05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Jahresbilanz 2020 / Ausblick 2021

- Corona-Pandemie stoppt Rückgang der Arbeitslosigkeit insgesamt
- Uckermark trotz Krise mit positiver Jahresbilanz
- Barnim deutlich stärker von Auswirkungen der Pandemie betroffen
- Anstieg der Arbeitslosigkeit ausschließlich im SGB III-Bereich
- 3.870 Menschen im Agenturbezirk Eberswalde in Kurzarbeit (August)
 

Jahres-
Durchschnitt
2020
Bezirk der
Arbeitsagentur
Eberswalde
Veränderung
zum Vorjahr
Landkreis
Barnim
Veränderung
zum Vorjahr
Landkreis
Uckermark
Veränderung
zum Vorjahr

Bestand
Arbeitslose
insgesamt

12.078 +486 5.655 +615 6.422 - 130
Arbeitslosen-
Quote
7,6 % +0,3 %-Pkt. 5,7 % +0,6 %-Pkt. 10,7 % -0,1 %-Pkt.

Summe der
gemeldeten
Stellen
seit
Jahresbeginn

5.711 -1.431 3.438 -785 2.273 -646
  • Kontinuierlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit gestoppt – im Vergleich zu 2019 Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,3 Prozentpunkte
  • Agentur für Arbeit Eberswalde hat 2020 insgesamt 13,4 Millionen Euro für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen eingesetzt – 300.000 Euro weniger als 2019
    (darunter 6,3 Millionen Euro für Maßnahmen der Beruflichen Weiterbildung, 262.000 Euro mehr als 2019)

Die Arbeitslosenquoten - Jahresdurchschnittswerte 2020 in den Geschäftsstellenbereichen:

Geschäftsstellenbereich Eberswalde 8,9 Prozent (0,6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019),

Geschäftsstellenbereich Bernau 4,0 Prozent (0,6),

Geschäftsstellenbereich Prenzlau 12,0 Prozent (0,0),

Geschäftsstellenbereich Schwedt 10,3 Prozent (-0,4),

Geschäftsstellenbereich Templin 9,5 Prozent (0,3).

Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Jahr 2020:

„Das Jahr 2020 wird uns allen als das erste Corona-Jahr in Erinnerung bleiben. So etwas gab es in der jüngeren Geschichte noch nicht. Der sich bereits 2019 verlangsamende Rückgang der Arbeitslosigkeit wurde nun gestoppt.
Im Jahresdurchschnitt gibt es 12.078 arbeitslose Menschen im Agenturbezirk Eberswalde und die Arbeitslosenquote ist entgegen dem erwarteten positiven Trend um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Die Arbeitslosenquote lag trotz Wirtschaftskrise im zurückliegenden Jahr durchgängig bei unter
8 Prozent, was überwiegend darauf zurück zu führen ist, dass in der Region Barnim-Uckermark mehrere Tausend Menschen Kurzarbeitergeld erhalten haben und damit nicht arbeitslos waren. Der Schutzschirm Kurzarbeitergeld hat damit bislang Hunderten Unternehmen erfolgreich geholfen, am Markt zu bleiben. Arbeitsplätze konnten gesichert werden und es kam zu weniger Entlassungen.

Dabei zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie und der damit einhergehenden staatlichen Beschränkungen besonders stark im Landkreis Barnim und speziell im Geschäftsstellenbereich Bernau. Die Hauptstadt ist besonders von der Pandemie betroffen und das hat sich direkt im Bernauer Pendlerbereich ausgewirkt. Im Jahresdurchschnitt gab es im Geschäftsstellenbereich Bernau insgesamt 412 mehr Arbeitslose – mit Abstand der höchste Anstieg im Agenturbezirk. Insgesamt verzeichnet der Barnim im Vorjahresvergleich des Jahresdurchschnittes einen Anstieg von 615 Arbeitslosen.
Im Landkreis Uckermark gab es dagegen 130 Arbeitslose weniger. Diese gute Bilanz ist auf die rückläufige Zahl bei den Empfängern des Arbeitslosengeldes II in Betreuung des Jobcenters Uckermark zurückzuführen.

Schaut man auf die beiden Rechtskreise, so zeichnet sich auch hier eine gegenläufige Entwicklung ab.  Im SGB III-Bereich (Agentur für Arbeit) gibt es im Vorjahresvergleich des Jahresdurchschnittes einen Anstieg von 813 Arbeitslosen. Das entspricht 25 Prozent. Dagegen bilanziert der SGB II-Bereich (Jobcenter) einen Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 327. Das entspricht 3,9 Prozent.

Die Zahl der freien Stellen hat in beiden Landkreisen einen Einbruch erfahren. Arbeitgeber haben der Arbeitsagentur Eberswalde im Jahr 2020 insgesamt 5.711 freie Stellen gemeldet. Das sind 1.431 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 20 Prozent entspricht. Im Landkreis Barnim waren es 785 Stellen weniger (-18 Prozent) und im Landkreis Uckermark 646 Stellen weniger
(-22,1 Prozent).

