03.01.2020 | Presseinfo Nr. 2

Jahresbilanz 2019

- Noch einmal Rückgang der Arbeitslosigkeit
- Erstmalig Arbeitslosenquote von unter 7,0 Prozent
- Steigende Arbeitskräftenachfrage im Agenturbezirk Eberswalde
 

Jahres-
Durchschnitt
2019
Bezirk der
Arbeitsagentur
Eberswalde
Veränderung
zum Vorjahr
Landkreis
Barnim
Veränderung
zum Vorjahr
Landkreis
Uckermark
Veränderung
zum Vorjahr

Bestand
Arbeitslose
insgesamt

11.592 - 878 5.040 - 466 6.552 - 412
Arbeitslosen-
Quote
7,3 % - 0,6 %-Pkt. 5,1 % - 0,6 %-Pkt. 10,8 % -0,5 %-Pkt.

Summe der
gemeldeten
Stellen
seit
Jahresbeginn

7.142 + 619 4.223 + 542 2.919 + 77

⇒ Arbeitslosigkeit in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken (Jahresdurchschnittswert 2009: 22.933 Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von 14,1 %)

⇒ Agentur für Arbeit Eberswalde hat 2019 insgesamt 13,7 Millionen Euro für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen eingesetzt.

  • darunter rund 6,2 Millionen Euro für Maßnahmen der Beruflichen Weiterbildung

Arbeitslosigkeit in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken

(Jahresdurchschnittswert 2009: 22.933 Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von 14,1 %)


Budgetausgaben für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im Jahr 2019 Gesamt: 13,7 Millionen Euro

→ Berufliche Weiterbildung 6.200.000,00 (45%)

→ Aktivierung und berufliche Eingliederung (§45 SGB III) 1.000.000,00 (7%)

→ Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 3.800.000,00 (28%)

→ sonstige integrationsorientierte Instrumente 700.000,00

→ Berufswahl und Berufsausbildung 2.000.000,00 (15%)

Erläuterungen:

Berufliche Weiterbildung:

Umschulungen, Weiterbildungskosten für die Qualifizierung von Beschäftigten (Qualifizierungschancengesetz)

Aktivierung und berufliche Eingliederung:

Maßnahmen, die von der Arbeitsagentur bei Bildungsträgern nach Ausschreibung eingekauft werden, Maßnahmen bei einem Arbeitgeber „Probearbeiten"

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit: Eingliederungszuschüsse

Sonstige integrationsorientierte Instrumente: Vermittlungsbudget, Reisekosten

Berufswahl und Berufsausbildung:

Geförderte Ausbildungen, assistierte Ausbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen (Stützunterricht), Einstiegsqualifizierung (betriebliches Praktikum vor einer Ausbildung), Berufsorientierung


Die Arbeitslosenquoten - Jahresdurchschnittswerte 2019 in den Geschäftsstellenbereichen:

Geschäftsstellenbereich Eberswalde 8,3 Prozent (-0,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018),

Geschäftsstellenbereich Bernau 3,4 Prozent (-0,3),

Geschäftsstellenbereich Prenzlau 12,0 Prozent (-0,2),

Geschäftsstellenbereich Schwedt 10,7 Prozent (-0,7),

Geschäftsstellenbereich Templin 9,2 Prozent (-0,7).


Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Jahr 2019:

Die größte Überraschung des zurückliegenden Jahres war im Agenturbezirk Eberswalde eine Arbeitslosenquote von unter 7 Prozent von September bis November. Die Prognosen für die Arbeitsmarktentwicklung 2019 ließen diesen Sprung durchaus zu, aber die Sicherheit gab es erst im September. Zumal sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr ab Mai deutlich verlangsamt hatte.

Grundlage für diesen erneut stabilen Arbeitsmarkt in der Region bilden vorrangig die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Deren Zahl steigt für den gesamten Agenturbezirk seit 2013. Per 30. Juni 2019 gab es in Barnim und Uckermark insgesamt 89.612 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, darunter 50.446 im Landkreis Barnim und 39.166 im Landkreis Uckermark. Während im Barnim die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auch im zurückliegenden Jahr gestiegen ist, war in der Uckermark ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Situation in der Region ist die Höhe der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt waren 11.592 Menschen arbeitslos gemeldet, 878 weniger als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte unter dem Wert von 2018.

Damit setzte sich 2019 der positive Trend der zurückliegenden Jahre noch einmal fort. Einen Anstieg der Jahresdurchschnittswerte gab es zuletzt im Jahr 2011.

Und schließlich zeigt der Blick auf die Arbeitskräftenachfrage, dass das Jahr 2019 mit einer positiven Bilanz endet. Es gibt viele Arbeitsangebote in den unterschiedlichsten Berufen und Qualifikationsanforderungen. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region 7.142 freie Stellen zur Besetzung an die Arbeitsagentur gemeldet. Das waren 619 Stellen mehr als 2018. Deutlich gestiegen ist parallel dazu der Bestand an freien Stellen. Bei 2.755 liegt der Jahresdurchschnitt und damit um 568 höher als im Jahr zuvor.

Insbesondere der wachsende Bestand an freien Stellen macht deutlich, dass die Besetzung zunehmend schwieriger wird. Selbst mit zahlreichen Qualifizierungsangeboten und ausreichenden Haushaltsmitteln konnte es nicht ausreichend gelingen, die zusätzlichen Stellenangebote der Arbeitgeber kurzfristig zu besetzen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Nicht für jeden Arbeitsuchenden ist eine Qualifizierung in einem der besonders nachgefragten Berufe geeignet, nicht jeder möchte sich noch einmal auf die Schulbank setzen und zudem können gesundheitliche Einschränkungen oder eine geringe Mobilität gegen eine Qualifizierung oder eine Beschäftigungsaufnahme sprechen.

