02.03.2021 | Presseinfo Nr. 10

Frühling kommt in Sicht!

Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Februar 2021:

  • Arbeitslosenzahl steigt im Februar nur leicht
  • Unternehmen suchen wieder mehr Personal
  • Azubis sind gefragt – jetzt Termin mit der Berufsberatung machen!
Februar 2021 Januar 2021 Februar 2020
Arbeitslose 10.477 10.312 8.316
Arbeitslosenquote 5,9 5,8 4,7

Nach dem starken saisonalen Anstieg der Arbeitslosen zum Jahresanfang, ist die Zahl im Februar nur noch moderat angewachsen. Im Kreis Pinneberg stieg die Arbeitslosenzahl um 165 Personen oder 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Februar 10.477 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 2.161 Personen oder 26,0 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist von 5,8 im Vormonat auf 5,9 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 4,7 Prozent betragen.

„Der Arbeitsmarkt steht am Start zur Frühlingsbelebung. Die Freisetzungen gingen in den letzten Wochen deutlich zurück und die Stellenmeldungen steigen wieder an. Wie stark die Frühjahrsentwicklung in den nächsten Wochen sein wird, hängt auch von der Pandemie-Entwicklung und der damit verbundenen Maßnahmen ab. Menschen auf Arbeitssuche erhalten mit der saisonalen Entwicklung wieder neue Chancen!", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Die Arbeitssuche war häufig erfolgreich. 534 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Das waren 38 mehr als im Januar.

Andererseits meldeten sich im Februar 752 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren deutlich weniger als noch im Januar mit 1.088 Arbeitslosmeldungen. Aus einer Ausbildung oder Qualifizierung meldeten sich weitere 614 Menschen. Dies sind mehr als im Vormonat (Januar: 520).

Hier macht sich auch bemerkbar, dass einige Berufsausbildungen mit ihren Winterprüfungen endeten. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg um 91 auf 945 Personen (+10,7 Prozent). Diese Nachwuchskräfte sind bei der Jobsuche in den vergangenen Jahren meist schnell erfolgreich gewesen und konnten schon bald eine Anschlussbeschäftigung aufnehmen.

Während die Arbeitslosenzahl im Bereich des Jobcenters weiter stieg, vermeldet die Arbeitsagentur einen leichten Rückgang.

Von den insgesamt 10.477 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Februar 5.067, das sind 50 weniger als im Vormonat. Es waren 1.395 Personen (+38,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.410 Arbeitslose registriert. Dies sind 215 Personen mehr als im Januar. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 766 (+16,5 Prozent).

Zu den 10.477 Arbeitslosen kamen im Februar 2.682 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 13.159 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 1.601 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 13,9 Prozent höher als im Februar 2020.

Im Februar besuchten 687 Menschen aus dem Kreis Pinneberg eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 484 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Arbeitsuchende erweitern dadurch ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

„Die Personalnachfrage der Betriebe ist erfreulicherweise wieder gestiegen, sie bleibt jedoch weiter unter dem Niveau des Vorjahres. Mehr Nachfrage nach Arbeitskräften gab es insbesondere aus der Baubranche, dem Gartenbau, Maschinenbau und Erziehungswesen. Auch für medizinische Fachangestellte, Büro- und Verwaltungsfachkräfte wurden im letzten Monat wieder mehr Stellen gemeldet,“ erläutert Thomas Kenntemich.

Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 581 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 188 mehr als im Januar, aber 73 weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind 1.758 Arbeitsangebote im Kreis Pinneberg gemeldet. Vor einem Jahr waren es 255 Stellen mehr.

Weniger Kurzarbeit musste im Februar neu angezeigt werden. Dennoch sichert das Kurzarbeitergeld auch weiterhin einen großen Teil der Arbeitsplätze in der Region und erhält den Unternehmen ihr eingearbeitetes Personal.

Im Februar zeigten 123 Betriebe aus dem Kreis Pinneberg für 1.146 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Dies sind weniger als im Januar mit 349 Anzeigen für 3.052 Beschäftigte.

