30.07.2020 | Presseinfo Nr. 32

Der Arbeitsmarkt im Juli 2020

- 12.593 Menschen in Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet
- 1.270 weniger Stellen als im vergangenen Jahr
- Stabiler Ausbildungsmarkt - 748 freie Ausbildungsplätze in der Region
- Im Agenturbezirk Eberswalde gingen seit Mitte März 2.808 Anzeigen
  auf Kurzarbeit ein
 

Der Arbeitsmarkt im Juli 2020

Arbeitslosenquote steigt wieder – 1.175 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt:

„Insgesamt waren im Agenturbezirk Eberswalde im Juli 12.593 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent und damit um 0,7 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosigkeit befindet sich weiter auf einem hohen Niveau und ist saisonüblich auch zum Vormonat leicht angestiegen.

Im Juli waren 1.175 mehr Menschen arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr um diese Zeit. Zum Vormonat gibt es 223 mehr Arbeitslose. Insgesamt ist das weiterhin eine schwierige Situation am Arbeitsmarkt, da zusätzlich viele Beschäftigte in Kurzarbeit sind. Wir stecken wirtschaftlich nach wie vor mitten in der Krise. Die Rücknahme des Lockdowns unter Beibehaltung der Hygienevorschriften hat noch keinen deutlichen Beschäftigungszuwachs gebracht. Die von der Corona-Krise betroffenen Arbeitgeber sind entweder bei Entfristungen und Einstellungen zurückhaltend oder sie sind durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen in ihrem unternehmerischen Handeln eingeschränkt. Das betrifft insbesondere das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Reisebranche und alle Unternehmen, deren Geschäftsfeld kulturelle und sportliche Veranstaltungen genauso sind wie Feiern für Firmen und Familien. In Anbetracht der jüngsten Corona-Fallzahlen lässt sich zurzeit keine seriöse Prognose für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes geben. Das gilt insbesondere für den Landkreis Barnim, der deutlich mehr von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen ist als die Uckermark.

Allein im Barnim gibt es 1.045 mehr Arbeitslose als im Juli des Vorjahres. In der Uckermark beträgt der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat lediglich 130 Arbeitslose. Das spiegelt sich auch in der Arbeitslosenquote wider. Diese liegt im Barnim bei vergleichsweise niedrigen 6,1 Prozent – damit jedoch 1,0 Prozentpunkte höher als im Juli 2019. Die Arbeitslosenquote in der Uckermark ist im gleichen Zeitraum um „nur“ 0,3 Punkte gestiegen und liegt damit mit 11 Prozent weiter auf einem sehr hohen Niveau.

Der Stellenzugang ist im Juli im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr wieder rückläufig. Die Unternehmen haben der Arbeitsagentur im Juli 469 freie Stellen zur Besetzung gemeldet. Das sind 29 weniger als im Juni. Dieser Rückgang ist auf eine saisonübliche Entwicklung zurückzuführen. Seit Januar gab es insgesamt 3.281 Stellenzugänge. Das sind 1.270 und damit knapp 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum – eine deutliche Folge der Corona-Krise. Der Stellenbestand ist um 652 Stellen auf jetzt 2.371 freie Stellen gesunken.“

Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit steigt im Juli um 27

Im Agenturbezirk Eberswalde gingen im Juli 27 Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Seit Mitte März gibt es damit insgesamt 2.808 Anzeigen auf Kurzarbeit, darunter 1.685 aus dem Landkreis Barnim und 1.123 aus dem Landkreis Uckermark. Erstmalig werden Zahlen der realisierten Kurzarbeit veröffentlicht. Im Monat März haben im Agenturbezirk Eberswalde 6.475 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in 1.125 Betrieben Kurzarbeitergeld erhalten.

Die Betriebe haben für den Kurzarbeitergeldantrag drei Monate rückwirkend Zeit. Das heißt, für die erfolgte Kurzarbeit beispielsweise im Monat April konnte noch bis Ende Juli ein Antrag bei der Arbeitsagentur gestellt werden.

