31.03.2020 | Presseinfo Nr. 14

Der Arbeitsmarkt im März 2020 – Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht sichtbar

- 11.300 Menschen in Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet
- Rasanter Anstieg bei Anzeigen für Kurzarbeit in zweiter März-Hälfte
- Frühjahrsaufschwung durch Corona-Krise ausgebremst
- Für April Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet
- Aktion zur Jobvermittlung für kurzfristige Beschäftigungen
 

Petra Röhlinger-Hissnauer, Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt:

„Der zurückliegende Monat wird uns allen besonders in Erinnerung bleiben. Wir waren auf den Frühjahrsaufschwung eingestellt, auf einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit und eine stabile Wirtschaft. Die sehr gute Arbeitslosenquote von nur 7,1 Prozent für den Monat März spiegelt unsere damalige Annahme für den Arbeitsmarkt auch wider.

Mit der Ausbreitung der Corona-Infektionen in ganz Deutschland sind viele Lebensbereiche zum Erliegen gekommen. Ein Großteil der Unternehmen und sehr viele Beschäftigte kämpfen mit Herausforderungen oder manche sogar mit Existenzfragen, an die vor gut zwei Wochen noch niemand gedacht hat. Umso wichtiger ist unsere Arbeit, das heißt schnell und umfassend alle Dienstleistungen zu erbringen, zu beraten und zu unterstützen - auch mit finanziellen Hilfen.

Das ist uns seit dem Ausbruch der Krise Mitte März sehr bewusst. Innerhalb kürzester Zeit haben wir uns auf die neue Situation eingestellt. Persönliche Beratungen haben wir ersetzt durch telefonische und elektronische Kommunikationswege. Die zusätzlich von 8 bis 18 Uhr eingerichteten regionalen Hotlines in Barnim und Uckermark werden von den Kunden und Kundinnen sehr gut angenommen. Es gibt eigens eine Service-Mailadresse, den eService über die Homepage der Bundesagentur für Arbeit und selbstverständlich den Postweg und unsere Hausbriefkästen. Wir reagieren schnell und mit großem Engagement im eigenen Haus und gegenüber den Kunden und unser wichtiges Ziel ist dabei die Zahlung aller Geldleistungen vom Arbeitslosengeld I über das Kurzarbeitergeld bis hin zum Kindergeld und Kinderzuschlag.“

Seit Mitte März rasanter Anstieg der Anzeigen für zu erwartende Kurzarbeit

In diesem Monat hat der Gesetzgeber Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen.

Einige der wichtigsten Neuerungen sind:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens 10 Prozent haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
  • Leiharbeitnehmer/innen haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
  • Während des Bezuges von Kurzarbeitergeld wird das Entgelt einer aufgenommenen Beschäftigung in systemrelevanten Branchen (z.B. Pflege, medizinischer Bereich, Einzelhandel, Logistik, Landwirtschaft) nicht als Nebeneinkommen angerechnet. Das Bruttoarbeitsentgelt aus den beiden Beschäftigungsverhältnissen darf in diesem Fall das bisherige Bruttoarbeitsentgelt nicht übersteigen.

Die Erleichterungen treten rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft.

Mit diesen neuen Kurzarbeiterregelungen erhalten deutlich mehr Firmen als bisher und unter erleichterten Bedingungen Zugang zu dieser Unterstützungsleistung und können damit ihre Beschäftigten im Unternehmen halten. Wir verzeichnen in unserer Region seit Mitte des Monats einen rasanten Anstieg der Anzeigen für eine zu erwartende Kurzarbeit im März und in den Folgemonaten.

Wie hat sich die Agentur für Arbeit Eberswalde insgesamt auf die aktuelle Situation eingestellt?

Wir haben:

  • den Bereich Kurzarbeitergeld personell deutlich verstärkt,
  • die telefonische und die elektronische Erreichbarkeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausgebaut und
  • Erleichterungen bei der Antragstellung für das Arbeitslosengeld geschaffen.

