30.04.2020 | Presseinfo Nr. 18

Der Arbeitsmarkt im April 2020 – Deutliche Auswirkungen der Corona-Krise

- 12.050 Menschen in Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet

- Auswirkungen der Corona-Krise werden erstmals sichtbar

- Im Vergleich zum März saisonuntypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen (Arbeitsagentur und Jobcenter)

- 2.468 Unternehmen haben in den Monaten März und April im Agenturbezirk Kurzarbeit angezeigt


 

Petra Röhlinger-Hissnauer, Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt:

„Mit dem Monat April werden erstmalig die Auswirkungen der Corona-Pandemie für unsere Region deutlich. Saisonuntypisch ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen. 12.050 Menschen sind arbeitslos gemeldet und das sind 750 mehr als im März. Im vergangenen Jahr gab es im April in dieser Größenordnung einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Wir erleben nun einen deutlichen Einschnitt in die über mehrere Jahre fast durchweg positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in den Landkreisen Barnim und Uckermark. Die Arbeitslosenquote liegt im April in unserem Agenturbezirk bei 7,6 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte höher als im März.

Zur Einschätzung des Arbeitsmarktes im April 2020 gehört die große Zahl an Arbeitgebern, die in unserem Agenturbezirk in den Monaten März und April Kurzarbeit angezeigt haben. Es sind insgesamt knapp 2.500 Unternehmen. Kurzarbeitergeld wird rückwirkend für den zurückliegenden Monat beantragt, von der Arbeitsagentur bearbeitet und ausgezahlt. Es lässt sich deshalb heute noch nicht genau sagen, wie viele konkrete Anträge sich aus den Anzeigen ergeben und wie viele Beschäftigte mit welcher Stundenzahl betroffen sein werden.

Wir gehen jedoch davon aus, dass ein Großteil der Betriebe, die eine Anzeige gestellt haben, auch Kurzarbeitergeld beantragen werden. Mit der schnellstmöglichen Auszahlung des Kurzarbeitergeldes hoffen wir, dass es vielen Unternehmen gelingt, ihre Beschäftigten auch während der aktuellen Krise zu halten. Dass die Arbeitslosenquote nicht stärker gestiegen ist, hat vor allem auch mit dem Engagement und dem Verantwortungsbewusstsein vieler von der Krise betroffenen Arbeitgeber in unserer Region zu tun.

Für den Agenturbezirk Eberswalde sind alle Anzeigen auf Kurzarbeit, die bis zum 28. April 2020 eingegangen sind, abschließend bearbeitet. Für den weitaus größten Teil der vollständigen Anträge auf Kurzarbeitergeld für den Monat März wird die Auszahlung bis zum 30. April, also heute, veranlasst, die verbleibenden Auszahlungen werden in der ersten Mai-Woche erfolgen. Die Bearbeitungszeiten für die Kurzarbeitergeld-Anträge werden sich schon im Mai deutlich verringern und nach heutigem Stand bei weniger als drei Wochen liegen.

Wir wissen, wie wichtig das Kurzarbeitergeld für die Betriebe ist und werden weiter alles daransetzen, dass die Auszahlung schnellstmöglich erfolgen kann. Voraussetzung dafür ist immer die Vollständigkeit der Anträge. Wir halten hier den engen Kontakt zu den Arbeitgebern, um möglichst keine Zeit bei der Bearbeitung zu verlieren. Mit dem Einsatz eines Unterstützer-Teams aus allen Fachbereichen und zusätzlicher Samstagsarbeit hat das Thema Kurzarbeitergeld für uns weiterhin höchste Priorität.

Gleichzeitig hat für uns - auch unter schwierigen Rahmenbedingungen - die Beratung und Vermittlung von Arbeitnehmern sowie von Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, weiterhin einen besonderen Stellenwert. So findet beispielsweise unsere Aktion ‚jobsNOW – mit Jobs raus aus der Krise“ guten Zuspruch bei Arbeitgebern und Arbeitsuchenden.

