03.05.2022 | Presseinfo Nr. 16

Im April robuster Arbeitsmarkt mit freien Stellen

·         10.380 Menschen in Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet
·         2.636 freie Stellen stehen zur Verfügung
·         Gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt
·         Große Sorgen wegen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Region

Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur aktuellen Situation am Arbeitsmarkt:                                                                                                       

„Wir befinden uns mitten im Frühjahrsaufschwung und die Arbeitslosenquote ist im April noch einmal deutlich zurückgegangen und liegt nun im Agenturbezirk Eberswalde bei 6,5 Prozent. Diesen Wert haben wir seit 1997 zum ersten Mal überhaupt erreicht. Insgesamt waren im April 10.380 Menschen arbeitslos gemeldet. Auch diese Zahl ist seit 1997 einmalig.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich also weiter robust und es gibt in Barnim und Uckermark mehr als 2.600 freie Stellen, die bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldet sind. Personalbedarf melden Unternehmen im Gartenbau, Kunststoff- und Holzverarbeitungsbetriebe genauso wie Logistikunternehmen oder die Pflegebranche. Gesucht werden außerdem Köche, Hoch- und Tiefbauer, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker, Anlagen- und Apparatebauer, Büro- und Sekretariatskräfte oder auch Erzieher. Die Bandbreite der Angebote ist groß und gut 900 bisher arbeitslos gemeldete Männer und Frauen konnten allein in diesem Monat eine Beschäftigung aufnehmen.

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Barnim und Uckermark steigt kontinuierlich. 92.869 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, darunter 52.856 im Barnim und 40.013 in der Uckermark sind derzeit gemeldet. Der Tiefststand lag für den Arbeitsort im Agenturbezirk Eberswalde im Jahr 2005 bei 77.782 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Viele Chancen zeigen sich außerdem auf dem Ausbildungsmarkt. Die Unternehmen haben seit Oktober des Vorjahres 1.438 freie Lehrstellen gemeldet – das sind 213 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Jugendliche, die jetzt noch auf der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz sind, haben weiterhin viele Möglichkeiten. Im April waren noch 1.015 Lehrstellen in der Region unbesetzt. Nach der Corona-Pause finden jetzt der Regionale Ausbildungstag am 14. Mai, der Eberswalder Berufemarkt am 21. Mai und die Last-Minute-Lehrstellenbörse in Eberswalde am 24.Juni wieder als Live-Messen statt. Ausbildungsbetriebe und Jugendliche können hier persönlich ins Gespräch kommen, sich zu Praktika und Vorstellungsgesprächen verabreden. Wir hoffen sehr darauf, dass sich viele Jugendliche bei diesen Messen informieren.

Mit großer Sorge verfolgen wir alle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Allein die Frage, ob die PCK Raffinerie weiter russisches Öl verarbeiten kann, ist existenziell für die gesamte Region. Es geht hier um Tausende Arbeitsplätze nicht nur direkt in der Raffinerie, sondern auch bei Zulieferern und bei Unternehmen und Institutionen, die PCK-Produkte nutzen. Dazu kommt generell die Kostenexplosion bei Energiepreisen, die sich in der Wirtschaft und in den privaten Haushalten direkt auswirkt und weiter auswirken wird. Diese in diesem Ausmaß völlig neue Situation bringt sehr viele Fragezeichen für die Zukunft mit sich. Entscheidend ist - für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine wie auch für die regionale Wirtschaft in unserer Region - dass dieser Krieg schnellstmöglich beendet wird.

Bei der Unterstützung der geflüchteten Menschen arbeiten wir eng mit den Landkreisen und allen anderen Partnern zusammen. Unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/eberswalde/startseite informieren wir zu den Rahmenbedingungen einer Arbeitsaufnahme und bieten Kontakt- und Beratungsmöglichkeiten zur Vermittlung in Arbeit an. Zusätzlich beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, die ukrainisch und russisch sprechen, unter der zentralen Nummer: 0911-178-7915.“

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Eberswalde

10.380 Frauen und Männer waren im April in den Landkreisen Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet. Das sind 412 weniger als im Vormonat und 1.628 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt im April bei 6,5 Prozent. Das entspricht im Vergleich zum Vormonat einem Rückgang von 0,3 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang von 1,1 Prozentpunkten.