So sind wir erreichbar:

  • Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20 (Mo-Fr 8-18 Uhr)
  • Sonder-Rufnummern:
    Barnim 03334 37 2002 und Uckermark 03334 37 1001 (Mo-Fr 8-18 Uhr)
  • Sonder-E-Mail: Eberswalde.Anfragen@arbeitsagentur.de
  • Die Berufsberatung und der Arbeitgeber-Service sind außerdem wie bisher auch über die bekannten persönlichen Telefonnummern und Mailadressen erreichbar.
  • Online unter www.arbeitsagentur.de/eservices

In der aktuellen Ausnahmesituation ist die Arbeitsagentur Eberswalde nach wie vor mit all ihren Themenbereichen für die Kunden da.

Frühjahrsaufschwung ausgebremst – für April Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet

Das Kurzarbeitergeld und die zusätzlichen Hilfsprogramme des Bundes und des Landes Brandenburg unterstützen die Wirtschaft in diesen bisher kaum gekannten schwierigen Zeiten. Wir erleben, dass Arbeitgeber alle Hilfsangebote nutzen, um ihre Beschäftigten in den Unternehmen zu halten.

Die April-Zahlen für den Arbeitsmarkt werden zeigen, in welchem Umfang das große Hilfspaket für die Wirtschaft auch in unserer Region Wirkung erzielt.

Neben der Auszahlung von Geldleistungen gibt es weiterhin kompetente Beratungen wie auch die Vermittlung von Arbeitsuchenden – insbesondere in Branchen, die gerade jetzt einen teilweise erheblichen Bedarf an Arbeitskräften verzeichnen. Das sind neben dem Einzelhandel, die Logistik- und Sicherheitsbranche sowie die Landwirtschaft und selbstverständlich der Gesundheitsbereich.

Um die Besetzung dieser Stellen unkompliziert zu unterstützen, wird die Agentur für Arbeit Eberswalde kurzfristig eine „Aktion zur Jobvermittlung für kurzfristige Beschäftigungen“ starten.

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Eberswalde

11.300 Frauen und Männer waren im März 2020 in den Landkreisen Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet. Das sind 515 weniger als im Vormonat und 1.126 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt im März bei 7,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Eberswalde noch bei 7,8 Prozent.

965 Jugendliche unter 25 Jahren – 16 weniger als im Vormonat - waren im März 2020 arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 24 Jugendliche weniger. 343 arbeitslose Jugendliche werden von der Agentur für Arbeit Eberswalde betreut (Arbeitslosengeld I) und 622 von den Jobcentern Barnim und Uckermark (Arbeitslosengeld II).

Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt bei 9,6 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 10,2 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Barnim und Uckermark

Im Landkreis Barnim waren im März 5.131 Arbeitslose gemeldet, darunter 61,9 Prozent (3.174) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es im Barnim 180 Arbeitslose weniger als im Februar und 176 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat.

Im Barnim liegt die Arbeitslosenquote bei 5,2 Prozent. Das entspricht gegenüber Februar einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten.

Im Landkreis Uckermark waren im März 6.169 Arbeitslose gemeldet, darunter 74,5 Prozent (4.596) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es in der Uckermark 335 Arbeitslose weniger als im Februar und 950 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat.

In der Uckermark liegt die Arbeitslosenquote bei 10,2 Prozent. Das entspricht gegenüber Februar einem Rückgang von 0,6 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang von 1,4 Prozentpunkten.

Der Arbeitsmarkt in den Geschäftsstellen im März 2020

Die Arbeitslosenquoten: Bernau 3,6 Prozent (0,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat), Eberswalde 8,3 Prozent (-0,), Templin 9,3 Prozent (-0,5), Schwedt 10,0 Prozent (-0,5) und Prenzlau 11,2 Prozent (-0,6).

Der Arbeitsmarkt im Land Brandenburg

Im Land Brandenburg liegt die Arbeitslosenquote im März bei 5,7 Prozent. Das entspricht einem Rückgang gegenüber Februar von 0,2 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang von 0,4 Prozentpunkten.