Im Jahresdurchschnitt 2019 haben im Agenturbezirk Eberswalde 721 arbeitslose Frauen und Männer an einer von der Arbeitsagentur oder den Jobcentern geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen und es gab im Jahresdurchschnitt 820 Arbeitslose, die bei ihrer Beschäftigungsaufnahme gefördert wurden.


Ausblick 2020

  • IAB-Prognose: Zahl der Arbeitslosen sinkt um knapp 2 Prozent
  • Mit Qualifizierung in Beschäftigung bleiben oder neuen Job finden
  • Mehr als 15,7 Millionen Euro Budget der Arbeitsagentur für
    arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
  • Arbeits- und Fachkräftenachfrage weiter auf hohem Niveau
  • Wirtschaftliche Situation bleibt stabil

Was nimmt sich die Arbeitsagentur Eberswalde 2020 vor?

⇒ Mehr als 6.150 Kunden nehmen mit Unterstützung der Arbeitsagentur eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf.

⇒ Mehr als 750 Kunden werden mit einer Weiterbildung für den Arbeitsmarkt qualifiziert.

⇒ Mehr als 1.300 Schulabgänger (das sind 50 % aller Schulabgänger in der Region) nehmen mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters Barnim eine betriebliche Ausbildung auf.

⇒ Im Fokus bleiben Menschen mit einem besonderen Unterstützungsbedarf wie Langzeitarbeitslose, Schwerbehinderte, Rehabilitanden und geflüchtete junge Menschen.

⇒ Mehr als 1.600 gemeldete Stellen werden erfolgreich besetzt.

⇒ Mehr als die Hälfte der Kunden im Agenturbezirk Eberswalde nutzt die eService-Angebote der Agentur für Arbeit Eberswalde.

Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, zum Ausblick auf den Arbeitsmarkt im Jahr 2020:

 „Eine Prognose für das Jahr 2020 ist schwierig. Den sich verlangsamenden Rückgang der Arbeitslosigkeit und den weniger dynamischen Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eingerechnet, könnte die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen – aber in deutlich kleineren Schritten. Wir erwarten noch einmal einen stabilen Arbeitsmarkt und einen Rückgang der Zahl der Arbeitslosen zwischen 2 und 3 Prozent. Die Prognose des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegt bei einem Rückgang von nur 1,7 Prozent. Es bleibt im Jahresverlauf abzuwarten, welche Auswirkungen die Entwicklung an den Flughäfen BER und Tegel oder auch die geplante Tesla-Ansiedlung für die Menschen in unserem Agenturbezirk haben werden. Mit zumindest kleinen Fragezeichen versehen ist darüber hinaus die Entwicklung der regionalen Bauwirtschaft nach dem sogenannten „Mietendeckel“ in Berlin und im Zusammenhang mit der E-Mobiliät die Situation bei den Autoteilezulieferern in Barnim und Uckermark.

Aktuell stehen die Zeichen weiter für Stabilität und leichten Aufschwung. Das betrifft das Gesundheits- und Sozialwesen genauso wie den Einzelhandel, das Gastgewerbe, die Bauwirtschaft oder auch den Bereich Logistik und Kurierdienste.

Die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gibt es aktuell im Gesundheits- und Sozialwesen (18.714), im Handel und bei der Instandhaltung von Kfz (12.173) sowie im verarbeitenden Gewerbe (11.669). Es folgen der Bereich wirtschaftliche Dienstleistungen* (8.245), das Baugewerbe (7.538) und die öffentlichen Verwaltungen (7.291).

Freie Stellen haben die Arbeitgeber der Region aktuell vorwiegend im Bereich im Gesundheits- und Sozialwesen (418), bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen (383) und im Baugewerbe (330) gemeldet.

*z.B. Rechts- und Steuerberatung, Werbeagenturen, Reisebüros, Wach-, Sicherheits- und Reinigungsdienste

Menschen und Arbeit oder Ausbildung zusammenbringen“ – das bleibt auch 2020 unsere wichtigste Aufgabe. In beiden Bereichen - Beschäftigung und Ausbildung - kommt es zunehmend auf eine große Flexibilität aller Beteiligten an. Es geht dabei um Anforderungen an neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie um das Arbeitsklima in den Betrieben. Es geht um die Bereitschaft, Neues zu erlernen bis hin zu einem neuen Beruf, wenn der bisherige nicht mehr nachgefragt ist. Oder auch einen Quereinstieg in eine völlig neue Branche zu wagen und die eigenen Interessen und Fähigkeiten noch einmal komplett auf den Prüfstand zu stellen.

Egal, welcher Weg gewählt wird, die Arbeitsagentur berät und unterstützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen mit Ideen, Engagement und Fördermöglichkeiten. Im Mittelpunkt wird dabei das Qualifizierungschancengesetz stehen mit dem die Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitsuchenden ermöglicht wird. Für die Jobcenter liegt der Schwerpunkt insbesondere auf dem Teilhabechancengesetz, das die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen fördert.

Als Faustregel gilt auch 2020: Je mobiler und flexibler Arbeitnehmer sind, desto größer ist die Chance auf einen beruflichen Neueinstieg und die Verringerung der Hilfebedürftigkeit.

Wir unterstützen individuell schon bei der Bewerbung. Möglich sind auch Eingliederungszuschüsse oder Qualifizierungen im Vorfeld der Beschäftigungsaufnahme. 2020 wird weiterhin gute Rahmenbedingungen bieten und wir möchten Arbeit- und Ausbildungssuchende ermutigen, diese Chancen zu nutzen.

Allein der Arbeitsagentur Eberswalde stehen im Jahr 2020 für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen mehr als 15,7 Millionen Euro zur Verfügung.“