Weiterhin nutzten besonders die vom Lockdown betroffenen Bereiche wie Einzelhandel (ohne Lebensmittel), Kfz-Handel, Gastgewerbe sowie Friseur- und Kosmetiksalons die Kurzarbeiterregelung.

Nicht jede angezeigte Kurzarbeit wird auch tatsächlich realisiert. Zudem haben Arbeitgeber drei Monate Zeit, ihre Abrechnungen einzureichen. Kreisdaten über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit liegen jetzt für den September 2020 vor. Die zwischenzeitliche Erholung wird sichtbar.

Im September gab es im Kreis Pinneberg 5.603 Kurzarbeitende in 886 Betrieben. Die Kurzarbeiterquote betrug 6,0 Prozent. Diese Quote zeigt an, wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sich in Kurzarbeit befanden. Zur Spitze der Kurzarbeit im April 2020 lag die Quote bei 15,8 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Die Corona-Pandemie macht sich auch auf dem Ausbildungsmarkt deutlich bemerkbar. Viele Chancen gibt es dennoch – für Ausbildungssuchende und Betriebe. Es wäre der falsche Weg, von vornherein zu glauben, wegen Corona auf Ausbildung verzichten zu müssen. Stattdessen sollten jetzt erst recht die Möglichkeiten aktiv gesucht werden!

„Eine betriebliche Ausbildung bleibt eine gute Wahl, um erfolgreich beruflich durchzustarten. Wer sich dafür interessiert, findet aktuell ein breites Angebot an interessanten Ausbildungsplätzen,“ erklärt Thomas Kenntemich.

Schulen hatten geschlossen, Ausbildungsmessen entfielen, BiZ-Besuche waren nicht möglich - Berufsorientierung fand unter diesen Bedingungen nur eingeschränkt statt. Die Berufsberatung konnte in den letzten Monaten die künftigen Schulabgänger sehr schwer erreichen. Dies macht sich mit einem Rückgang der Bewerberzahl bemerkbar.

Für den Ausbildungsstart in 2021 meldeten sich im Kreis Pinneberg bislang 799 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 305 weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Die Unternehmen haben 1.320 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung aufgegeben, 125 weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Ausbildung oder Studium sollten vor allem zu den eigenen Interessen und Talenten passen! Die Berufsberatung unterstützt, den individuellen Weg zu finden und dabei auch die passenden Alternativen zu entdecken,“ sagt Thomas Kenntemich. In der aktuellen Corona-Situation kommt bei der Berufswahl den Eltern eine bedeutende Rolle zu: „Sie sind jetzt besonders wichtig! Unterstützen Sie Ihr Kind aktiv bei der Suche nach einem geeigneten Beruf. Ermutigen Sie Ihr Kind, die eigenen Talente und Stärken zu entdecken. Und unterstützen Sie es dabei, Berufsfelder zu erkunden und herauszufinden, was zu seinen Fähigkeiten passt!“

Diese Internetseiten der Berufsberatung helfen die Berufswahl der Kinder zu unterstützen:

Mit dem Erkundungstool unter www.check-u.de können Jugendliche herausfinden, welcher Beruf zu ihren Stärken und Fähigkeiten passt. Er ist auch eine gute Grundlage für eine anschließende Berufsberatung.

www.planet-beruf.de/eltern bietet alle Informationen rund um die Themen Ausbildung und Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz.

Besucht das Kind die Oberstufe, sind spezielle Informationen für Eltern auf www.abi.de/eltern zu finden.

Die Berufsberatung in der Agentur für Arbeit Elmshorn kann bei der Berufswahl besonders unterstützen und die Vielzahl an Informationen kanalisieren. Beratungstermine können telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

Die Top-Ten der Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen bisher besonders viele Ausbildungsplätze gemeldet wurden. Wer noch auf der Suche ist, sollte die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de nach den aktuellen Angeboten sichten.

Betriebe melden ihre Ausbildungsangebote dem Arbeitgeber-Service unter der 0800 4 5555 20.

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1) Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.