Der Ausbildungsmarkt in der Region Barnim-Uckermark

Der Ausbildungsmarkt zeigt sich insgesamt weiter robust mit guten Chancen in der Region Barnim-Uckermark und darüber hinaus. Die Zahlen der unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen sind mit dem Vorjahr vergleichbar. Aktuell gibt es 588 unbesetzte Ausbildungsplätze. 15 weniger als im Vorjahresmonat. Ein ähnliches Bild bei den unversorgten Bewerbern. 748 sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 32 mehr als im Vorjahresmonat.

Im Agenturbezirk Eberswalde gibt es freie und für alle Jugendlichen geeignete betriebliche Ausbildungsplätze insbesondere noch in diesen Berufen: Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Kaufmann Büromanagement, Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik, Restaurantfachmann, Berufskraftfahrer, Hotelfachmann, Anlagenmechaniker und Handelsfachwirt.

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Eberswalde

12.593 Frauen und Männer waren im Juli 2020 in den Landkreisen Barnim und Uckermark arbeitslos gemeldet. Das sind 223 mehr als im Vormonat und 1.175 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt im Juli bei 7,9 Prozent. Im Vormonat lag die Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent und im Vorjahresmonat bei 7,2 Prozent.

Die Zahl der Empfänger des Arbeitslosengeldes I ist im Vergleich zum Vorjahresmonat im Agenturbezirk Eberswalde um knapp 40 Prozent gestiegen.

1.256 Jugendliche unter 25 Jahren – 120 mehr als im Vormonat - waren im Juli 2020 arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 204 Jugendliche mehr. 470 arbeitslose Jugendliche werden von der Agentur für Arbeit Eberswalde betreut (Arbeitslosengeld I) und 786 von den Jobcentern Barnim und Uckermark (Arbeitslosengeld II).

Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt bei 11,5 Prozent und damit 1,0 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 10,5 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Barnim und Uckermark

Im Landkreis Barnim waren im Juli 6.018 Arbeitslose gemeldet, darunter 56,8 Prozent (3.418) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es im Barnim 157 Arbeitslose mehr als im Juni und 1.045 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat.

Im Barnim liegt die Arbeitslosenquote bei 6,1 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Anstieg von 1,0 Prozentpunkten.

Im Landkreis Uckermark waren im Juli 6.575 Arbeitslose gemeldet, darunter 74,1 Prozent (4.872) Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Insgesamt gab es in der Uckermark 66 Arbeitslose mehr als im Juni und 130 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat.

In der Uckermark liegt die Arbeitslosenquote bei 11,0 Prozent. Das entspricht gegenüber Juni einem Anstieg von 0,2 Prozentpunkten und gegenüber dem Vorjahresmonat einem Anstieg von 0,3 Prozentpunkten.

Der Arbeitsmarkt in den Geschäftsstellen im Juli

Die Arbeitslosenquoten: Bernau 4,4 Prozent (+0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat), Eberswalde 9,3 Prozent (+0,2), Templin 9,4 Prozent (-0,2), Schwedt 10,7 Prozent (+0,1) und Prenzlau 12,4 Prozent (+0,3).

Der Arbeitsmarkt im Land Brandenburg

Im Land Brandenburg liegt die Arbeitslosenquote wie in den beiden Vormonaten bei 6,5 Prozent. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat von 0,8 Prozentpunkten.

Die Arbeitslosenquoten der Agenturbezirke mit Veränderungen zum Vormonat und zum Vorjahresmonat in Prozentpunkten:

Cottbus                        6,7 %   (0,0 / 0,9)

Frankfurt (Oder)          6,9 %   (0,2 / 0,9)

Neuruppin                   6,3 %   (0,1 / 0,8)

Potsdam                      5,7 %    (0,1 / 0,8)

Eberswalde                 7,9 %    (0,1 / 0,7)

 

Land Brandenburg       6,5 %    (0,0 / 0,8)

Land Berlin                  10,8 %   (0,3 / 2,8)