Die Zahl der Empfänger des Arbeitslosengeldes I ist im Vergleich zum Vorjahresmonat im Agenturbezirk Eberswalde um 889 gesunken, das entspricht einem Rückgang von 22,8 Prozent.

862 Jugendliche unter 25 Jahren – 48 weniger als im Vormonat - waren im April arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 191 Jugendliche weniger. 257 arbeitslose Jugendliche werden von der Agentur für Arbeit Eberswalde betreut (Arbeitslosengeld I) und 605 von den Jobcentern Barnim und Uckermark (Arbeitslosengeld II).
Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt bei 7,5 Prozent und damit 2,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Barnim und Uckermark

Im Landkreis Barnim waren im April 4.838 Arbeitslose gemeldet, darunter 65 Prozent (3.143) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es im Barnim 168 Arbeitslose weniger als im März und 824 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. Im Barnim liegt die Arbeitslosenquote bei 4,8 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und 0,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Im Landkreis Uckermark waren im April 5.542 Arbeitslose gemeldet, darunter 76,3 Prozent (4.227) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es in der Uckermark 244 Arbeitslose weniger als im März und 804 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. In der Uckermark liegt die Arbeitslosenquote bei 9,4 Prozent. Das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Rückgang um 0,4 Prozentpunkte und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang von 1,2 Prozentpunkten.

Der Arbeitsmarkt in den Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquoten: Bernau 3,3 Prozent (-0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat), Eberswalde 7,7 Prozent (-0,4), Templin 7,8 Prozent (-0,5), Schwedt 9,6 Prozent (-0,3) und Prenzlau 10,1 Prozent (-0,6).

280 Betriebe im Agenturbezirk Eberswalde im Dezember 2021 in Kurzarbeit

Im gesamten Agenturbezirk haben im Dezember 280 Betriebe Kurzarbeitergeld an 2.387 Beschäftigte gezahlt. Im November lag die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit bei 218 und 1.954 Beschäftigte erhielten Kurzarbeitergeld. Im Landkreis Barnim haben im November 136 Betriebe mit 1.357 Beschäftigten Kurzarbeitergeld erhalten und in der Uckermark 82 Betriebe mit 597 Beschäftigten.

Für den Kurzarbeitergeldantrag haben die Unternehmen drei Monate rückwirkend Zeit. Die Anzeige für die Kurzarbeit muss in dem Monat gestellt werden, in dem erstmalig die Kurzarbeit erforderlich ist.

Der Arbeitsmarkt im Land Brandenburg

Im Land Brandenburg liegt die Arbeitslosenquote im April bei 5,3 Prozent. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vormonat von 0,2 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat von 0,9 Prozentpunkten.

Die Arbeitslosenquoten der Agenturbezirke mit Veränderungen zum Vormonat und zum Vorjahresmonat in Prozentpunkten:

Cottbus                        5,4 %   (-0,2 / -1,0)

Frankfurt (Oder)          5,5 %   (-0,2 / -0,9)

Neuruppin                   5,2 %   (-0,1 / -0,8)

Potsdam                      4,7 %    (-0,1 / -0,7)

Eberswalde                 6,5 %    (-0,3 / -1,1)

Land Brandenburg       5,3 %    (-0,2 / -0,9)

Land Berlin                  8,7 %    (-0,1 / -1,8)

Zeitreihen Entwicklung des Arbeitsmarktes im Monat April:

Agenturbezirk Eberswalde

April 2019 2020 2021 2022
Arbeitslose Bestand 11.683 12.050 12.008 10.380
Arbeitslosenquote 7,4% 7,6% 7,6% 6,5%

Landkreis Barnim

April 2019 2020 2021 2022
Arbeitslose Bestand 5.009 5.605 5.662 4.838
Arbeitslosenquote 5,1% 5,7% 5,7% 4,8%

Landkreis Uckermark

April 2019 2020 2021 2022
Arbeitslose Bestand 6.674 6.445 6.346 5.542
Arbeitslosenquote 10,9% 10,7% 10,6% 9,4%

So sind wir erreichbar:

Die Berufsberatung und der Arbeitgeber-Service sind außerdem persönlich und wie bisher auch über die bekannten persönlichen Telefonnummern und Mailadressen erreichbar.


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