Wir sind für die Kunden und Kundinnen zu allen Fragen aus den Bereichen Arbeit, Ausbildung und Beruf jederzeit als Ansprechpartner da – auch wenn die Türen unserer Agentur geschlossen bleiben. Wir telefonieren, mailen oder kommunizieren über die Online-Jobbörse mit Arbeit- und Ausbildungssuchenden und Arbeitgebern. So gehen beispielsweise auf unseren regionalen Sonderrufnummern montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr täglich rund 100 Anrufe ein. Es gelingt uns mit einer sehr guten Besetzung nahezu alle Anrufe sofort entgegen zu nehmen. Um für unsere Kunden gut erreichbar zu sein, arbeiten wir auch hier teamübergreifend sehr eng zusammen.“

 

Anstieg der Anzeigen für zu erwartende Kurzarbeit hält auch im April an

Im Agenturbezirk Eberswalde haben vom 1. März bis zum 26. April insgesamt 2.468 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt, darunter 1.489 aus dem Landkreis Barnim und 979 aus dem Landkreis Uckermark. Inwieweit alle Unternehmen, die Kurzarbeit angezeigt haben, auch Kurzarbeitergeld beantragen, wird sich in vollem Umfang erst in den Folgemonaten zeigen.

 

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Eberswalde

12.050 Frauen und Männer waren im April 2020 in den Landkreisen Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet. Das sind 750 mehr als im Vormonat und 367 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt im April bei 7,6 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Eberswalde noch bei 7,4 Prozent.

1.055 Jugendliche unter 25 Jahren – 90 mehr als im Vormonat - waren im April 2020 arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 137 Jugendliche mehr. 385 arbeitslose Jugendliche werden von der Agentur für Arbeit Eberswalde betreut (Arbeitslosengeld I) und 670 von den Jobcentern Barnim und Uckermark (Arbeitslosengeld II).

Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt bei 10,5 Prozent und damit 1,0 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 9,5 Prozent.

 

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Barnim und Uckermark

Im Landkreis Barnim waren im April 5.605 Arbeitslose gemeldet, darunter 59,7 Prozent (3.346) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es im Barnim 474 Arbeitslose mehr als im März und 596 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat.

Im Barnim liegt die Arbeitslosenquote bei 5,7 Prozent. Das entspricht gegenüber März einem Anstieg von 0,5 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Anstieg von 0,6 Prozentpunkten.

Im Landkreis Uckermark waren im April 6.445 Arbeitslose gemeldet, darunter 73,5 Prozent (4.740) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es in der Uckermark 276 Arbeitslose mehr als im März und 229 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat.

In der Uckermark liegt die Arbeitslosenquote bei 10,7 Prozent. Das entspricht gegenüber März einem Anstieg von 0,5 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten.

 

Der Arbeitsmarkt in den Geschäftsstellen im April 2020

Die Arbeitslosenquoten: Bernau 4,0 Prozent (+0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat), Eberswalde 8,8 Prozent (+0,5), Templin 9,8 Prozent (+0,5), Schwedt 10,4 Prozent (+0,4) und Prenzlau 11,7 Prozent (+0,5).

 

Der Arbeitsmarkt im Land Brandenburg

Im Land Brandenburg liegt die Arbeitslosenquote im April bei 6,2 Prozent. Das entspricht einem Anstieg gegenüber März von 0,5 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Anstieg von 0,4 Prozentpunkten.

 

Die Arbeitslosenquoten der Agenturbezirke mit Veränderungen zum Vormonat und zum Vorjahresmonat in Prozentpunkten:

Cottbus                        6,5 %   (0,6 / 0,6)

Frankfurt (Oder)          6,5 %   (0,5 / 0,5)

Neuruppin                   6,0 %   (0,6 / 0,4)

Potsdam                      5,4 %    (0,6 / 0,5)

Eberswalde                 7,6 %    (0,5 / 0,2)

 

So sind wir erreichbar:

  • Kostenfreie Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

  • Sonder-Rufnummern: Barnim 03334 37 2002 und Uckermark 03334 37 1001 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

  • Sonder-E-Mail: Eberswalde.Anfragen@arbeitsagentur.de

  • Die Berufsberatung und der Arbeitgeber-Service sind außerdem wie bisher auch über die bekannten persönlichen Telefonnummern und Mailadressen erreichbar.

  • Online unter www.arbeitsagentur.de/eservices