In beiden Landkreisen ringen Unternehmen um ihre Existenz, Beschäftigte waren in Kurzarbeit und die Arbeitskräftenachfrage sowie Neueinstellungen traten teilweise in den Hintergrund. In vielen Lebensbereichen gibt es gerade im Barnim eine enge Verflechtung mit der Hauptstadtregion, was sich auch in der Krise auf die Arbeitslosigkeit hier vor Ort ausgewirkt hat.

Dazu kommen die Betriebe, die Kurzarbeitergeld zahlen. Im Barnim waren es im Juli 483 Unternehmen und in der Uckermark 307. 

In vielen Branchen, die nicht direkt von den staatlichen Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie betroffen sind, wurden und werden weiterhin Arbeits- und Fachkräfte gesucht. 2.416 freie Stellen stehen aktuell zur Verfügung, besonders in diesen Bereichen: Gesundheit und Pflege, Erziehung, Büroorganisation, Metallbau, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik sowie Energie- und Elektroberufe, Gebäude- und Versorgungstechnik, Logistik und Berufskraftfahrer.“  

Ausblick 2021

  • Wirtschaftsprognosen schwanken – Arbeitsagentur hat klare Ziele
  • Weiterhin schwierige Situation – die Agentur für Arbeit Eberswalde steht Menschen in der Region als verlässlicher Partner zur Seite
  • Qualifizierung für Arbeitsuchende, Beschäftigte und Quereinsteiger mehr denn je im Fokus
  • 15,3 Millionen Euro Budget für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
  • Kurzarbeitergeld kann bis Jahresende in Anspruch genommen werden

2021 – Ziele der Agentur für Arbeit Eberswalde:

  • Mehr als 6.800 Kunden nehmen mit Unterstützung der Arbeitsagentur eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf.
  • Mehr als 800 Kunden werden mit einer Weiterbildung für den Arbeitsmarkt qualifiziert.
  • Mehr als 1.200 Schulabgänger (das sind 50 Prozent aller Schulabgänger in der Region) nehmen mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters Barnim eine betriebliche Ausbildung auf.
  • Im Fokus bleiben Menschen mit einem besonderen Unterstützungsbedarf wie Langzeitarbeitslose, Schwerbehinderte, Rehabilitanden und geflüchtete junge Menschen.
  • Mehr als 1.300 gemeldete Stellen werden erfolgreich besetzt.
  • Mehr als die Hälfte der Kunden im Agenturbezirk Eberswalde nutzt die eService-Angebote der Agentur für Arbeit Eberswalde.

Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zum Ausblick auf den Arbeitsmarkt im Jahr 2021:

 „Eine konkrete Prognose für das Jahr 2021 können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben. Selbst Wirtschaftsexperten schauen besonders tief in die Glaskugel. Alles hängt davon ab, wie lange der Lockdown anhält und wie direkt oder indirekt von der Pandemie betroffene Unternehmen und Institutionen durchhalten können. Das Kurzarbeitergeld bleibt dabei bis zum Jahresende 2021 eine wichtige Stütze für die Unternehmen. Speziell Brandenburg und Berlin schauen außerdem auf die Neuansiedlung in Grünheide. Nach heutigem Stand soll die Produktion im Sommer mit Hunderten Beschäftigten starten.

In diesem Zusammenhang ist auch für unsere Region mit Blick auf die Zulieferer wichtig, wie sich die Autoindustrie und der Absatz in dieser Branche insgesamt entwickeln werden. Die Baubranche schaut wiederum auf das Investitionsvolumen der Kommunen.

Und so wird es unter Corona-Bedingungen erneut ein schwieriges Jahr mit der großen Hoffnung auf einen Aufschwung nach dem Lockdown.

Auch unter diesen erschwerten Bedingungen bleibt es unsere wichtigste Aufgabe Menschen und Arbeit oder Ausbildung zusammenzubringen. Was bedeutet das konkret? Es gib freie Stellen, es gibt Arbeitgeber, die Beschäftigte und Azubis suchen und wir unterstützen dabei, dass beide Seiten zusammenkommen. Die Fachkräftesicherung bleibt ein zentrales Thema.

Wir freuen uns, dass allein der Arbeitsagentur Eberswalde in diesem Jahr für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wieder mehr als 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Wir werden also wie bisher Weiterbildungen und Umschulungen, Eingliederungszuschüsse und Maßnahmen bei Arbeitgebern finanzieren und selbstverständlich die Ausbildung von Jugendlichen fördern können.

Unsere wichtigste Botschaft in diesem Jahr: Allen Menschen, die in dieser schwierigen Zeit unsere Unterstützung benötigen, stehen wir als verlässlicher Partner zur Seite. Das heißt insbesondere, dass wir schnellstmöglich existenzsichernde Leistungen wie Arbeitslosendgeld und Kurzarbeitergeld auszahlen. Dazu kommt eine gute Erreichbarkeit über unsere regionalen Hotlines, E-Mail, eService, Videoberatung und in Notfällen selbstverständlich auch persönlich in der Arbeitsagentur.“