beschäftigte in Kurzarbeit. Das ist deutlich weniger als noch im Juni (1.126 Betriebe mit 6.826 Beschäftigten) und dennoch für unsere Region eine sehr hohe Zahl. Wir gehen davon aus, dass Unternehmen in diesen Monaten Kurzarbeit verlängern oder auch erstmalig anzeigen werden. Bisher wirkt der Schutzschirm Kurzarbeitergeld und sichert Hunderte Arbeitsplätze auch in unserer Region.
Trotzdem werden viele Menschen mit großen Sorgen auf die Weihnachtszeit und das nächste Jahr blicken. Wir können in dieser Situation ein stückweit helfen, indem alle Anträge auf finanzielle Leistungen zur Existenzsicherung in kürzester Zeit bearbeitet werden und keiner lange auf das Arbeitslosengeld, das Kurzarbeitergeld oder auch andere Leistungen warten muss.
Und selbstverständlich bleibt es dabei: Wir sind erreichbar, in Notfällen auch persönlich! Alle anderen Beratungen absolvieren wir telefonisch, per Mail oder auch per Video. Dazu kommen zahlreiche Online-Angebote im eService der Bundesagentur für Arbeit.

Unser wichtigster Beitrag in der Corona-Krise ist neben der Auszahlung existenzsichernder Leistungen unverändert die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung und Qualifizierung sowie die Unterstützung von Arbeitgebern, die Arbeitskräfte einstellen oder weiterbilden wollen. Wir beraten zur geförderten Qualifizierung während und vor Beginn einer Beschäftigung sowie auch während des Bezuges von Kurzarbeitergeld. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in unserer Region mit derzeit 2.309 freien Stellen und darüber hinaus unter anderem bei der Neuansiedlung in Grünheide.

Für viele Arbeitgeber in unserem Agenturbezirk stellt sich auch in Corona-Zeiten die Frage der Fachkräftesicherung und -gewinnung. In diesem Zusammenhang sprechen wir in der bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung Arbeitgeber bis zum 4. Dezember verstärkt an, um auf das Potenzial von Menschen mit einem Handicap aufmerksam zu machen. Dazu bieten wir eine regionale Experten-Hotline an - am 2. Dezember von 15 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 03334 37 2811 - und stehen selbstverständlich auch an anderen Tagen zu allen Fragen rund um das Thema Inklusion zur Verfügung.“

790 Betriebe im Agenturbezirk Eberswalde im Monat Juli in Kurzarbeit

Im gesamten Agenturbezirk haben im Juli 790 Betriebe Kurzarbeitergeld an 4.727 Beschäftigte gezahlt. Im Juni lag die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit noch bei 1.126 und 6.826 Beschäftigte haben Kurzarbeitergeld erhalten.

Im Landkreis Barnim haben im Juni 683 Betriebe mit 4.311 Beschäftigten Kurzarbeitergeld erhalten und in der Uckermark 443 Betriebe mit 2.515 Beschäftigten.

Für den Kurzarbeitergeldantrag haben die Unternehmen drei Monate rückwirkend Zeit. Das heißt, für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit beispielsweise im Monat August konnten noch bis Ende November ein Antrag bei der Arbeitsagentur gestellt werden. Die Anzeige für die Kurzarbeit muss in dem Monat gestellt werden, in dem erstmalig die Kurzarbeit erforderlich ist.

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Eberswalde

11.816 Frauen und Männer waren im November in den Landkreisen Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet. Das sind 75 weniger als im Vormonat und 952 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt im November bei 7,4 Prozent. Das entspricht im Vergleich zum Vormonat einem Rückgang von 0,1 Prozentpunkten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gibt es einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,6 Prozentpunkte.

Die Zahl der Empfänger des Arbeitslosengeldes I ist im Vergleich zum Vorjahresmonat im Agenturbezirk Eberswalde um 37 Prozent gestiegen.

1.025 Jugendliche unter 25 Jahren - 67 weniger als im Vormonat - waren im November arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 130 Jugendliche mehr. 411 arbeitslose Jugendliche werden von der Agentur für Arbeit Eberswalde betreut (Arbeitslosengeld I) und 614 von den Jobcentern Barnim und Uckermark (Arbeitslosengeld II).

Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt bei 9,4 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte niedriger als im Oktober und 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Barnim und Uckermark

Im Landkreis Barnim waren im November 5.600 Arbeitslose gemeldet, darunter 57,8 Prozent (3.235) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es im Barnim 67 Arbeitslose weniger als im Oktober und 735 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat. Im Barnim liegt die Arbeitslosenquote wie schon im Vormonat bei 5,7 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Im Landkreis Uckermark waren im November 6.216 Arbeitslose gemeldet, darunter 71,7 Prozent (4.458) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es in der Uckermark 8 Arbeitslose weniger als im Oktober und 217 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat. In der Uckermark liegt die Arbeitslosenquote wie schon im Vormonat bei 10,4 Prozent. Das entspricht gegenüber dem Vorjahresmonat einem Anstieg von 0,5 Prozentpunkten.

Der Arbeitsmarkt in den Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquoten: Bernau 4,0 Prozent (-0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat), Eberswalde 8,7 Prozent (-0,1), Templin 9,2 Prozent (+0,3), Schwedt 9,9 Prozent (-0,1) und Prenzlau 11,9 Prozent (-0,1).

Der Arbeitsmarkt im Land Brandenburg

Im Land Brandenburg liegt die Arbeitslosenquote im November bei 6,0 Prozent. Das entspricht einem Rückgang gegenüber Oktober von 0,1 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Anstieg von 0,6 Prozentpunkten.

Die Arbeitslosenquoten der Agenturbezirke mit Veränderungen zum Vormonat und zum Vorjahresmonat in Prozentpunkten:

Cottbus                        6,0 %   (-0,1 / 0,4)

Frankfurt (Oder)          6,2 %   (-0,1 / 0,6)

Neuruppin                   5,8 %   (-0,2 / 0,7)

Potsdam                      5,3 %    (-0,1 / 0,6)

Eberswalde                 7,4 %    (-0,1 / 0,6)

Land Brandenburg       6,0 %    (-0,1 / 0,6)

Land Berlin                  10,1 %   (-0,1 / 2,5)